Geschichte des Papsttums

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Simon Petrus, Teilansicht des Bildes Die vier Apostel von Albrecht Dürer

Das Amt und die Institution des Oberhauptes der katholischen Kirche in Rom und somit die Geschichte des Papsttums lassen sich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen und belegen. Der Titel Papst lässt sich zuerst bei Siricius, der von 384-399 Bischof von Rom war, als amtliche Bezeichnung nachweisen. Seit Gregor I. beanspruchen die römischen Bischöfe, den Titel Papst exklusiv führen zu dürfen. Allerdings lässt sich die Rechtmäßigkeit der einzelnen Päpste nicht lückenlos nachweisen. Besonders in der Antike und im Mittelalter wurden insgesamt 38 Gegenpäpste ernannt. Diese waren häufig umstritten, da sie durch Gewalt oder unrechtmäßige Papstwahlen eingesetzt wurden. Die katholische Kirche selbst verzichtet seit einiger Zeit auf eine Zählung der rechtmäßigen Päpste. Die Lebensgeschichten einiger Päpste sind verschollen oder wurden durch Kopisten oder Kirchenväter verfälscht oder vernichtet.

Antike[Bearbeiten]

Der Papst ist nach Lehre der römisch-katholischen und einiger unierter Kirchen Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird. Sein Martyrium unter dem römischen Kaiser Nero sowie seine Anwesenheit in Rom überhaupt sind unter Historikern umstritten, können jedoch insbesondere durch das Zeugnis des ersten Clemensbriefs eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen.

Begründet wird der Papstprimat mit einer Stelle aus dem Matthäusevangelium: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,18-19 EU)

Umstritten ist, ob der erste Clemensbrief aus dem Jahre 98 bereits eine Vorrangstellung der Gemeinde von Rom dokumentiert oder als brüderliche Ermahnung unter Gleichberechtigten anzusehen ist. In diesem Brief an die Gemeinde von Korinth fordert der damalige Bischof von Rom, Clemens, von den Korinthern die Wiedereinsetzung von abgesetzten Presbytern. Der Brief enthält Formulierungen, die traditionell als Hinweise auf das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus in Rom gedeutet werden.

Das Amt des Bischofs ("Aufseher") hob sich schon um das Jahr 100 vom Priester- und Diakonenamt deutlich ab. Mit der Zeit nahmen einzelne Bischöfe, v.a. der Landes- und Provinzhauptstädte, allmählich die Stellung von Oberbischöfen ein, die Erzbischöfe oder im Osten Metropoliten genannt wurden. Unter diesen ragten jene heraus, deren Gemeinden auf die Gründung durch einen Apostel oder Apostel-Schüler zurückgeführt wurden. In der noch unierten Kirche waren das die Patriarchen genannten Bischöfe von Rom, Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem.[1]

Seit dem 4. Jahrhundert beanspruchte der römische Bischof für sich eine Vorrangstellung unter den Patriarchen sowie allen christlichen Bischöfen, die jedoch nur in der westlichen Kirche durchgesetzt wurde. Die erste bekannte Verbindung des Titels „Papst“ mit dem Bischof Roms findet sich aus der Zeit des Marcellinus († 304), der in der Grabinschrift des Diakons Severus so bezeichnet wird. Bischof Siricius von Rom (384 bis 399) bezeichnete sich als Erster als papa.

Vorher, ab dem 3. Jahrhundert, war der Papsttitel eine Ehrenbezeichnung für Bischöfe, Patriarchen und Äbte vor allem im Orient – da die koptische Kirche bereits seit dem Konzil von Chalcedon nicht mehr zur gleichen Kirche wie die lateinische gehörte, führt ihr Oberhaupt bis heute ebenfalls den Titel Papst (siehe Liste der koptischen Päpste).

Leo der Große, von 440 bis 461 Bischof von Rom, wurde durch das 4. Konzil von Chalcedon (451) zum ersten unter den Patriarchen erklärt[2] und seitdem führt der Papst die Bezeichnung „Pontifex Maximus“, die bis zu Kaiser Gratian der römische Kaiser als oberster römischer Priester trug. Mögliche Etymologien für diese Bezeichnung sind unter anderem: Oberster Brückenbauer oder Pfadbahner. Er sieht sich seitdem als Stellvertreter Christi. Unter Papst Leo wuchs neben der geistlichen auch die politische Autorität des römischen Bischofs. Der Papst wurde zum mächtigsten Kirchenfürsten des Abendlandes. Als autoritative Amtsbezeichnung wurde der Begriff Papst von Gregor I. (590 bis 604) gesetzlich festgeschrieben.

Mittelalter[Bearbeiten]

Während des Langobardeneinfalls 754 und 756 in Italien rief Papst Stephan II. den fränkischen König Pippin III. zur Hilfe. Nach dem Sieg über die Langobarden erhielt Stephan von Pippin ein Gebiet in Mittelitalien geschenkt, welches die Grundlage des späteren Kirchenstaates werden sollte. Diese Pippinsche Schenkung wurde von Karl dem Großen bestätigt. Dieser wurde daraufhin von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt.

Ein Streit im Jahr 1054 führte zwischen Päpsten und Kaisern zur sogenannten Kirchenspaltung zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. Die Patriarchen beider Seiten exkommunizierten sich gegenseitig. Unabhängig davon kam es auch in Westeuropa selbst zu Streitigkeiten, wie vor allem zwischen Papst Gregor VII. und dem römisch-deutschen König und späteren Kaiser Heinrich IV. Es ging vor allem um die Kompetenz bezüglich Einsetzung der Bischöfe, die bis anhin weitgehend durch die weltliche Gewalt (siehe Reichskirche) erfolgt war. Nach der Exkommunikation Heinrichs folgte eine Auseinandersetzung, die man als Investiturstreit bezeichnet. Dieser sollte fast ein halbes Jahrhundert andauern, bis Heinrichs gleichnamiger Sohn und Papst Kalixt II. das Wormser Konkordat schlossen, welches allein dem Papst das Recht der Investitur zugestand. Der Kaiser durfte nur im Falle einer Uneinigkeit von seinem Entscheidungsrecht Gebrauch machen. Damit war eine Stärkung der machtpolitische Stellung der Päpste vorbereitet, die allerdings spätestens mit der Gefangensetzung von Bonifaz VIII. durch den Franzosenkönig Philipp IV. 1303 und der zwangsweisen Übersiedlung der Residenz von Rom nach Avignon ihr Ende nahm.[3]

In den nächsten beiden Jahrhunderten folgten weitere kriegerische Auseinandersetzungen. Nach dem Tod Heinrichs VI. 1197 brachen politisch unruhige Zeiten an. Währenddessen wurde Innozenz III. Papst. Er mischte sich in die Belange des Heiligen Römischen Reiches ein und setzte Friedrich II., einen Sohn Heinrichs, auf den Thron. Innozenz war auch der erste Papst, der sich als Stellvertreter Christi auf Erden bezeichnete. Das Papsttum kam unter ihm zu seiner größten Machtentfaltung. Nach seinem Tod brach der Konflikt zwischen Kaisern und Päpsten jedoch erneut aus.

Im gesamten Mittelalter amtierten häufiger mehrere Päpste gleichzeitig, da zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten Papstes ein Gegenpapst erhoben wurde. Dazu kam es, weil sich zum Beispiel das Kardinalskollegium spaltete, der Kaiser oder stadtrömische Adelsfamilien in die Papstwahl eingriffen. Solche Eingriffe sind inzwischen unter Androhung der Exkommunikation verboten. Außerdem wurde im 14. Jahrhundert die Residenz nach Avignon verlegt, und nach dem Ende des Avignonesischen Papsttums kam es zum Großen Schisma. Papst Clemens V., ein Franzose, verlegte seinen Sitz nach Avignon, weil er unter dem Einfluss des französischen Königs Philipp IV. stand und weil dieser ihm maßgeblich dazu verholfen hatte, Papst zu werden. König Philipp IV. nutzte die Nähe des Papstes aus, um die Besetzung hoher Kirchenämter zu beeinflussen und um den Templerorden zu bekämpfen. Bis 1377 blieben alle nachfolgenden Päpste in Avignon. Erst Gregor XI. kehrte nach Rom zurück. Nach seinem Tod entwickelte sich ein Streit zwischen Urban VI. und Clemens VII. Beide erkannten sich gegenseitig nicht als Papst an. Es kam zum Abendländischen Schisma, welches in einem Konzil im Jahr 1409 beendet werden sollte. Beide Päpste wurden abgesetzt und durch einen dritten ersetzt. Allerdings ging dieser Plan nicht auf. Erst das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418 beendete die Misere. Alle drei Päpste wurden abgesetzt und Martin V. wurde neues Kirchenoberhaupt.

Im 15. und 16. Jahrhundert führte die zunehmende Verweltlichung des Papsttums zu einer Krise, deren ultimative Konsequenz letztlich die Reformation war. Verschiedene Persönlichkeiten versuchten vorerst, Reformen innerhalb der Kirche durchzuführen. Unter ihnen waren Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin. Diese Reformversuche führten zu innerkirchlichen Konflikten, da sie von den Päpsten keine Unterstützung erhielten. Letzten Endes mündeten diese Konflikte in eine weitere Spaltung der Kirche, in die heutige römisch-katholische und protestantische Kirche.

Neuzeit[Bearbeiten]

In der Zeit der Renaissance und des Barock nahmen die Päpste Dienste von Künstlern wie zum Beispiel Michelangelo, Raffael, Gian Lorenzo Bernini in Anspruch, um Kirchen, Plätze, Adelshäuser usw. zu renovieren oder neue Bauten zu errichten. Ein Beispiel ist der im 16. Jahrhundert erbaute Petersdom auf dem Mons Vaticanus.

Im 17. und 18. Jahrhundert bauten die Päpste eine strukturierte Verwaltung auf. Der Papst stand als absolutistischer Herrscher an der Spitze des Kirchenstaats. Dessen Ende kam im Jahre 1870, als Vittorio Emanuele Rom eroberte und Italien zu einem Staat einte. Papst Pius IX. verlor sein Machtgebiet und verschanzte sich als freiwilliger Gefangener im Vatikan. Erst die Lateranverträge im Jahre 1929 zwischen Papst Pius XI. und Benito Mussolini legten die Souveränität des Vatikanstaats fest.

Im Ersten Vatikanischen Konzil 1869/70 erliess Papst Pius IX. das Unfehlbarkeitsdogma für seine Person in Lehrmeinungen, das in der Folge in einigen Ländern zum Kulturkampf führte.[4]

Im Zeitalter von Industrialisierung und Kapitalismus vollzog das Papsttum nach der russischen Oktoberrevolution von 1917 eine bemerkenswerte dogmatische Kehrtwende: Hatte die Sozialenzyklika von Leo XIII. 1891 noch hervorgehoben, dass "vom Überfluss Almosen zu spenden" seien, was "nicht eine Pflicht der Gerechtigkeit" sei, so betonte jene von Pius XI. 1931, der Staat könne "anordnen, was die Eigentümer hinsichtlich ihres Eigentumsgebrauchs dürfen, und was ihnen verwehrt ist".[5]

Eine umstrittene Rolle spielte Papst Pius XII. während des Zweiten Weltkrieges. Dem Papst und der Kurie wird vorgeworfen, die nationalsozialistischen Verbrechen nicht genügend deutlich verurteilt zu haben.[6] Eine grundlegende Reform des Katholizismus leitete Papst Johannes XXIII. mit der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Im Jahre 1978 wurde mit dem polnischen Kardinal Karol Wojtyla zum ersten Mal seit Jahrhunderten ein Nichtitaliener zum Papst auserkoren. Sein Pontifikat war geprägt von einer Betonung der päpstlichen Autorität. Eine weltweite Anteilnahme war bei seinem Tod und der Neuwahl seines Nachfolgers Benedikt XVI. – zuvor Kardinal Joseph Ratzinger – aus Deutschland zu beobachten. Er gab als erster Papst nach mehr als 700 Jahren am 11. Februar 2013 freiwillig seinen Rücktritt mit dem 28. Februar 2013 um 20 Uhr (MEZ) bekannt. Sein Nachfolger ist der Argentinier Jorge Bergoglio. Bergoglio gehört dem Orden der Jesuiten an und gab sich den Namen Franziskus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weiterführende Literaturangaben bieten die Bibliographien der genannten Werke.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urs Küry: Kirchengeschichte, Christkatholischer Schriftenverlag, 1968
  2. a.a.O.
  3. dtv-Atlas Weltgeschichte, Band 1, 31. Auflage 1997
  4. dtv-Atlas Weltgeschichte, Band 2, a.a.O.
  5. dtv-Dokumente: Eigentum und Freiheit; hrsgg. von Friedhelm Forwick, 1972
  6. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/historikerstreit-wie-der-papst-zu-hitlers-machtantritt-stand-1511402.html FAZ zum Historikerstreit

Weblinks[Bearbeiten]