Geschichten hinter vergessenen Mauern

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Filmdaten
Originaltitel Geschichten hinter vergessenen Mauern
Produktionsland Deutschland
Originalsprache deutsch
Stab
Regie Enno Seifried
Drehbuch Enno Seifried
Produktion Tilo Esche
Musik Peter Schneider
Enno Seifried
Kamera Tony Nowak
Enno Seifried
Schnitt Enno Seifried

Geschichten hinter vergessenen Mauern ist ein Dokumentarfilm von Enno Seifried, der sich mit Lost Places in Leipzig beschäftigt.

Handlung[Bearbeiten]

Ob zentrumsnah oder in den Randgebieten - in Leipzig kann man unzählige architektonisch beeindruckende Bauwerke, sowie unterirdische Keller- und Tunnelanlagen bestaunen, die seit 20 Jahren und mehr leer stehen und auf Abriss oder Neunutzung warten. Auf der Suche nach einer Umgebung, die in keinem Reiseführer zu finden ist, begibt sich dieser Dokumentarfilm auf die Spur der Geschichten von so genannten Lost Places in Leipzig.

Inhalt[Bearbeiten]

Neben einer Erzählerin, die als Besucherin Leipzigs mit ihrem persönlichen Blick durch den Film führt, ergänzen Gespräche und Statements von Zeitzeugen, Investoren, Visionären und Politikern den Film.

Geschichten von Besuchen Walter Ulbrichts im ehemaligen Hotel Astoria oder die Vorlieben Arthur Schnitzlers sind ebenso Bestandteil des Films, wie Visionen über geplante Neunutzungen des ehemaligen Bowlingtreffs als neues Naturkundemuseum oder des alten Postbahnhofs als alternativer Kultur- und Trödelmarkt.

Schornsteinsprengung VEB Elguwa

Daneben gibt es zahlreiche Interviewpartner, die sich als so genannte Ruinenromantiker bezeichnen. Diese Gruppe von Menschen hat eine Faszination für diese Gebäude entwickelt, welche sie antreibt, immer wieder solche Orte in ihrer Freizeit zu besuchen. Als Künstler, Fotografen, Videofilmer, Musiker oder Urban Explorer sind sie auf der Suche nach kleinen Abenteuern im sonst erschlossenen Stadtraum. So erzählt Clemens Meyer von einst illegalen Technopartys im industriellen Abraum. Es gibt Geschichten von unangenehmen Begegnungen mit Drogendealern oder von Graffitikünstlern, die in den vergessenen Leipziger Orten eine neue künstlerische Freiheit entdeckt haben ...

Das Spektrum des Films reicht von lebendiger DDR-Geschichte bis hin zur Schornsteinsprengung im ehemaligen VEB Elguwa Leipzig durch den Sprengmeister Michael Schneider im Oktober 2011.

Ein weiteres Thema von Geschichten hinter vergessenen Mauern ist die moderne GPS-Schnitzeljagd: Geocaching. Bis September 2011 gab es in Leipzig die Lost Place-Cache-Serie „Trau Dich“, deren Beliebtheit weit über die Grenzen Sachsens hinaus reichte. Wo sich allerdings tausende Menschen in einer Grauzone zwischen Illegalität und Freizeitbeschäftigung bewegen, kommt es früher oder später auch zu Problemen mit dem Gesetz. Die Folge dessen waren mehrere Negativ-Schlagzeilen in der LVZ sowie die Archivierung der Lost Place-Cache-Serie in Leipzig durch die Reviewer der weltweit agierenden Internetplattform geocaching.com.

Weitere Schwerpunkte des Films liegen in den Themen Abriss, Sanierung, Zukunftsvisionen und Neubau, da diese Dinge ab einem bestimmten Zeitpunkt unumgänglich und besiegelt sind, sobald man von einem Lost Place spricht.

Es geht um Gründe und Hintergründe für Mythos, Faszination und Neugestaltung von verlassenen Orten. Und vielleicht bietet dieses Dokument auch eine Möglichkeit zum Erfassen geschichtlicher Vergangenheit bei der Gestaltung einer Zukunft im existierenden Lebensumfeld.

Protagonisten[Bearbeiten]

  • Wito Apitsch - Sozialarbeiter & Veranstalter / Ehemaliger Mitarbeiter „RAW Engelsdorf“
  • Truluv / Bond - Graffitikünstler
  • Gabrielle Becker - Ehemalige Mitarbeiterin „Hotel Astoria“
  • Gregor Bogen - Projektentwickler „Sowjetischer Pavillon“
  • Michael Faber - Kulturdezernent Leipzig
  • Clara Göckeritz - Fotografin
  • Hans J. Günther - Dipl.-Betriebswirt
  • Maik Günther - Urban Explorer
  • Falk Johnke - Mediengestalter / Geocacher
  • Andreas Keller - Ehemaliger Mitarbeiter „Postbahnhof Schönefeld“ / Schauspieler „Centraltheater Leipzig“
  • Markus Keppler - Geocacher
  • Jürgen Kling - Investor „Brauerei Bauer“
  • Peter Kolar - Projektentwickler & Eigentümer „Postbahnhof Schönefeld“
  • Mario Kühn - Geocacher
  • Clemens Meyer - Buchautor & mehrfacher Literaturpreisträger / Veranstalter „Eastside“ 1993 bis 1998
  • Stefan Mörschner - Einsatzleiter Feuerwehr Leipzig
  • Horst Pawlitzky - Ortschaftsrat Lützschena-Stahmeln
  • Anne Schädel - Heilerziehungspflegerin / Geocacherin
  • Michael Schneider - Sprengmeister „VEB Elguwa Leipzig“
  • Andreas Schröder - Sänger der Band „Beramid“
  • Martin Stein - Webentwickler MDR / Fotograf
  • Stylerkings - Leipziger Band
  • Luisa Stoye - Fotografin
  • Roland Weinhold - Ehemaliger Chefkoch „Hotel Astoria“ / Personaldirektor „Hotel Westin“
  • Margitta Ziegler - Ortschaftsratvorsitzende Lützschena-Stahmeln

Kritiken[Bearbeiten]

  • „ … Herausgekommen ist ein einzigartiger Dokumentarfilm … Beeindruckende Bilder und ein toller Soundtrack ziehen den Betrachter von Anfang an in ihren Bann … Für den Zuschauer mit Interesse an Lost Places, Industriekultur- und Geschichte ist jede einzelne Minute sehenswert … einer der besten Dokumentarfilme über Lost Places.“ - Marko Reichelt, „Geocaching Magazin“
  • Buch, Regie, Schnitt und zum Teil auch die Musik verantwortet Enno Seifried, dem man für diesen Film nicht genug danken kann. - Ernie LC, „BLITZ!“
  • Seifrieds Film erinnert eindrucksvoll daran, was alles einfach so liegen geblieben ist in den letzten 20 Jahren. Welch gigantische Verschwendung. Der Film ist wichtig … weil er Geschichten erzählt. - Katharina Beck, „MDR – Kino Royal!“
  • Der Leipziger Enno Seifried hat sich diesem Thema angenommen und mit "Geschichten hinter vergessenen Mauern" einen Dokumentarfilm abgeliefert, der sich nicht nur oberflächlich mit Lost Places in Leipzig befasst, sondern dessen Geschichte näher bringt und uns nicht vergessen lässt. - André Winternitz, „www.rottenplaces.de“

Weblinks[Bearbeiten]