Gertrude Lübbe-Wolff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gertrude Lübbe-Wolff (* 31. Januar 1953 in Weitensfeld in Kärnten) ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin. Von 2002 bis 2014[1] war sie Richterin des Bundesverfassungsgerichts und in dieser Position Nachfolgerin von Jutta Limbach.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Harvard Law School wurde sie 1980 in Freiburg im Breisgau promoviert. Von 1979 bis 1987 war sie wissenschaftliche Assistentin in Bielefeld, im Jahr 1987 folgte die Habilitation für die Fächer öffentliches Recht, Verfassungsgeschichte der Neuzeit und Rechtsphilosophie. In den Jahren 1988 bis 1992 war Lübbe-Wolff Leiterin des Wasserschutzamtes in Bielefeld, danach nahm sie einen Ruf auf eine Professur für Öffentliches Recht an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld an. Im Jahre 2000 wurde Lübbe-Wolff mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreis, ausgezeichnet. Am 15. März 2002 wählte sie der Bundestag zur Verfassungsrichterin; 2002 bis 2014 gehörte Lübbe-Wolff dem zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts an.

Gertrude Lübbe-Wolff ist verheiratet mit dem Philosophen Michael Wolff und hat vier Kinder. Ihr Vater Hermann Lübbe ist emeritierter Professor für Philosophie und Politische Theorie an der Universität Zürich. Ihre Schwester Weyma Lübbe ist Professorin für Philosophie an der Universität Regensburg, ihre Schwester Anna Lübbe Professorin für Verfahrensrecht und außergerichtliche Konfliktlösung an der Hochschule Fulda.

Preise und Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Monographien
  • Rechtsfolgen und Realfolgen. Welche Rolle können Folgenerwägungen in der juristischen Regel- und Begriffsbildung spielen? Alber, Freiburg 1980 (online bei Leibniz Publik).
  • Die Grundrechte als Eingriffsabwehrrechte. Nomos, Baden-Baden 1988.
  • Modernisierung des Umweltordnungsrechts. Vollziehbarkeit – Deregulierung – Effizienz. Economica, Bonn 1996 (online bei Leibniz Publik).
  • Recht und Moral im Umweltschutz. Nomos, Baden-Baden 1999 (online bei Leibniz Publik).
Herausgeberschaften
  • Umweltschutz durch Kommunales Satzungsrecht. Erich Schmidt, Berlin 1993; 2. Auflage 1997.
  • mit Bernd Hansjürgens: Symbolische Umweltpolitik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.
  • mit Erik Gawel: Effizientes Umweltordnungsrecht – Kriterien und Grenzen. Nomos, Baden-Baden 2000.
Aufsätze
  • Globalisierung und Demokratie. Überlegungen am Beispiel der Wasserwirtschaft. In: Recht und Politik. 2004, H. 3, S. 130–143 (online bei Leibniz Publik).
  • Substantiierung und Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde. In: Europäische Grundrechte-Zeitschrift. 2004, S. 669–682.
  • ECtHR and national jurisdiction – The Görgülü Case. In: Humboldt Forum Recht. 2006, H. 12, S. 138–146 (online).
  • Homogenes Volk – über Homogenitätspostulate und Integration. In: Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik. 2007, S. 121–127 (online bei Leibniz Publik).
  • Die Aktualität der Hegelschen Rechtsphilosophie. In: Birgit Sandkaulen, Volker Gerhardt und Walter Jaeschke (Hrsg.): Gestalten des Bewußtseins. Genealogisches Denken im Kontext Hegels. Meiner, Hamburg 2009, S. 328–349 (online bei Leibniz Publik).
  • Who Has the Last Word? National and Transnational Courts – Conflict and Cooperation. In: Yearbook of European Law. Bd. 30 (2011), S. 86–99.
  • The Principle of Proportionality in the Case-Law oft he German Federal Constitutional Court. In: Human Rights Law Journal. 2014, S. 12–17.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesverfassungsgericht: Bundesverfassungsrichterin Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff scheidet aus dem Amt. Pressemitteilung 47/2014 vom 30. Mai 2014. Abgerufen am 2. Juni 2014.
  2. Damit der Staat nicht auf die Moralität seiner Bürger angewiesen ist in: FAZ vom 26. Juni 2012, Seite 31