Gert Heidenreich

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Gert Heidenreich bei der Gratulationslesung für Michael Skasa 2012

Gert Heidenreich (* 30. März 1944 in Eberswalde) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher.

Leben[Bearbeiten]

Julian Nida-Rümelin (links), Thomas Meyer (Mitte) und Gert Heidenreich (rechts) bei einer Diskussion auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Nach dem Abitur am humanistischen Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt (1962) und der Kriegsdienstverweigerung studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Germanistik, Soziologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. 1965 heiratete er Elke Heidenreich geb. Rieger. Die Ehe hielt bis zum Jahr 1972. Seit 1979 ist er mit der Familientherapeutin und Autorin Gisela Heidenreich verheiratet. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne.

Heidenreich arbeitete seit 1966 beim Bayerischen Rundfunk als Sprecher, dann seit 1967 als freier Schriftsteller und Journalist. 1970 gründete er mit weiteren Künstlern das Theater in der Kreide (TiK) in München und hob im frisch entstandenen Radioprogramm Bayern 3 die Sendung Pop Sunday mit „progressiver“ junger Literatur und damals avantgardistischer Rockmusik aus der Taufe. Als Journalist war er Sprecher für verschiedene Rundfunkanstalten, schrieb für die Wochenzeitung Die Zeit und verfasste Reportagen für das Reisemagazin Merian. Mehrere Reisen führten ihn in die Sahara und in die Länder Schwarzafrikas. Im Auftrag des Goethe-Institutes reiste er nach Indien und Zentralasien. Er übersetzte einige Werke aus der amerikanischen und britischen Literatur. Seine Stimme kann man in zahlreichen Hörbüchern sowie in einer großen Zahl von Fernsehdokumentationen (u.a. Die großen Kriminalfälle, Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik) hören.

Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Von 1991 bis 1995 war er Präsident des westdeutschen P.E.N.-Clubs. Seine Bestrebungen, diesen mit dem ostdeutschen Pendant zu vereinigen, scheiterten und lösten heftige Diskussionen aus. Seit 2004 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seit 2011 ist er dort Direktor der Abteilung Literatur.

Heidenreich lebt in Seefeld bei Starnberg. Er zählt sich selbst zu den Alt-68ern, mit deren Zielen und deren Wirkung er sich kritisch auseinandersetzt.

70 Jahre Gert Heidenreich (2. April 2014 in der Seidlvilla)

Heidenreich hat neben eigenen Büchern als Sprecher zahlreiche Hörbücher anderer Autoren eingelesen, zum Beispiel Umberto Ecos Der Name der Rose und J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Berthold Viertel. Schriften zum Theater, herausgegeben und kommentiert von Gert Heidenreich. München /Berlin 1970
  • Rechtschreibung, Gedichte, relief Verlag München 1971
  • Strafmündig. Theaterstück. S. Fischer, Frankfurt a. M. 1980.
  • Der Ausstieg. Roman, Claassen, Düsseldorf 1982.
  • Die Steinesammlerin. Roman, Claassen, Düsseldorf 1984. Heidenreich erzählt die Geschichte einer Liebe zwischen einem Deutschen und einer Französin im Kriegs- und Nachkriegsfrankreich.
  • Die Gnade der späten Geburt. Sechs Erzählungen, Piper, München/Zürich 1986.
  • Eisenväter. Gedichte, Piper, München/Zürich 1987.
  • Füchse jagen. Epilog auf das Jahr 1968; Theaterstück über Rudi Dutschke und den Attentäter Josef Bachmann. Piper, München/Zürich 1988.
  • Belial oder Die Stille. Roman, Piper, München/Zürich 1990.
  • Kehrseiten. Reden und Aufsätze zur Literatur und Politik. Piper, München/Zürich 1992.
  • Hauptstadt Berlin. Aufsatzsammlung, Hrsg. von Will Keller, Hoffmann und Campe, Hamburg 1991.
  • Magda. Theaterstück über Magda Goebbels und ihr Ende; Piper Verlag München 1992.
  • Die Nacht der Händler. Roman, Piper, München/Zürich 1995.
  • Die Heimat der Phantasie. Essays, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1996.
  • Der Geliebte des Dritten Tages. Erotische Mysterien. Erotische Erzählungen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1997, Taschenbuch dtv, München 2002.
  • Abschied von Newton. Roman, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1998, Taschenbuch dtv, München 2001.
  • Zwei Reden in Weimar. Essays, Bibliothek der Provinz, Wien u. a. 1999.
  • Der Mann, der nicht ankommen konnte. Alltägliche Mysterien. Erzählungen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000.
  • Im Augenlicht. Gedichte, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2002. 2. Auflage 2004
  • Die Steinesammlerin von Etretat. Roman, Marebuchverlag, Hamburg 2004.
  • Thomas Gottschalk. Die Biographie. Biografie, Deutsche Verlags-Anstalt, München, August 2004.
  • Im Dunkel der Zeit, Roman, Nymphenburger Verlag, München 2007, Taschenbuch: dtv 2008
  • Schreiben in einer friedlosen Welt, Herausgegeben und mit einem Vorwort von Gert Heidenreich; internationale Essaysammlung u. a. mit Beiträgen von Nadine Gordimer, Norman Manea, Sergio Ramirez. Berliner Taschenbuch Verlag 2007.
  • Die Nacht der Händler, Roman (Neuausgabe), Langen Müller Verlag, München 2009,
  • Das Fest der Fliegen, Roman, Langen Müller Verlag, München 2009, Taschenbuch: dtv 2011
  • Mein ist der Tod, Kriminalroman, Langen Müller Verlag, München 2012
  • Der Fall, Kriminalroman, Klett-Cotta, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-608-98019-6

Theater, Hörspiel, Film[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gert Heidenreich, hrsg. v. Karl Esselborn. Iudicium-Verlag, München 1991, ISBN 3-89129-069-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gert Heidenreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien