Gerry Weber

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GERRY WEBER International AG
Gerry Weber Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0003304101
Gründung 1973
Sitz Halle (Westf.), Deutschland
Leitung Vorstandsvorsitzender: Gerhard Weber
Mitarbeiter 4.584 (2012)[1]
Umsatz 802,3 Mio. Euro (2011/12)[1]
Branche Textil
Website www.gerryweber-ag.de
Firmenzentrale der Gerry Weber International AG
Gerry-Weber-Filiale in Mannheim

Die Gerry Weber International AG ist ein deutsches Unternehmen der Modeindustrie (Damenoberbekleidung) mit Sitz in Halle (Westf.). Vorstandsvorsitzender ist Gerhard Weber.

Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 802,3 Mio. Euro, eine Steigerung von 14,2 % gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um 16,4 % auf 115,9 Mio. Euro.[1]

Die Aktie des Unternehmens war bis zum 28. Juni 2011 im SDAX der Deutschen Börse notiert. Seit dem 29. Juni 2011 wird das Unternehmen im MDAX gelistet und ersetzt dort das Papier von Tognum.[2] Weltweit beschäftigt das Modeunternehmen mehr als 4.584 Mitarbeiter, von denen rund 71 % in Deutschland beschäftigt sind.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Gerry Weber International AG geht auf die am 1. März 1973 in Halle (Westf.) von Gerhard Weber und Udo Hardieck gegründete Hatex KG zurück. Zunächst produzierte und vertrieb das Unternehmen Damenhosen, rasch wurde das Sortiment im Bereich Damenmode ausgebaut. In den Folgejahren wurden Teile der Produktion an Auftragnehmer ins Ausland vergeben (sogenannte Zwischenmeister). 1986 wurde der Markenname „Gerry Weber“ (nach dem Firmengründer Gerhard Weber) weltweit geschützt und erlangte durch das Sponsoring von Steffi Graf rasch Bekanntheit. 1989 erfolgte der Börsengang und die Umbenennung in Gerry Weber International AG. 1989 kam als weitere Modelinie die Taifun-Collection hinzu, 1994 folgte die Samoon-Collection für Damen mit Anschlussgrößen; die Produktion wurde zunehmend ins Ausland verlagert. Ab dem Jahr 2000 vergab das Unternehmen auch Lizenzen unter dem Label Gerry Weber (Schuhe, Brillen, Düfte, Taschen, Schmuck). 2006 wurde eine Herren-Kollektion unter dem Markennamen Gerry Weber Men geschaffen, die zunächst als Lizenz vergeben, ab 2008 eigengefertigt und 2009 vom Markt genommen wurde.

Unternehmensdaten[Bearbeiten]

Der Verkauf erfolgt weltweit über mehr als 6.000 Fachhändler, aber auch über 850 Gerry-Weber-Läden (Houses of Gerry Weber) und Mono-Label-Stores, die teils in Eigenregie, teils im Franchisesystem betrieben werden. Produziert wird die Kleidung in Ost- und Südeuropa, der Türkei und Asien. Die Exportquote betrug 2011/12 38,8 Prozent, die wichtigsten Exportmärkte sind die Benelux-Staaten, Spanien sowie das Vereinigte Königreich. Das Unternehmen hat seine Logistik komplett ausgelagert. Aktuell arbeitet das Unternehmen mit den beiden Logistik-Dienstleistern Meyer & Meyer und Fiege Stiftung zusammen.[3] [4]

Sponsoring[Bearbeiten]

Bekannt ist das Unternehmen auch durch das im Gerry-Weber-Stadion ausgetragene ATP-Rasen-Tennisturnier Gerry Weber Open und die Sponsorenaktivitäten beim benachbarten Fußballbundesligisten Arminia Bielefeld (Trikot-Sponsor 1996/97 und 1997/98) sowie des Handballbundesligisten TBV Lemgo.

Datenschutz[Bearbeiten]

Das Unternehmen stattet seit Januar 2011 alle in die Läden gelieferten Artikel mit einem RFID-Chip aus. Auf dem RFID-Chip ist der EPC Elektronischer Produktcode als Zusammenfassung des vom Barcode bekannten EAN-Code, sowie einer Seriennummer der Bekleidungsstückes, gespeichert. Dieser Chip befindet sich bei der Mehrzahl der Teile im Pflegeetikett, welches meist in der linken unteren Seitennaht eingebracht ist. Auf dem Pflegeetikett ist ein englischsprachiger Hinweis auf die RFID-Technik vorhanden: „RFID inside. Remove before wearing“, übersetzt „Enthält RFID. Vor dem Tragen entfernen“.

Für den Einsatz der RFID-Technik erhielt das Unternehmen den ECR-Award 2010[5] sowie den Retail Technology Award[6] und gewann bei der RFID Journal LIVE! 2011 Konferenz einen Preis für die „beste RFID Implemetierung“.[7]

Gerry Weber geriet 2012 in negative Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass Kleidung der Firma auch nach dem Verkauf noch mit RFID-Chips ausgestattet ist. In einem Feldversuch von FoeBuD zeigte sich, dass die weltweit eindeutigen Seriennummern der Chips aus einer Entfernung von bis zu 8 Metern berührungslos auslesbar sind. Der Nummerncode ist nach Unternehmensangaben in einer Datenbank hinterlegt.[8][9]

RFID-Chips werden auf Wunsch im Geschäft entfernt und seit 2013 in den Filialen im Verkaufsvorgang komplett deaktiviert.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Geschäftsbericht 2012 (PDF; 6,8 MB)
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.Juni 2011
  3. http://www.textilwirtschaft.de/news/schlagzeilen/pages/Gerry-Weber-arbeitet-mit-Fiege-zusammen_59647.html?a=0
  4. http://www.wer-zu-wem.de/firma/meyer-meyer.html
  5. http://www.ecraward.de/gewinner/kategorie-unternehmens-kooperation.html
  6. http://www.reta-europe.com/preistraeger/preistraeger-2010/index.html
  7. http://www.rfidjournalawards.com/2011
  8. Focus: Gerry Weber verwanzt Kleidung mit Schnüffelchips, abgerufen am 3. Januar 2013
  9. Welt: Datenschuetzer-warnen-vor-RFID-Chips-in-Kleidung, abgerufen am 3. Januar 2013
  10. CIO.de: Die unsichtbare Revolution

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerry Weber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


52.0466588.373942Koordinaten: 52° 2′ 48″ N, 8° 22′ 26″ O