Geschmacksstörung

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Klassifikation nach ICD-10
R43 Störungen des Geruchs- und Geschmackssinnes
R43.2 Parageusie; Ageusie
R43.8 Sonstige und nicht näher bezeichnete Störungen des Geruchs- und Geschmackssinnes
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Unter Geschmacksstörungen oder auch Schmeckstörungen (Dysgeusien) werden in der Medizin Störungen des Geschmackempfindens (Gustatorik) verstanden. Sie können durch verschiedene Erkrankungen, aber auch durch Medikamente hervorgerufen werden.

Einteilung[Bearbeiten]

Es werden qualitative von quantitativen Störungen unterschieden. Bei den quantitativen Störungen liegt entweder eine Überempfindlichkeit (Hypergeusie) oder eine verminderte Empfindlichkeit (Hypogeusie) der Geschmackswahrnehmung vor. Der Ausfall der Geschmackswahrnehmung wird als Ageusie bezeichnet. Bei qualitativen Störungen ist entweder die Geschmackswahrnehmung verändert, sogenannte Parageusie, oder Geschmackseindrücke werden wahrgenommen, ohne dass dafür ein adäquater Geschmacksreiz vorhanden wäre. Letzteres wird auch als Phantogeusie bezeichnet.[1]

Grundlagen[Bearbeiten]

Geschmacksqualitäten sind nur süß, sauer, salzig, bitter und umami (siehe auch Gustatorische Wahrnehmung). Man kann sie mit Zuckerlösung, Zitronensäure, Salzlösung, Chininlösung und Glutaminsäure prüfen. Die „Färbung“ des Geschmackes erfolgt über die Nase. Ein Ausfall der Riechzellen (Anosmie) beeinflusst daher den Geschmackssinn ebenfalls.

Die Geschmacksnerven für die vorderen zwei Drittel der Zunge entstammen der Chorda tympani, einem Ast des Nervus facialis (VII. Hirnnerv). Sie verlaufen zusammen mit dem Nervus lingualis, einem Ast des Nervus mandibularis des Nervus trigeminus (V. Hirnnerv). Das hintere Drittel der Zunge wird vom Nervus glossopharyngeus (IX. Hirnnerv) innerviert. (Für motorische und sensible Innervation siehe Zunge).

Ursachen[Bearbeiten]

Zu einer Geschmacksstörung kann es kommen durch Schädigung oder Funktionsbeeinträchtigung

  • der Geschmacksknospen,
  • der peripheren Nerven, welche die Geschmacksreize von den Geschmacksknospen ins zentrale Nervensystem leiten, oder
  • der Geschmacksbahn (Schmeckbahn) mit Verlauf im Gehirn.[1]

Trivia[Bearbeiten]

In dem Spielfilm Brust oder Keule verursacht ein wütender Gastwirt bei Louis de Funes, der einen einflussreichen Restaurantkritiker spielt, völligen Geschmacksverlust (Ageusie), indem er ihn zwingt, Unmengen an Küchenabfällen zu verspeisen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAWMF online: Schmeckstörungen – Leitlinie zur Epidemiologie, Pathophysiologie, Klassifikation, Diagnose und Therapie. In: Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Olfaktologie und Gustologie der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Mai 2007, abgerufen am 31. Oktober 2008.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!