Rentabilität

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Rentabilität ist der Oberbegriff für mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die das Verhältnis einer Erfolgsgröße (zum Beispiel Gewinn) zum eingesetzten Kapital wiedergeben:

\mathrm{Rentabilit\ddot{a}t} = \frac{\text{Gewinn}}{\text{Kapitaleinsatz}}

Die Rentabilität ist eine wichtige Kennzahl für den Erfolg eines Unternehmens und wird in der Regel als Prozentsatz angegeben. Oft wird der Begriff Rendite als Synonym für Rentabilität verwendet, wobei er sich besser als jährlicher Gesamtertrag einer Kapitalanlage beschreiben lässt und somit eher in der Finanzwelt anzusiedeln ist.[1]

In Abhängigkeit von der Bezugsgröße sind verschiedene Arten der Rentabilität zu unterscheiden; zusätzlich zu den unten genannten Rentabilitäten gibt es auch noch den Return on Investment.

Eigenkapitalrentabilität[Bearbeiten]

Die Eigenkapitalrentabilität (kurz: EKR, Unternehmerrentabilität; englisch: Return on Equity, abgekürzt: ROE) dokumentiert, wie sich das Eigenkapital eines Unternehmens innerhalb einer Rechnungsperiode verzinst hat. Ein Unternehmer oder Gesellschafter (Aktionär) kann anhand der Eigenkapitalrentabilität erkennen, ob seine Investition in das Unternehmen rentabel ist. Zur Berechnung setzt man den Jahresüberschuss (nach Steuern) ins Verhältnis zu dem zu Beginn der Periode zur Verfügung stehenden Eigenkapital:[2] Kapitalanlegern kann die Eigenkapitalrentabilität in Verbindung mit weiteren Kennzahlen Hinweise auf die zukünftige Unternehmensentwicklung geben. Eine außergewöhnlich niedrige EKR weist oft auf überbewertete Aktiva hin (mit der Gefahr zukünftiger Wertberichtigungen) oder auf unrentabel gebundenes Kapital, zum Beispiel in hohen Vorratsbeständen oder nicht mehr betriebsnotwendigem Anlagevermögen. Eine außergewöhnlich hohe EKR, sofern sie nicht auf einer außergewöhnlichen Marktstellung des Unternehmens beruht, spiegelt meist eine vorübergehende Ausnahmesituation wider, zum Beispiel durch außerordentliche Erträge oder einen konjunkturzyklischen Hochpunkt. Wenn die Unternehmensgewinne mit konstanter Rentabilität reinvestiert werden können, lässt die EKR – bereinigt um außerordentliche Ergebnisse und unter Berücksichtigung der Dividendenquote – Rückschlüsse auf das zukünftige Gewinnwachstum zu.

\mathrm{Eigenkapitalrentabilit\ddot at} = \frac{\mathrm{Gewinn}}{\ \mathrm{Eigenkapital}}

Da lediglich der dauerhaft erzielbare und operative Gewinn, bereinigt um außerordentliche Effekte sowie Zins- und Steuerzahlungen, eine für die Ermittlung der Rentabilität maßgebende Größe darstellt, kann die Eigenkapitalrentabilität auch durch Gegenüberstellung mit dem EBIT ermittelt werden:

\mathrm{Eigenkapitalrentabilit\ddot at} = \frac{\mathrm{EBIT}}{\ \mathrm{Eigenkapital}}

Leverage-Effekt[Bearbeiten]

Kommt zum Eigenkapital noch Fremdkapital hinzu und steigt dadurch der Gewinn, so steigt damit auch die Eigenkapitalrentabilität. Diesen Effekt nennt man Hebel- bzw. Leverage-Effekt.

Gesamtkapitalrentabilität[Bearbeiten]

Die Gesamtkapitalrentabilität (kurz: GKR, auch: Gesamtkapitalrendite, Kapitalrentabilität, Kapitalrendite, Unternehmensrentabilität, Unternehmensrendite, Return on Assets, RoA[3]) gibt an, wie effizient der Kapitaleinsatz eines Investitionsvorhabens innerhalb einer Abrechnungsperiode war. Durch den Einsatz dieser Kennzahl lassen sich die Nachteile der Eigenkapitalrentabilität, und somit die des Leverage-Effektes, umgehen.

Für die Gesamtkapitalrentabilität gilt:

\mbox{Gesamtkapitalrentabilität} = \frac{\mbox{Reingewinn} + \mbox{Fremdkapitalzinsen}}{\mbox{Gesamtkapital}} =\frac{\mbox{Reingewinn} + \mbox{Fremdkapitalzinsen}}{\mbox{Eigenkapital}+\mbox{Fremdkapital}}\,.

Das Gesamtkapital besteht aus Eigenkapital und Fremdkapital und wird auf der Passivseite der Bilanz aufgeführt. Unter Fremdkapital sind Darlehensschulden, kurzfristige Bankschulden, Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen zu verstehen. Der Reingewinn wird mittels Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermittelt. Die Fremdkapitalzinsen sind Betriebsausgaben und verringern den Reingewinn.

Umsatzrentabilität[Bearbeiten]

Die Umsatzrendite (auch: Umsatzrentabilität; englisch: Return on Sales, ROS, operating profit margin) bezeichnet das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz innerhalb einer Rechnungsperiode. Der Betrachter erkennt daraus, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn verblieben ist. Beispiel: Eine Umsatzrendite von 10 % entspricht einem Gewinn von 10 Cent je Euro Umsatz. Sofern keine außerordentlichen Faktoren vorliegen, liefert die Umsatzrendite Hinweise auf die Marktstellung eines Unternehmens. Je ausgeprägter dessen Alleinstellungsmerkmale, desto größer die erzielbare Umsatzrendite. Eine schwache Umsatzrendite – im unteren einstelligen Prozentbereich – deutet meist auf einen hart umkämpften, wettbewerbsintensiven Markt hin. Der Gewinn von Unternehmen mit hoher Umsatzrendite ist weniger anfällig für Schwankungen von Wechselkursen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen und sonstigen Aufwandspositionen.

\mbox{Umsatzrendite} = \frac{\mbox{Gewinn}}{\mbox{Umsatz}} \cdot 100 %

Bei einem Selbständigen ist der Gewinn abzüglich des kalkulatorischen Unternehmerlohns anzusetzen.

Varianten[Bearbeiten]

Wenn die Umsatzrendite wie oben angegeben berechnet wird, sind darin die auf den Gewinn entfallenden Steuern bereits abgezogen und somit auch Schwankungen des Steuersatzes, zum Beispiel bei Steuernachzahlungen oder der Nutzung von Verlustvorträgen enthalten. Für die vergleichende Bewertung der Rentabilität verschiedener Unternehmen oder Rechnungsperioden ist daher der Gewinn vor Steuern als Basis hilfreich, die Brutto-Umsatzrendite oder Vorsteuermarge:

\mbox{Brutto-Umsatzrendite} = \frac{\mbox{Gewinn vor Steuern}}{\mbox{Umsatz}} \cdot 100 %

Eine noch weiter gehende Normalisierung ignoriert zusätzlich die Fremdkapitalkosten und berechnet die EBIT-Marge (EBIT: Earnings before interest and taxes, Gewinn vor Zinsen und Steuern) als Maß für die operative Rentabilität.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alisch Katrin, Eggert Winter, Ute Arentzen: Gabler Wirtschaftslexikon. 8 Bde. Gabler-Verlag, 2005, ISBN 3-409-10386-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alisch (2005): Gabler Wirtschaftslexikon, Gabler Verlag, ISBN 3409103864
  2. FAZ: Eigenkapitalrendite – Was ist das? Abgerufen am 17. Februar 2011.
  3. Linguee.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Rentabilität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen