Geschichte Liechtensteins

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Artikel beschreibt die Geschichte Liechtensteins. Der heutige Staat Liechtenstein entstand 1719 aus der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg, die bereits seit 1434 unter gemeinsamer Verwaltung standen. Seit damals beherrschen die Fürsten von Liechtenstein das 160 km² grosse Gebiet am Alpenrhein.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde auf dem Gutenberg sowie auf dem Eschnerberg (Fundplatz Borscht) weisen nach, dass das heutige Gebiet Liechtensteins seit der Jungsteinzeit (5. Jahrtausend v. Chr.) besiedelt ist. Auf dem Gutenberg sind Kultfiguren aus Bronze entdeckt worden. Da das Tal vom Rhein häufig überschwemmt war und dadurch sumpfig war, waren nur die höher gelegenen Gebiete besiedelt.

Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. war das Gebiet von Rätern (Vennonen) besiedelt. Es sind auch keltische (Vindeliker) Einflüsse feststellbar.

Römisches Reich[Bearbeiten]

Im Jahre 15 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Fürstentums zur römischen Provinz Rätien erklärt. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde eine Heerstrasse gebaut, die von Italien über dem Splügen sowie Chur durch das heutige Liechtenstein nach Bregenz führte. Entlang dieser Strasse entstanden in Liechtenstein römische Gasthäuser. Mit der Zeit vermischte sich die Sprache der Ureinwohner mit der Sprache der Römer, Latein. Daraus entstand die Rätoromanische Sprache.

Im 4. Jahrhundert begann die Christianisierung in der Provinz Churrätien. Als erster Glaubensbote wurde der Heilige Luzius verehrt. Ein Merkmal des spätrömischen Reiches sind die Reste eines Kastells, welches um diese Zeit in Schaan gebaut wurde, um die nördlichen Alemannen abzuwehren.

Mittelalter[Bearbeiten]

Frühmittelalter[Bearbeiten]

Nachdem das Römische Reich zerfallen war, konnte man im heutigen Liechtenstein eine Zuwanderung der Alemannen feststellen. Im 8. Jahrhundert wurde Rätien ins fränkische Reich eingebunden. Unter Karl dem Grossen wurde 806 die fränkische Gaugrafschaftsverfassung eingeführt. 842 wurden erstmals Orte und Personen aus dem heutigen Fürstentum aufgelistet, so unter anderem Balzers, Schaan und Eschen (Rätische Urbar, wo alle königlichen Güter aufgezeichnet waren).

Grafschaften[Bearbeiten]

Zwischen dem 10. Jahrhundert und 1152 gehörte Rätien dem Grafen von Bregenz. Nachdem die Grafen von Bregenz ausstarben, wurde das ehemalige Rätien durch Erbteilungen aufgesplittert.

Das Unterrätien ging daher an die Grafen von Montfort, die sich später in die Linien Montfort und Werdenberg aufteilten. Die Grafschaft Werdenberg wurde wiederum aufgeteilt, so entstand durch eine Erbteilung 1342 die Grafschaft Vaduz.

1379 verlieh König Wenzel dem Grafen Heinrich von Werdenberg die Gerichtshoheit. 1396 wird die Grafschaft Vaduz reichsunmittelbar, bestätigt durch den König Wenzel, und untersteht damit dem Kaiser direkt. Damit war ein Aufbau der Landeshoheit möglich. In den folgenden Jahrhunderten wurde den Herrschern von Vaduz die Reichsunmittelbarkeit immer wieder bestätigt.

Formierung der heutigen Staatsgrenze[Bearbeiten]

Die Grafen von Vaduz starben 1416 aus. Als Herrscher folgten die Freiherren von Brandis, welche aus dem Emmental stammten. Sie erwarben zudem den nördlichen Teil der Herrschaft Schellenberg. So wurde 1434 das Oberland (des Freiherren von Brandis) sowie das Unterland (der Herrschaft Schellenberg) vereinigt. Die Grenzen dieser beiden Herrschaften bilden die heutige Grenze des Fürstentums Liechtenstein.

Kriege[Bearbeiten]

Das 15. Jahrhundert in Liechtenstein war von Kriegen geprägt: dem Alten Zürcherkrieg (1444–1446), dem Schwabenkrieg (1499–1500) sowie dem Appenzellerkrieg (1505). Diese Kriege brachten den Herrschaften viele Zerstörungen, Plündereien und Brände. Die grösste Bedeutung hatte der Schwabenkrieg, da seitdem der Rhein die definitive Grenze zwischen der Schweizer Eidgenossenschaft sowie dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bedeutete. So geriet das spätere Fürstentum Liechtenstein für viele Jahrhunderte in eine Randlage.

Weiterentwicklung im 16. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der letzte Freiherr von Brandis verkaufte 1510 die Herrschaften Vaduz und Schellenberg an die Grafen von Sulz, welche Liechtenstein bis 1613 von der dazu gehörenden Landgrafschaft Klettgau aus regierten. Die katholisch geprägte Grafschaft sorgte dafür, dass die beiden Herrschaften mit der Reformation nicht in Berührung kamen. Die Zeiten unter den Grafen von Sulz galten als friedliche Zeiten. Die Einheimischen beider Herrschaften bekamen Rechte, Gerichte und konnten einen Landammann sowie zwölf Richter bestellen.

1613 verkauften die Grafen von Sulz die Herrschaften Vaduz und Schellenberg an die Grafen von Hohenems, die im Begriff waren, einen Pufferstaat zwischen Österreich und der Schweiz aufzubauen.

Dreissigjähriger Krieg und Pest[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert wütete die Pest in den Herrschaften. Auch der Dreissigjährige Krieg forderte Opfer, obwohl die beiden Herrschaften nicht direkt am Krieg beteiligt waren. Die Grafen von Hohenems gerieten zudem in Schulden und mussten daher unter anderem Vaduz und Schellenberg verkaufen.

Herrschaft der Fürsten von Liechtenstein[Bearbeiten]

Kauf der Herrschaften durch die Fürsten von Liechtenstein[Bearbeiten]

Das Geschlecht Liechtenstein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Haus Liechtenstein
Historisches[Bearbeiten]

Das Liechtensteinische Fürstenhaus zählt zu den ältesten Adelsfamilien Europas. Um 1136 wird mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt. Er nannte sich nach der Burg Liechtenstein, welche sich südlich von Wien befindet. Das Material für diese Burg stammt aus einem Römersteinbruch, von woher der Name lichten Stein stammen könnte. In der Folge besass die Familie Liechtenstein viele Ländereien in Niederösterreich, Böhmen und Mähren. Dokumentiert ist auch ein Ulrich von Liechtenstein, welcher ein mittelhochdeutscher Dichter im 13. Jahrhundert war.

Kauf von reichsunmittelbarem Besitz[Bearbeiten]

Liechtenstein war das südlichste Mitglied des Schwäbischen Reichskreises (rot gefärbt)

1608 wurde die Familie Liechtenstein in den Fürstenstand erhoben. Damit sie aber zum Reichsfürstenrat zugelassen werden konnte, benötigte sie reichsunmittelbaren Besitz.

So wurde der Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein auf die Herrschaften Schellenberg und Vaduz aufmerksam. Die Grafen von Hohenems verkaufte die Herrschaft Schellenberg 1699 und die Herrschaft Vaduz 1712 an den Fürsten von Liechtenstein.

Am 23. Januar 1719 erhob Kaiser Karl VI. seinem Diener Fürst Anton Florian von Liechtenstein die beiden Herrschaften Vaduz und Schellenberg zu einem Reichsfürstentum mit Namen Liechtenstein. Dieser Tag gilt bis heute als der Geburtstag Liechtensteins. Es ist zudem in der Geschichte eine Seltenheit, dass der Name eines Staates von einem Herrschergeschlecht herrührt.

Obwohl der Fürst von Liechtenstein das Land regierte, kannte er es nicht. Er lebte weiterhin in Wien und liess Liechtenstein durch Landvögte verwalten – im Geiste des Absolutismus, was zu Konflikten mit der Bevölkerung führte.

Liechtenstein war das südlichste Mitglied des Schwäbischen Reichskreises.

Erlangung der Souveränität unter Napoleon[Bearbeiten]

Liechtenstein wurde zum letzten Mal Kriegsschauplatz, als die Franzosen unter Napoléon Bonaparte Liechtenstein 1799 durchquerten, um das nahe gelegene Feldkirch zu belagern.

Am 12. Juli 1806 erlangte das Fürstentum seine Souveränität durch die Aufnahme in den Rheinbund, nachdem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst worden war. Es war eine politische Geste Napoleons gegenüber dem regierenden Fürsten Johann I. Josef.

Auf dem Wiener Kongress wurde Liechtenstein ab Februar 1815 durch den reussischen Vizekanzler Georg Walter Vincent von Wiese vertreten. Der Kongress nahm Liechtenstein als selbstständigen Kleinstaat in den Deutschen Bund auf. Liechtenstein wurde damit zum einzigen deutschen Kleinstaat neben Luxemburg, der seine Souveränität bis heute bewahren konnte.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die wirtschaftliche Isolation Liechtensteins zu einem Nachteil, während sich seine Nachbarstaaten allmählich industrialisierten. Hinderlich wirkten sich auch die hohen Abgabenlasten an den Staat aus. Progressive Reformen wurden vom Fürsten abgelehnt. Im europäischen Revolutionsjahr 1848 drohte auch in Liechtenstein eine Revolution; letztlich aber blieb es beim Absolutismus.

Aufschwung und Verfassung[Bearbeiten]

Durch einen Zollvertrag mit Österreich-Ungarn 1852 lief die Wirtschaft mit Schwerpunkt auf der Textilindustrie besser. 1858 wurde Johann II. Fürst von Liechtenstein. Er regierte das Fürstentum 71 Jahre lang bis zu seinem Tod 1929. 1861 erhielt Liechtenstein die erste Bank. 1862 trat eine neue konstitutionelle Verfassung in Kraft, die den Landtag als Volksvertretung vorsieht. Der Fürst regierte das Land weiterhin, doch der Landtag konnte in der Gesetzgebung nicht mehr übergangen werden. Im gleichen Jahr erschien zudem die erste Zeitung. Nach der Auflösung des Deutschen Bundes im Jahr 1866 wurde 1868 das Militär abgeschafft, welches bis dahin eine grosse finanzielle Belastung gewesen war.

Ende des 19. Jahrhunderts setzte der Tourismus ein. Die Textilindustrie bot im Wesentlichen Arbeitsplätze für Frauen, jedoch kaum für Männer. Infolgedessen wanderten viele nach Amerika aus.

Erster Weltkrieg und Folgen[Bearbeiten]

Liechtenstein blieb im Ersten Weltkrieg neutral, wurde aber von den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Österreich schwer getroffen. Die Textilbetriebe wurden stillgelegt und die Bevölkerung litt an Hunger. Erspartes wurde durch die Inflation wertlos. Der Ruf nach einer demokratischen Verfassung wurde, zuletzt dank der 1918 gegründeten Christlich-Sozialen Volkspartei und Fortschrittliche Bürgerpartei immer grösser. Die Verfassung mit direktdemokratischen Elementen wie Volksinitiative und Referendum wurde 1921 nach Verhandlungen zwischen dem Fürsten und dem Landtag in Kraft gesetzt.

Partnerschaft mit der Schweiz[Bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie wurde 1919 der Zollvertrag gekündigt. 1923 schloss Liechtenstein einen Zollvertrag mit der Schweiz. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Verträge mit der Schweiz und ihren Kantonen geschlossen. Dadurch herrscht heute eine enge Partnerschaft zwischen Liechtenstein und der Schweiz.

1929 kam Fürst Franz I. von Liechtenstein nach dem Ableben seines Vorgängers an die Macht. Nach wiederum dessen Tod 1938 übernahm Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein das Zepter, ein Patenkind des Kaisers Franz Josef I.. Der in der Steiermark geborene Fürst regierte das Land 51 Jahre lang bis zu seinem Tod 1989. Er war der erste Fürst des Geschlechts Liechtenstein, der nicht mehr in Wien, sondern auf Schloss Vaduz in Liechtenstein wohnte. Bis 1938 lebten die Fürsten in Wien und Mähren. Sie hatten wichtige Funktionen im Militärwesen und in der Diplomatie unter der Habsburger Monarchie inne und verwalteten ihren umfangreichen Besitz in Niederösterreich, Böhmen, Schlesien und Mähren.

Zweiter Weltkrieg bis heute[Bearbeiten]

1939 versuchte die nationalsozialistische Volksdeutsche Bewegung in Liechtenstein einen Putsch anzuzetteln, der jedoch scheiterte. Liechtenstein blieb während des Zweiten Weltkrieges neutral.

1945 traten Teile der 1. Russischen Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht, nicht zu verwechseln mit der Wlassow-Armee, auf Liechtensteiner Gebiet über und wurden trotz massiven Drucks der Sowjetunion nicht an diese ausgeliefert.

Während des Zweiten Weltkrieges entstanden neue Industriebetriebe in Liechtenstein. Auch die Nachkriegszeit war von einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung gekennzeichnet. Liechtenstein wandelte sich schnell von einem armen Agrarstaat in ein Dienstleistungsland. Die wichtigsten Gründe für den Aufschwung waren der am 29. März 1923 abgeschlossene Zollvertrag mit der Schweiz, die Übernahme des Schweizer Franken und eine liberale Wirtschaftsordnung, verbunden mit einer niedrigen Besteuerung.

Ab 1. Januar 1972 regelte ein Gesetz, dass die Zahl der im Fürstentum lebenden Ausländer nicht höher als ein Drittel der gesamten Einwohnerzahl des Landes betragen darf.

Bei einer Volksabstimmung am 9. und 11. Februar 1972 wurde mehrheitlich gegen das Frauenwahlrecht gestimmt.

Nach Inkrafttreten des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages wurden am 28. Juni 1973 diplomatische Beziehungen mit der Deutschen Demokratischen Republik aufgenommen, deren Wahrnehmung die Schweiz übernahm.

Liechtenstein wurde Mitglied wichtiger internationaler Organisationen, so unter anderem:

  • 1978 – Beitritt zum Europarat
  • 1990 – Beitritt als 160. Mitglied der Vereinten Nationen
  • 1991 – Beitritt der EFTA
  • 1995 – Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
  • 1995 – Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO)

Am 1. Juli 1984 wurde im dritten Anlauf das Wahlrecht für Frauen eingeführt. In der Volksabstimmung hierzu waren 2370 Männer dafür, 2251 dagegen.[1] Liechtenstein tat sich ähnlich schwer mit dem Frauenstimmrecht wie die Schweiz. Das Fürstentum war der letzte europäische Staat, der das Frauenwahlrecht einführte.[2]

Nach dem Tod seines Vaters Franz Joseph II. bestieg der HSG-Absolvent Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein im Jahre 1989 den Thron zu Vaduz. Am 16. August 2004 übergab dieser die Amtsgeschäfte an seinen Sohn Alois von Liechtenstein.

Neue Verfassung[Bearbeiten]

In einem Referendum 2003 stimmten die Bürger Liechtensteins mit einem Ja-Anteil von 64.3 % für eine Revision der Verfassung, Fürst Hans Adam hatte erklärt, im Falle einer Ablehnung das Land zu verlassen und nach Wien zu übersiedeln. Die neue Verfassung gibt dem Fürsten mehr Macht als in anderen Monarchien Europas, dafür hat das Volk neue Rechte wie die Absetzung des Fürsten.

Die neue Verfassung hat sowohl national (bei der bei der Abstimmung unterlegenen Minderheit) als auch international (z. B. seitens des Europarates) auch für Kritik gesorgt, da die in der Volksabstimmung Unterlegenen der Ansicht sind, die Demokratie werde dank eines mächtigen fürstlichen Veto-Rechtes eingeschränkt. Der Europarat führt auf Antrag derselben Gruppierungen aus diesem Grund einen Dialog mit Liechtenstein über die neue Verfassung.

Am 15. August 2004 ernannte Fürst Hans Adam II. seinen Sohn, den Erbprinzen Alois von Liechtenstein, zu seinem Stellvertreter und betraute ihn mit der Ausübung der dem Fürsten zustehenden Hoheitsrechte. Der Fürstentitel selbst geht allerdings erst nach dem Ableben des Vaters auf den Sohn über.

Einflüsse der Gegenwart[Bearbeiten]

Der Hauptwirtschaftszweig liegt heute im tertiären Sektor: bei Banken, Treuhändern und sonstigen Finanzdienstleistungen. Dieser Sektor wird, wie einige internationale Beobachter kritisieren, durch sehr liberale Gesetze gefördert, die den Grau- und Schwarzmarkt geradezu «einladen». Da mehr Arbeitsplätze vorhanden sind als von Einheimischen belegt werden können, gibt es in Liechtenstein viele Grenzgänger aus den benachbarten Staaten.

Münzprägung[Bearbeiten]

10 Franken Goldmünze von 1946, 2,90g Feingold, geprägt nach der Norm der Lateinischen Münzunion

Die liechtensteinische Münzprägung begann im Jahr 1728 unter Fürst Josef Johann Adam. 1 1/2 Florin entsprachen einem Thaler. Emissionen wurden in den Jahren 1728 mit 20 Kreuzer, 1/2 Thaler, 1 Thaler, 1 Ducat und 10 Ducaten, 1758 mit 1/2 Thaler, 1 Thaler und 1 Ducat und 1778 mit 1/2 Thaler, 1 Thaler und 1 Ducat herausgegeben. Die Dukaten wurden in 986er Gold geprägt, alle anderen Münzen aus 583er Silber geprägt. Alle Münzen zeigen auf dem Avers die nach rechts gerichtete Büste des jeweiligen Fürsten, auf dem Revers sein Wappen. Zu den Dukaten existieren zahlreiche Nachahmungen.

Erst 1862, unter Fürst Johann II. wurde ein weiterer Münztyp geprägt, ein Vereinstaler, der ebenso gestaltet war wie die vorhergehenden Münzen und 1893 zum Wert von 3.53 Kronen ausser Kurs gesetzt wurde.

Am 26. August 1898 wurde eine Währungsreform durchgeführt. 1 Florin hatte nun den Wert von einer liechtensteinischen Krone und 100 Heller entsprachen einer Krone. Unter Johann II. wurden Silbermünzen im Wert von 1 Krone, 2 Kronen und 5 Kronen in Silber ausgegeben. Die Münzen zu 10 Kronen und 20 Kronen wurden in Gold geprägt. Das Avers zeigte jedoch im Gegensatz zu den früheren Prägungen auf allen Münzen die nach links gerichtete Büste des Fürsten. Diese Münzen wurden am 28. August 1920 ausser Kurs gesetzt.

Eine weitere Währungsumstellung wurde am 26. Mai 1924 durchgeführt. Die neue Währung lautete nun 100 Rappen in 1 Franken. Diese Währung hat bis heute ihre Gültigkeit. Johann II. liess Münzen im Wert von 1/2 Franken, 1 Franken, 2 Franken und 5 Franken in Silber prägen. Als Franz I. an die Macht kam, liess er keine weiteren Münztypen dieses Wertes prägen, da bereits genug Silbermünzen von seinem Vorgänger in Umlauf waren. In seiner Regierungszeit wurden im Jahr 1930 Goldmünzen im Wert von 10 Franken und 20 Franken geprägt. Sie zeigen auf dem Avers wieder die Büste des Fürsten nach rechts.

Ab diesem Zeitpunkt wurden liechtensteinische Franken nur noch zu Sammlungszwecken geprägt, da der Schweizer Franken zur Hauptwährung in Liechtenstein avancierte. Fürst Franz Josef II. liess im Jahr 1946 zwei Münztypen zu 10 Franken und 20 Franken und zehn Jahre später Goldmünzen zu 25 Franken, 50 Franken und 100 Franken prägen. Auf der Vorderseite dieser Münzen wird ein liechtensteinischer Fürst zum ersten Mal mit seiner Gemahlin gezeigt. Zum hundertjährigen Jubiläum der liechtensteinischen Landesbank wurden zwei Goldmünzen zu 25 Franken und 50 Franken geprägt, für den 50. Jahrestag des Regierungsantritts Franz Josefs 1988 eine Silbermünze zu 10 Franken und eine Goldmünze zu 50 Franken. Hans Adam II. liess 1990 anlässlich der Erbhuldigung eine Münze zu 10 Franken in Silber und 50 Franken in Gold prägen. Für das 200-jährige Jubiläum der Souveränität des Fürstentums 2006 wurden zwei Münztypen im selben Wert herausgegeben.

Die Herrscher von Liechtenstein[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Liechtensteinisches Landesarchiv (Hrsg.): Wirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Krieg. Dokumente zur Liechtensteinischen Geschichte zwischen 1928 und 1950, bearbeitet von Stefan Frey und Lukas Ospelt. Chronos Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-0340-1103-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilfried Marxer: 20 Jahre Frauenstimmrecht - Eine kritische Bilanz. ISBN 3-9522833-7-1, S. 2, abgefragt am 12. August 2009
  2. Rubrik Das Datum. In: Augsburger Allgemeine. vom 1. Juli 2009