Gertraud Middelhauve

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Gertraud Middelhauve (* 23. Juli 1929 in Opladen, heute Leverkusen; † 7. März 2004 in München) war eine deutsche Verlegerin.

Gertraud Middelhauve studierte in Tübingen, Freiburg im Breisgau, Köln und Berlin Literaturgeschichte, absolvierte 1959 bis 1960 die Verlagslehre bei S. Fischer in Frankfurt am Main und volontierte danach je ein halbes Jahr bei Allen & Unwin in London und bei Macmillan in New York.

Auf Grundlage der Firmengründungen ihres Vaters kam Gertraud Middelhauve zu ihren ersten geschäftlichen Erfolgen. Ihr Vater Friedrich Middelhauve hatte 1947 in Opladen zwei Verlage, den sozialwissenschaftlichen Westdeutschen Verlag und den schöngeistigen Friedrich Middelhauve Verlag, gegründet.

Als beachtlicher Anfangserfolg ihrer Verlagskarriere erwies sich die Veröffentlichung der ersten Erzählungen und Romane von Heinrich Böll. Dennoch wurde der Friedrich Middelhauve Verlag 1951/52 aus wirtschaftlichen Gründen auf Eis gelegt.

1961 belebte sie den Verlag wieder, um ihn später in Gertraud Middelhauve Verlag umzubenennen. Sie entwickelte ihn zum führenden Verlag für moderne Kinder- und Bilderbücher. Allein von Leo Lionni verlegte sie in 15 Jahren insgesamt 20 Bilderbücher mit einer Gesamtauflage von 1,5 Millionen Exemplaren. Sie gewann die besten Autoren, Zeichner und Grafiker für ihre Vision. Zum Star seit den achtziger Jahren entwickelte sich Helme Heine mit dem Titel Na warte, sagte Schwarte.

In acht Jahren hat sie mit ihm 18 Bilderbuchtitel veröffentlicht mit einer Gesamtauflage von 600.000 Exemplaren. Gertraud Middelhauve erhielt zahlreiche Kinder- und Jugendbuchpreise und Ehrungen für einzelne Bücher ihres Verlages und für ihr Lebenswerk.

1990 verkaufte sie aus Altersgründen ihren Verlag und zog in ein eigenes Anwesen nach Mallorca. Die meisten Originale ihrer Bilderbücher gab sie ins Bilderbuchmuseum Troisdorf in der Burg Wissem. Ein Teil von ihnen war 2003 in einer Bilderbuchausstellung der Bayerkulturabteilung zu sehen.

Gertraud Middelhauve starb nach schwerer Krankheit in einer Münchener Klinik im März 2004.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gertraud Middelhauve. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2004, S. 236 (15. März 2004, online).

Weblinks[Bearbeiten]