Geschichte Guatemalas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die wechselhafte Geschichte Guatemalas erstreckt sich von 300 n. Chr., dem Beginn der Maya-Kultur, bis in die heutige Zeit.

Maya[Bearbeiten]

Von 300 bis 900 n. Chr. herrschten die Maya über die Region des heutigen Guatemala und viele umliegende Regionen. Die bekannteste Stätte der Maya ist Tikal im Petén-Gebiet im Norden des Hochlands. Etwa 3.000 Gebäude, darunter auch Tempelpyramiden, breiteten sich über eine etwa 15 km² große Fläche aus. Rund 40 Kilometer von Tikal entfernt befindet sich eine weitere Mayastätte Cival, mit einer 27 Meter hohen Stufenpyramide. Die Maya verließen das Gebiet jedoch etwa im 10. Jh. aufgrund von Klimaveränderungen, Dürren und ökologischen Zerstörungen. In der Folge wurden im Bergland im Süden des heutigen Guatemala kleinere Reiche gegründet. Zu erwähnen sind vor allem das Reich der Quiché mit den Städten Utatlán, Mixco Viejo und Zapotitlan, das Reich Tzutuhi um Atitlán sowie das Reich von Cakchiquel östlich davon.

Kolonisation[Bearbeiten]

1511 landeten die Spanier in Südamerika und eroberten 1524 unter Pedro de Alvarado von Mexiko aus die genannten Reiche im Hochland, während der Eroberer Mexikos, Hernán Cortés, den Weg weiter nördlich nahm und vom Golf von Mexiko über das Gebiet um den Petén-See zum Golf von Honduras nahm. Die schwer zugängliche Westküste des Golfes von Honduras wurde schließlich 1527 von Montejo und 1531 von Davila erkundet. Das Land wurde Teil des 1535 gegründeten Vizekönigreiches Neuspanien, wobei sich die 1524 erbaute Stadt Ciudad Vieja zu einem regionalen Verwaltungszentrum des Generalkapitanats Guatemala entwickelte. Die Stadt wurde 1542 durch Überschwemmungen und ein Erdbeben zerstört, so dass der Sitz der Regionalregierung 1543 nach Santiago de los Caballeros (das heutige Antigua) verlegt werden musste. Da auch diese Stadt 1773 zerstört wurde, musste erneut ein neuer Verwaltungssitz gefunden werden; seit 1776 befand sich aber die regionale Verwaltung im heutigen Guatemala-Stadt. Die Spanier konnten nicht verhindern, dass sich 1639 die Briten in Britisch-Honduras (später: Belize) festsetzen, woraus sich ein Streit entwickelte, der zwischen beiden Gebieten bis heute andauert.

Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Am 15. September 1821 erklärte sich Guatemala von Spanien unabhängig und schloss sich zunächst auf Betreiben Gabino Gaínzas dem gerade unabhängig gewordenen Kaiserreich Mexiko an. Nach der Trennung von Mexiko 1823 trat es der Zentralamerikanischen Konföderation bei. Diese Konföderation, die vom Liberalen Francisco Morazán geführt wurde, stieß jedoch auf den Widerstand konservativer Sezessionsbestrebungen in Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica, und zerbrach im Verlauf des Krieges 1838-1840. So erreichte Guatemala, das sich 1839 zur Republik erklärt hatte, die Eigenstaatlichkeit. De facto wurde der junge Rafael Carrera, der die Rebellion gegen die Konföderation in Guatemala angeführt hatte, der starke Mann des Landes.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Guatemala wurde meist von Diktatoren aller politischen Richtungen (so genannten Caudillos) regiert, die ihre jeweilige Macht durch die Unterstützung des Militärs erhielten. Es waren dies:

  • 1844-1848 sowie von 1851-1865: Rafael Carrera. Der klerikal-konservative und aus einfachsten Verhältnissen stammende Carrera wurde 1844 mit 30 Jahren zum Präsidenten gewählt; auf Grund seiner Erfolge im Kampf mit der Konföderationsregierung war er sehr populär. 1845 schlug er einen Restaurationsversuch von Konföderierten nieder. 1851 besiegte er erneut konföderierte Truppen, die von El Salvador und Honduras aus operierten, bei La Arada. 1854 wurde er Präsident auf Lebenszeit. Er schloss 1859 den Vertrag zur Festlegung der Grenze mit Belize. 1863 erlitt Guatemala in einem Krieg mit dem Nachbarn El Salvador eine demütigende Niederlage bei Coatepeque und verbündete sich in der Folge mit Costa Rica, während El Salvador eine Allianz mit Nicaragua und Honduras einging. Bei einem erneuten Feldzug gelang Carrera ein Sieg gegen seine Gegner, bei dem den Guatemalteken die Einnahme San Salvadors gelang, so dass die Vorherrschaft Guatemalas in Mittelamerika anerkannt wurde. Carrera bestimmte die guatemaltekische Politik bis zum Jahre 1865, als er das Präsidentenamt abgab. Gewählt wurde der von ihm bevorzugte Kandidat, General Vincente Cerna.
  • 1871-1885 Justo Rufino Barrios. Er führte 1871 gegen Cerna eine "liberale Revolution" durch. Zunächst wurde sein Mitstreiter Garcia Granados Präsident, der aber im Juni 1873 gestürzt wurde, so dass Barrios zum neuen Präsidenten erklärt wurde. Barrios organisierte die Modernisierung des Landes und sorgte u.a. für Presse- und Religionsfreiheit, Kirchenbesitz wurde verstaatlicht. Guatemala erhielt erste Eisenbahnlinien und ein Trelegraphennetz sowie eine landesweite Schulversorgung. 1879 erhielt Guatemala zudem erstmals eine eigene Verfassung, nachdem die konservativen Vorgänger diktatorisch auf dem Verordnungswege regiert hatten. Barrios verbesserte den Handel und ließ neue Feldfrüchte anbauen. Während seiner Regierungszeit wurde der Kaffee zum wichtigen Anbauprodukt. Die indigene Bevölkerung verpflichtete er zu Arbeitseinsätzen. Barrios hatte Bestrebungen, Zentralamerika wieder zu vereinen und führte das Land in einen erfolglosen Krieg gegen El Salvador. Er starb 1885 auf dem Schlachtfeld von Chalchuapa. Auf die kurze Übergangsregierung von Alejandro Sinibaldi (er amtierte zwei Wochen) folgte Manuel Barillas.
  • 1886-1892 Manuel Lisandro Barillas Bercián; Er wurde 1886 offiziell für 6 Jahre zum Staatspräsidenten gewählt und setzte die von Barrios eingeleiteten Reformen fort.
  • 1892-1898 José María Reina Barrios: Der Liberale Reina Barrios (genannt Reinita) hatte mit wachsendem Widerstand von Seiten des Großgrundbesitzes zu kämpfen, sorgte im Übrigen für eine Neugestaltung der Hauptstadt nach Pariser Vorbild. Die Umsetzung dieser Pläne verschlang allerdings hohe Summen und sorgte für eine Inflation, so dass er bald sehr unpopulär wurde. Reina Barrios fiel 1898 einem Attentat zum Opfer.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auch das 20. Jahrhundert war politisch geprägt durch Diktatoren und zum Teil erfolgreiche Putschversuche. Bemerkenswert ist die dreijährige Regierungszeit von 1951 bis 1954 unter Jacobo Árbenz Guzmán, die dieses Mal nahezu offensichtlich durch Intervention der USA beendet wurde, um keinen Dominostein in ihrem Hinterland fallen zu sehen. Die Regierungen im Einzelnen:

Von Cabrera bis Guzman[Bearbeiten]

  • 1898–1920 Manuel Estrada Cabrera holte US-Investoren ins Land, enteignete 1917 deutsches Vermögen. Seine Herrschaft galt als nahezu diktatorisch, so dass sich auch gegen ihn Widerstand erhob. Eine Revolte im Jahr 1906, die durch Nachbarstaaten unterstützt wurde, konnte er aber niederwerfen, zumal er sich mit dem mexikanischen Diktator Porfirio Diaz verbündete. In seiner Amtszeit etablierte sich 1901 die US-amerikanische United Fruit Company zur einflussreichsten Kraft im Staat.[1]
  • 1920–1930 Carlos Herrera y Luna (1920–1922), José María Orellana Pinto (1922–1926) und Lázaro Chacón González waren in den Zwanziger Jahren nacheinander Staatspräsidenten von Guatemala. Sie setzten die US-freundliche Politik Estrada Cabreras fort. Zugleich wurde die panamerikanische Zusammenarbeit intensiviert (1928: Kongress von Havanna).
  • 1930 Putsch; Die Nachfolge von Chacón war umstritten; zunächst amtierte Bautillo Palma, der aber im November bereits nach wenigen Tagen von General Manuel María Orellana Contreras gestürzt wurde. Seine Machtergreifung wurde allerdings von den USA nicht anerkannt, so dass auch er nach kurzer Zeit zurücktreten musste. Es folgte die, ebenfalls kurze, Amtszeit von José María Reina Andrade. Erst die Wahl von Jorge Ubico und dessen Amtseinführung im Februar 1931 sorgte wieder für eine kontinuierliche Staatsführung.
  • 1931–1944: General Jorge Ubico Castañeda: Als Exponent der liberal-progressiven Partei gewählt, entwickelte sich seine Regierung bald zu einer Diktatur, in der Intellektuelle, Journalisten und Schriftsteller, die seine Regierungsweise kritisierten, verfolgt wurden. Als die populäre Künstlerin Maria Chinchilla dem staatlichen Terror 1944 zum Opfer fiel und auch der Politiker Juan José Arevalo inhaftiert wurde, kam es zu einem Generalstreik und einem von der Armee geführten Umsturz, Ubico musste in die USA flüchten. Es folgte eine Militärjunta aus drei Generälen (Federico Ponce Valdez, Eduardo Villagrán Ariza und Buenaventura Pineda), von denen Ponce Valdez das Amt des Staatsoberhaupts erlangte. Auf ihn folgte Jacobo Árbenz Guzmán.[2]
  • 1944–1945 Jacobo Árbenz Guzmán: Seine erste Amtszeit betrug nur wenige Monate. In dieser Zeit wurden allerdings mit einer neuen Verfassung die Weichen für eine liberalere Staatsorganisation gestellt.
  • 1945–1951 Juan José Arévalo Bermejo: Er kehrte nach der politischen Wende in seiner Heimat aus dem Exil zurück und setzte sich als Präsident für soziale Reformen ein. Sein Programm des „geistigen Sozialismus“ (auch Arévalismo) wurde besonders von der USA mit Argwohn begleitet, tatsächlich hielten sich aber die konkreten wirtschaftlichen Änderungen in Grenzen. Immerhin sorgte die freie Meinungsäußerung der Linken nach den Jahren der Diktatur für ein offeneres politisches Klima in Guatemala. Ein Sozialversicherungssystem wurde eingeführt, ebenso eine moderne Arbeitsgesetzgebung, die Banken wurden unter Staatsaufsicht gestellt, den Gemeinden Selbstverwaltungsrechte zugestanden, die Alphabetisierung gefördert.[3] Wie erst 2010 bekannt wurde, sind in der Zeit von 1946-48 durch den amerikanischen Arzt John Charles Cutler geheimgehaltene Menschenversuche mit Syphilis durchgeführt worden.
  • 1951–1954 Jacobo Árbenz Guzmán: Er setzte in seiner Amtszeit die Reformen von Arévalo fort. Der Arbeitsbeschaffung und der Verbesserung der Infrastruktur dienten der Bau der ersten Autobahn und eines großen Wasserkraftwerks. Außerdem setzte er eine Agrarreform durch, die den Kleinbauern zugutekam, wobei die Legalisierung der linken guatemaltekischen Arbeiterpartei die Durchsetzung der Interessen von Bauern und Arbeitern beförderte. Die USA reagierten auf diese Entwicklung mit zunehmender Sorge um ihren Einfluss im Land, zumal Arbenz Guzman entschlossen war, auch die United Fruit zu verstaatlichen. United Fruits war zu dieser Zeit der größte private Landbesitzer in Guatemala. Das 1952 zustande gekommene Landreformgesetz gab der Regierung die Möglichkeit, Brachland unter bestimmten eng gefassten Bedingungen gegen Zahlung einer Entschädigung an Kleinbauern zu übertragen. United Fruit war mit einer Brachquote von 85 Prozent einer der Hauptbetroffenen des neuen Gesetzes. Als die Regierung eine Entschädigung von drei Dollar pro Acre anbot, dem Wert wie er von United Fruit in der Steuerklärung angegeben worden war, machte das Unternehmen geltend, dass das Land tatsächlich 75 Dollar pro Acre wert sei. Über ausgezeichnete Kontakte zur damaligen US-Regierung verfügend (der Bruder des United-Fruit-Präsidenten war im US-Außenministerium für Lateinamerika zuständig, der Außenminister selbst hatte für United Fruit gearbeitet und dessen Bruder war sowohl Direktor der CIA als auch im Vorstand des Unternehmens)[4] startete United Fruits in den USA eine Public-Relations-Kampagne gegen Arbenz: Es sollte der Eindruck erweckt werden, das Guatemala Gefahr lief, ein Satellitenstaat unter sowjetischer Führung zu werden. Die US-Politiker und United Fruits entschlossen sich daher, konservative Kräfte zu unterstützen, die sich den Sturz Arbenz Guzmans zum Ziel gesetzt hatten: Die so genannte Operation PBSUCCESS wurde von der CIA unterstützt, mit deren Hilfe eine kleine „Befreiungsarmee“ unter Colonel Carlos Castillo Armas von Honduras aus in Guatemala einfiel und die Regierung stürzte. Dem Coup waren Bombardierungen durch US-Piloten auf Guatemala-Stadt vorausgegangen.[5]

Die Militärdiktaturen in der zweiten Hälfte des 20. Jhd.[Bearbeiten]

Es folgte eine Reihe von Militärregimes, unter deren Herrschaft 150.000–250.000 Guatemalteken ums Leben kamen:

  • 1954–1957 Carlos Castillo Armas: Er verkündete eine neue Verfassung, die die Reformen rückgängig machte und seine eigene autoritäre Regierung legitimieren sollte. Wie bereits in den 1930er Jahren wurde die linke Opposition verfolgt. Castillo kam bei einem Attentat ums Leben.
  • 1957–1958 Guillermo Flores Avendaño: Nach dem Tod González López’ folgte zunächst eine mehrköpfige Militärjunta, innerhalb der sich Flores Avendaño schnell durchsetzen konnte. Tatsächlich war er aber nur Übergangspräsident bis zur Abhaltung von Wahlen 1958, deren Verlauf und Ergebnis einer massiven Beeinflussung durch das rechte Lager unterlag.
  • 1958–1963 José Miguel Ramón Idígoras Fuentes: Als Verbündeter der USA unterstützte er den fehlgeschlagenen Invasionsversuch von Exilkubanern in der Schweinebucht. Seit 1962 führte die Linksopposition in Guatemala vermehrt Guerillaoperationen durch.
  • 1963–1966 Enrique Peralta Azurdia: Guatemala erhielt 1965 eine neue Verfassung, die das autoritäre Regierungssystem etwas liberalisierte. Gewerkschaften wurden zugelassen, ein neues Bürgerliches Gesetzbuch verabschiedet und eine Reihe weiterer vorsichtiger Liberalisierungsmaßnahmen in die Wege geleitet.
  • 1966–1970 Julio César Méndez Montenegro: Offiziell „dritter Regierungschef der Revolution“ (nach Juan José Arévalo und Jacobo Árbenz), da er im Zeitraum 1954–1986 der einzige zivile Präsident Guatemalas war. Der frühere Hochschulprofessor setzte sich besonders für Bildungsreformen ein. Sein Ziel war eine „integrale und funktionale Demokratie“, in der allerdings weiter die Konservativen und das Militär die letzte Entscheidungsgewalt besaßen.
  • 1970–1974 Carlos Arana Osorio: Der General war ein Vertreter der rechtskonservativen MLN. Er verhängte angesichts verstärkter Guerillakämpfe den Ausnahmezustand über das Land und verstärkte die Verfolgung Oppositioneller.
  • 1974–1978 Kjell Eugenio Laugerud García: Der General erneuerte die Ansprüche Guatemalas auf Belize, das bis 1982 noch britische Kolonie war. 1976 wurde Guatemala von einem schweren Erdbeben erschüttert.
  • 1978–1982 Fernando Romeo Lucas García: Er setzte sich für vorsichtige Reformen des autoritären Regimes ein, wurde aber schließlich durch einen von der CIA unterstützten Putsch des Generals Ríos Montt gestürzt.
  • 1982–1983 Efrain Ríos Montt: Ríos Montt wurde im Land meist einfach nur „der General“ genannt. Er setzte die Verfassung außer Kraft und löste das Parlament auf. Den Ausschreitungen während der Herrschaft dieses leidenschaftlichen Antikommunisten fielen allein zwischen März und Juli 1982 über 10.000 Einwohner, darunter zahlreiche Indigene, zum Opfer. Der Präsident bestritt später, von den zahlreichen Massakern gewusst zu haben. Zugleich versuchte er große Teile der Bevölkerung durch Arbeitsbeschaffungsprojekte und die kostengünstige Verteilung von Dünger für sich zu gewinnen. Er konvertierte vom Katholizismus zur baptistischen Konfession, was ihn zwar teilweise von den Katholiken des eigenen Landes entfremdete, ihm aber in den USA zusätzliche Sympathien einbrachte. Gegen den Widerstand des US-Kongresses ließ die Regierung Ronald Reagans ihm militärische Hilfslieferungen zukommen. Ríos Montt wurde schließlich durch einen unblutigen Putsch gestürzt. Es war der vierte während seiner Amtszeit und brachte Óscar Humberto Mejía Víctores an die Macht.
  • 1983–1986 Óscar Humberto Mejía Víctores: Auch unter Ríos Montts Nachfolger, einem General und früheren Verteidigungsminister, ging die gewaltsame Verfolgung der Opposition und der Guerrilleros weiter. Sein Staatsstreich wandte sich lediglich gegen den Evangelikalismus seines Vorgängers, der seinen Kampf gegen die Linken als heiligen Krieg gerechtfertigt hatte. Mejia betonte dagegen die konservativ-nationalen Traditionen Guatemalas und setzte sich auch für ältere Militärs ein, die sein Vorgänger durch eine jüngere Generation ersetzt hatte.

Regierungen seit dem Jahr 1986[Bearbeiten]

  • 1986-1991 Marco Vinicio Cerezo Arévalo: Cerezo stammte aus einer liberalen Familie und war ein Vertreter der Christdemokraten. Als gewählter Präsident, der erste Zivilist in diesem Amt seit 1966, setzte er sich erstmals für einen Dialog mit den linken Rebellen ein und berief einen nationalen Rat der Versöhnung. Da aber zugleich die Entführungen und Ermordungen weitergingen, scheiterten die Verhandlungen. Zudem führten massive Preiserhöhungen zu Generalstreiks, während die Regierung außerdem zwei Putschversuche durch Militärs abwehren musste. Cerezo garantierte, dass die Präsidentenwahl seines Nachfolgers frei und fair erfolgen sollte, so dass der Machtwechsel von 1991 der erste demokratisch legitimierte seit Jahrzehnten war.
  • 1991-1993 Jorge Serrano Elías: Er trat als Kandidat der Demokratischen Partei der Nationalen Zusammenarbeit auf und gewann die Präsidentenwahl mit 68 % obwohl seine Partei im Parlament nur über 18 der 116 Sitze verfügte. Er anerkannte die Unabhängigkeit Belizes und stellte das Militär unter zivile Kontrolle. Außerdem gelang es ihm mit einer liberalen Wirtschaftspolitik, Inflation und Arbeitslosigkeit einzudämmen. Im Jahre 1993 zeigten sich allerdings auch wieder autoritäre Züge seiner Regierung, als er das Parlament und den Obersten Gerichtshof auflösen ließ mit der Begründung, damit gegen Korruption vorgehen zu wollen. Allerdings stieß dieser Verfassungsbruch auf heftigen Widerstand der Opposition und musste bald zurückgenommen werden. Die politische Reaktion war jedoch so massiv, dass sich Serrano gezwungen sah, zurückzutreten und ins Exil zu gehen. Für einige Tage amtierte Gustavo Adolfo Espina Salguero, Serranos Vizepräsident, als Übergangspräsident, der dann aber die Macht an Ramiro de León Carpio abgeben musste.
  • 1993-1996 Ramiro de León Carpio: Er erneuerte die Friedensgespräche mit den Rebellen der URNG, diesmal allerdings unter internationaler Beteiligung (UNO, OAS). Zugleich sicherte er die Entwaffnung der rechten Milizen der PAC, die für mehrere Massaker verantwortlich gemacht wurden, zu. Die Ermordung des Obersten Richters des Landes sowie ein weiteres Massaker bedrohten zwar den Friedensprozess, dennoch konnten 1994 freie Parlamentswahlen abgehalten werden, die erstmals von den Präsidentenwahlen getrennt abgehalten wurden.
  • 1996-2000 Álvaro Arzú Irigoyen: Der Kandidat der konservativen PAN gewann die Parlamentswahl knapp mit 51 %. Ihm gelang es, ein Friedensabkommen mit den linken Rebellen zu unterzeichnen, wie er es im Wahlkampf angekündigt hatte. Damit kam 1996 ein langwieriger Verhandlungsprozess zu einem Abschluss, der mit der Osloer Vereinbarung von 1990 begonnen hatte. Die URNG der Guerrilleros wurde als politische Partei zugelassen.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

  • 2000-2004 Alfonso Antonio Portillo Cabrera: Er gewann die Präsidentschaftswahlen als Kandidat der Republikanischen Front Guatemalas mit 68 %. Er hatte sich den Kampf gegen die Korruption und gegen soziale Ungerechtigkeiten im Land ausgesprochen, konnte aber in seiner Amtszeit den massiven Problemen des Landes kaum wirksam begegnen. Die Korruption nahm eher noch zu und die Opposition deckte schwarze Konten führender Politiker der Partei Portillos im Ausland auf, wobei es um Summen von mehreren hundert Mio. Dollar ging.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
  • 2004-2008 Óscar Berger Perdomo: Er gewann die Präsidentschaftswahlen mit 54 %, im ersten Wahlgang war auch der frühere Diktator Rios Montt angetreten. Er war früher Bürgermeister der Hauptstadt und vertritt die konservative Nationale Allianz. Die Situation der Menschenrechte hat sich seit seinem Amtsantritt weiter verschlechtert. Die Anzahl der Landkonflikte hat sich erhöht und wurden teilweise mit Gewalt (mehrere Tote, z.B. auf der Finca Nueva Linda) niedergeschlagen.
    • Ende 2004 lief die Mission der Vereinten Nationen in Guatemala zur Überwachung der Friedensverträge aus.
    • 2005, Oktober: Guatemala wurde von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen. Sintflutartige Regenfälle verursachten Schlammlawinen, Erdrutsche und Überschwemmungen. Ganze Dörfer wurden verschüttet, die Infrastruktur schwer beschädigt. Mehr als 1.000 Menschen verloren ihr Leben. Die Kaffee-Ernte wurde stark beeinträchtigt, die Wirtschaft erlitt großen Schaden.
    • Óscar Berger Perdomo verzichtete auf eine zweite Kandidatur bei den Wahlen 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geschichte Guatemalas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephen Schlesinger, Stephen Kinzer: Bananen-Krieg - CIA-Putsch in Guatemala, Ernst Kabel Verlag GmbH, Hamburg 1984, ISBN 3-921909-52-X, S. 72 ff.
  2. Stephen Schlesinger, Stephen Kinzer: Bananen-Krieg - CIA-Putsch in Guatemala, Ernst Kabel Verlag GmbH, Hamburg 1984, ISBN 3-921909-52-X, S. 7 ff.
  3. Stephen Schlesinger, Stephen Kinzer: Bananen-Krieg - CIA-Putsch in Guatemala, Ernst Kabel Verlag GmbH, Hamburg 1984, ISBN 3-921909-52-X, S. 33 ff. und 44–56.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPeter Mühlbauer: Der Geheimdienst und die Börse. In: Telepolis. Heise Zeitschriften Verlag, 3. November 2008, abgerufen am 3. November 2008.
  5. Stephen Schlesinger, Stephen Kinzer: Bananen-Krieg - CIA-Putsch in Guatemala. Ernst Kabel Verlag GmbH, Hamburg 1984, ISBN 3-921909-52-X, S. 72–86.
  6. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7440556_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  7. FAZ: Guatemala rückt nach links