Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V.
(GDCh)
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Zweck: Wissenschaftliche Gesellschaft
Vorsitz: Thomas Geelhaar
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: rund 31.000
Sitz: Frankfurt am Main
Website: gdch.de
Thomas Geelhaar

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh) ist eine Wissenschaftliche Gesellschaft in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main, die ursprünglich nur Diplom-Chemikern offen stand. Die GDCh wurde 1949 in Frankfurt am Main in der Tradition der Deutschen Chemischen Gesellschaft zu Berlin (DChG, gegr. 1867) und des Vereins Deutscher Chemiker aus Vorläufervereinigungen der Besatzungszonen gegründet. Nach der Herstellung der Einheit Deutschlands traten viele Mitglieder der ehemaligen Chemischen Gesellschaft der DDR der GDCh bei. Infolge einer Satzungsänderung kann seit dem 11. Oktober 2006 jeder Interessierte Mitglied der Gesellschaft werden, wenn er die Zwecke und Ziele der Gesellschaft unterstützen will und an der Chemie wissenschaftlich interessiert ist. So verpflichtet sich jedes Mitglied der GDCh unter anderem zur Einhaltung des Verhaltenskodex und bekennt sich somit zu Freiheit, Toleranz und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft.

Überblick und Struktur[Bearbeiten]

Die GDCh hat rund 31.000 Mitglieder (Stand Dezember 2013) aus Wissenschaft, Wirtschaft und freien Berufen, davon um die 9.000 studentische und Jungmitglieder. Sie gliedert sich (Stand Dezember 2013) in 28 Fachgruppen und Sektionen sowie 8 Arbeitsgemeinschaften, die zum einen spezielle Fachgebiete (wie Analytische Chemie, Lebensmittelchemische Gesellschaft usw.), zum anderen bestimmte Interessengruppen (Chancengleichheit, Öffentlicher Dienst) vertreten. Darüber hinaus gibt es das 1997 gegründete JungChemikerForum (JCF) als Zusammenschluss der jungen Mitglieder der GDCh, vorrangig Studenten und Doktoranden. Regional ist die GDCh in 60 Ortsverbänden und 50 regionalen Jungchemikerforen (meist an Chemie-Universitätsstandorten) vertreten.

Die Aufgabe der GDCh ist die Förderung der Chemie und der Chemiker auf gemeinnütziger Grundlage, unter anderem durch Tagungen, Fortbildungen und die Herausgabe von Fachliteratur, wie die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift Nachrichten aus der Chemie oder die weltweit bedeutendste Chemiezeitschrift Angewandte Chemie mit ihrer englischsprachigen Edition.

Geschäftsstelle[Bearbeiten]

Die GDCh unterhält eine Geschäftsstelle im Carl-Bosch-Haus in Frankfurt am Main, Varrentrappstraße 40-42; Geschäftsführer ist Wolfram Koch.

Ortsverbände[Bearbeiten]

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist über ihre 60 Ortsverbände (Stand April 2013) in allen Regionen Deutschlands vertreten. Diese sind meist an Standorten chemischer Forschung und Produktion präsent. Die GDCh-Ortsverbände veranstalten Kolloquien mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland, bieten populärwissenschaftliche Vorträge an, bringen die Chemie in regionale Aktivitäten ein und sind Ansprechpartner vor Ort für Journalisten, Lehrer und Schüler.

JungChemikerForum[Bearbeiten]

Das JungChemikerForum (JCF) ist die Organisation der jungen Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). In ihm koordinieren und organisieren junge Chemikerinnen und Chemiker ihre Interessen und Aktivitäten, wie zum Beispiel Jobmessen, Symposien, Kolloquien, Workshops und Vorträge. Über 50 Regionalforen (meist an Chemie-Universitätsstandorten) ist das JungChemikerForum ebenfalls in allen Regionen Deutschlands vertreten.

Fachgruppen und Sektionen[Bearbeiten]

Folgende Fachgruppen und Sektionen sind unter dem Dach der GDCh vertreten:

Analytische Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Analytische Chemie ist mit aktuell ca. 2200 Mitgliedern die zweitgrößte Fachgruppe der GDCh. Sie gliedert sich in zehn Arbeitskreise. Die Junganalytiker (Mitglieder jünger als 40 Jahre) sind mit zwei Mitgliedern im Vorstand vertreten. In der Fachgruppe sind Chemiker – aber auch Naturwissenschaftler aus Physik, Biologie und den Ingenieurwissenschaften – aus Industrie, KMU, Hochschulen, Forschungsinstituten sowie Ämtern und Behörden beheimatet, die sich mit der Entwicklung von Instrumenten und Methoden für die Analytik beschäftigen. Die Fragestellungen, die von Analytikern bearbeitet werden, sind in der Regel stark anwendungsorientiert. Hierbei spielen sowohl die Konzentrationsanalytik als auch die Strukturanalytik eine wichtige Rolle.

  • Arbeitskreis Chemische Kristallographie

Der Arbeitskreis Chemische Kristallographie (AK ChemKrist) ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Firmen, die sich der Kristallstrukturanalyse als analytischer Methode zur Lösung chemischer Fragestellungen bedienen.[1]

Der Arbeitskreis intensiviert den Gedankenaustausch innerhalb der Chemie, berät insbesondere Arbeitsgruppen, denen sich strukturchemische Probleme stellen, stellt ein Diskussionsforum für alle Anwendungsbereiche der Beugungsmethoden zur Lösung chemischer Fragestellungen, verstärkt die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Hard- und Software sowie auf apparativem Sektor und vertritt Nutzerinteressen im Dialog mit Herstellerfirmen. Weiterhin führt er Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen sowohl für den wissenschaftlichen Nachwuchs als auch für erfahrene Anwender durch. Weitere Zielsetzung sind die Einflussnahme auf die Gestaltung und Nutzung von Datenbanken und das Publikationswesen, die Etablierung als spezielle Vertretung der in der GDCh organisierten Kollegen sowie die Kontaktpflege zur Deutschen Gesellschaft für Kristallographie.Der Arbeitskreis wurde 1982 unter dem Namen KSAM (ein Akronym aus „KristallStrukturAnalyse von Molekülverbindungen“) gegründet und 1999 in ChemKrist umbenannt.[2]

Angewandte Elektrochemie[Bearbeiten]

Batterien, Brennstoffzellen, Desinfektion, Korrosionsschutz, Sensoren, Biotechnologie, Spurenstoffe und Chlorsynthese sind nur einige aktuelle Themen, zu denen die Elektrochemie wesentliche Beiträge liefert. Die Fachgruppe hat die Förderung aller Bereiche der Elektrochemie von den Grundlagen bis zur Anwendung zum Ziel. Für Jungmitglieder, die im Rahmen einer kleinen Party begrüßt werden, schreibt die Fachgruppe jährlich einen Förderpreis aus und bietet Tagungsstipendien, Exkursionen in die Elektrochemie und eine Landkarte elektrochemischer Studiengänge, Unternehmen und Institute an.

Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC)[Bearbeiten]

Chancengleichheit geht uns alle an. Die AKCC-MItglieder sind überzeugt, dass die Chemie noch mehr leisten könnte, wenn ihre Entscheidungsgremien in Wissenschaft und Wirtschaft ausgewogen mit Frauen und Männern besetzt wären. Hierzu gibt es drei Initiativen:

1. Projekte bzw. Netzwerke zur Frauenförderung,
2. Perspektiven für ambitionierte Karrierewege durch Präsenz von weiblichen und männlichen Vorbildern (Zielgruppe JungChemikerForum),
3. Stimulierung der Diskussion über Chancengleichheit.

Der Arbeitskreis fordert bessere Aufstiegschancen und setzt sich für geeignete Rahmenbedingungen ein, z. B. für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Davon werden Hochschulen und Unternehmen profitieren. Der AK Chancengleichheit in der Chemie leistet Beiträge zum wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt.

Bauchemie[Bearbeiten]

Die Bauchemie stellt eine klassische Querschnittswissenschaft dar. Die Fachgruppe sieht sich deshalb als Forum für den interdisziplinären Dialog zwischen Chemikern, Bauingenieuren, Geowissenschaftlern, Architekten, Denkmalpflegern und Baustoffkundlern. Mit der Organisation von nationalen und internationalen Tagungen sowie von Workshops wird ein enges Netzwerk aus Interessierten am Fachgebiet gefördert. Die Fachgruppe unterstützt Nachwuchswissenschaftler mit der Vergabe von Förderpreisen für herausragende Diplom-/Masterarbeiten als auch Dissertationen auf dem Gebiet der Bauchemie. Die Teilnahme an Fachgruppenveranstaltungen wird für Studierende und Promovierende, die Mitglieder der Fachgruppe sind, mittels Stipendien unterstützt.

Biochemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Biochemie wurde 1981 gegründet und führt rund 650 Wissenschaftler aus Hochschule, Forschungsinstituten und Industrie zusammen. Durch intensiven Austausch stellt sich die Fachgruppe den aktuellen Herausforderungen in Forschung, Anwendung und Ausbildung und trägt wirkungsvoll zur Erhaltung und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Fachgruppe richtet regelmäßig nationale oder internationale Arbeitstagungen aus, die sowohl der Biochemie allgemein als auch wechselnden Sonderthemen gewidmet sind. Diese reichen von der Katalyse in der Biochemie über die Stabilität und Stabilisierung von Proteinstrukturen, von der Chemie der Genforschung, der Chemie der neuronalen Informationsübertragung bis hin zur biologischen Energieübertragung. Darüber hinaus unterstützt die Fachgruppe Tagungen anderer Organisationen auf dem Gebiet der Biochemie. Sie fördert weiterhin die universitäre Ausbildung, die Qualifizierung von Jungwissenschaftlern, die Weiterbildung der Lehrer und widmet sich besonders der Berufssituation der Hochschulabsolventen. Zudem publizieren die Mitglieder der Fachgruppe regelmäßig in den Nachrichten aus der Chemie, der Mitgliederzeitschrift der GDCh. Sie tragen so zur Verbreitung neuester biochemischer Forschungsergebnisse und zu einem besseren Verständnis dieser spannenden Disziplin bei. Das Netzwerk von Fachleuten der verschiedenen biochemischen Spezialgebiete wird auf nationaler und internationaler Ebene ständig verbessert und erweitert. Darüber hinaus pflegt die Fachgruppe intensiven Kontakt zu anderen Fachgruppen, wie der FG Medizinische Chemie, der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie und der Fachsektion Chemische Biologie.

Chemie des Waschens[Bearbeiten]

Das Ziel der Fachgruppe Chemie des Waschens ist es, ein Forum für Interessierte aus Industrie, Behörden, Hochschulen, Instituten und Medien zu schaffen, in dem Diskussionen zu allen technischen Fragen rund um Wasch- und Reinigungsmittel offen und konstruktiv geführt werden können. Dabei richtet sich das Augenmerk auf wissenschaftsorientierte Aussagen zum nachhaltigen Nutzen für die Menschen in ihrer Umwelt.

Von besonderem Interesse für Jungmitglieder sind der jährlich ausgeschriebene Förderpreis im Bereich Grundlagenforschung bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie die Vergabe von Stipendien zur Teilnahme an unserer Jahrestagung, der European Detergents Conference EDC.

Chemie-Information-Computer (CIC)[Bearbeiten]

Die Fachgruppe „Chemie-Information-Computer“ (CIC) möchte Wissenschaftler zusammenzubringen, die Interesse an der Computer-gestützten Lösung/Bearbeitung von chemischen Fragestellungen haben. Hierunter fallen Bereiche der Chemoinformatik (Methoden der Informatik, die versuchen, chemische Probleme zu lösen, wie z. B. die effiziente Speicherung und Suche von Molekülstrukturen und Moleküleigenschaften in Chemieinformationssystemen), die Molekül-Modellierung (z. B. Wirkstoffdesignansätze oder Computersimulationsmethoden), die Molekülmechanik und quantenchemische Methoden. Außerdem fördert die Fachgruppe den Einsatz von Open Access und Open Source-Konzepten und engagiert sich auch international in der Computational Chemistry Community. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden jährlichen für herausragende Diplom-/Master- und Doktorarbeiten auf dem Gebiet Chemie-Information-Computer von der Fachgruppe während der Tagung German Conference on Chemoinformatics (GCC) mit dem CIC Award for Computational Chemistry ausgezeichnet. Weitere Infos unter Informationen zu CIC

Chemieunterricht[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Chemieunterricht (FGCU) ist mit über 1900 Mitgliedern das Forum in der GDCh für alle Fragen zu Chemie an der Schule. Hier bringen sich Studenten, Referendare, Lehrkräfte aller Schulstufen und –arten, Fachdidaktiker und –wissenschaftler sowie Vertreter aus der Industrie und öffentlichem Dienst ein, um Schüler im Unterricht für die Chemie zu begeistern. Praxisnahe Angebote der FGCU sind unter anderem

  • die jährliche Vortrags- & Fortbildungstagung mit Diskussion-/Experimental-/Postervorträgen und Workshops
  • Arbeitsgruppen
  • Diskussionskreis Wissenschaftlicher Nachwuchs
  • Fachgruppenpreise
  • CHEMKON – Fachgruppenzeitschrift rund um den Chemieunterricht (vierteljährlich)

Mehr Infos zur FGCU gibt es unter [www.gdch.de/chemieunterricht Chemieunterricht]

Chemiker im Öffentlichen Dienst[Bearbeiten]

Die Mitglieder der Fachgruppe stehen mit ihrer Arbeit direkt im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Neben dem chemischen Fachwissen benötigen sie umfangreiche Kenntnisse über gesetzliche Regelwerke und gesellschaftspolitische Hintergründe. Die Fachgruppe möchte insbesondere die Jungchemiker/-innen über die Tätigkeitsfelder im öffentlichen Dienst informieren und ihnen zeigen, wo sie ihr in ihrem Berufsleben begegnen könnten.

Festkörperchemie und Materialforschung[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung vereint die Förderung der Festkörperchemie als einer kreativen Synthese-Disziplin im Zentrum der Chemie mit der physikalisch-chemisch orientierten Materialforschung als einer weiteren Basis für moderne Festkörpertechnologien. Die Fachgruppe bildet den Rahmen für den wissenschaftlichen Austausch von Forschern und Forscherinnen aus Universitäten, Forschungsinstituten und in Industrieunternehmen – und sie bietet seit ihrer Gründung dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Kontakte mit erfahrenen Festkörperchemikern und -chemikerinnen. Im Zentrum der Fachgruppenarbeit steht auch in Zukunft der Anspruch, den hohen Standard der Festkörperchemie in Deutschland weiter zu fördern und die interdisziplinäre Materialforschung durch Impulse aus der Chemie richtungsweisend mit zu gestalten.

Freiberufliche Chemiker und Inhaber freier unabhängiger Laboratorien[Bearbeiten]

Die FFCh bringt die beruflich selbstständigen Chemiker zusammen. Kontakte ("Networking") und ständige Weiterbildung sind für Selbstständige wichtige Erfolgsfaktoren; beides möchten wir in unserer Fachgruppe anbieten und pflegen. Chemiker jeden Alters – ob noch an der Hochschule oder schon im Seniorenalter – die sich mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit tragen, finden in der FFCh Kontakte und Hilfe zu wissenschaftlichen und geschäftlichen Fragestellungen, z. B. dem Businessplan.

Geschichte der Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Geschichte der Chemie bietet eine Plattform für Präsentationen historischer Arbeiten. Alle zwei Jahre findet eine Tagung statt, Ergebnisse und Neuigkeiten werden in den Mitteilungen der FG veröffentlicht. IN der Fachgruppe wird der Dialog über die historischen Wurzeln, Traditionen und das Selbstverständnis der Chemiker geführt, gerade über Generationengrenzen hinweg. Für Nachwuchswissenschaftler wird alle zwei Jahre den Bettina-Haupt-Preis ausgeschrieben.

Gewerblicher Rechtsschutz[Bearbeiten]

Die Kernarbeit der Fachgruppe „Gewerblicher Rechtsschutz“ ist die Förderung der auf den Gebieten des gesamten gewerblichen Rechtsschutzes und der Patentfragen tätigen Mitglieder. Arbeitstagungen, Seminare und Kolloquien dienen diesem Zweck. Als Bildungsforum für der Gewerblichen Rechtsschutz, als Forum für den Erfahrungsaustausch für Patentfragen, Gesetzgebung, Rechtsprechung und Amtspraxis ist die Fachgruppe sehr angesehen, wozu der jährlich stattfindende Spezialisierungstag besonders beiträgt.

Die Fachgruppe versteht sich weiterhin wir uns auch als Berater von Studenten etc. zur Vermittlung des entsprechenden Rüstzeuges und von Grundkenntnissen für eine Tätigkeit im gewerblichen Rechtsschutz. Ausdrückliches Ziel ist es dabei, den Diplomchemikern die entsprechenden patentrechtlichen Grundlagen an Hochschulen und Universitäten zu vermitteln.

Lackchemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Lackchemie vertritt ein äußerst vielfältiges, interdisziplinäres und daher komplexes Fachgebiet, in dem sowohl traditionelle Wissenschaftsbereiche, wie z. B. die anorganische, organische und Kolloidchemie, als auch neue, wie die Nano- und Umwelttechnologie, ihr Forum finden. Durch die „offenen Grenzen“ des Fachgebiets ist die Fachgruppe besonders stark auf einen intensiven, vernetzten Wissens- und Erfahrungsaustausch angewiesen. Für studentische Mitglieder gibt es eine kostenlose Börse für Betriebspraktika, Ferienjobs und Examensarbeiten sowie kostenfreie Teilnahme an der Lacktagung und der Summer-School Coatings and Colourants.

Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG)[Bearbeiten]

Sie stellt innerhalb der GDCh die meisten Mitglieder, deren fachlicher Wirkungskreis von Hochschule bis zu Ministerien, der Lebensmittelüberwachung bis zur Industrie und Selbstständigen reicht. In vielen Arbeitsgruppen werden hier aktuelle wissenschaftliche Themen bearbeitet und ein Austausch auf den jährlichen großen (Deutscher Lebensmittelchemikertag) und kleineren Tagungen (Regionalverbandstagungen) sowie über die eigene Zeitschrift "Lebensmittelchemie" gewährleistet.

Das "junge" Organ der LChG ist die AG Junge LebensmittelchemikerInnen (AG JLC, [www.ag-jlc.de]), welche die Belange der Studierenden, Promovierenden und Berufseinsteiger vertritt und bereits an vielen Hochschulen mit dem örtlichen JCF gut kooperiert.

Liebig-Vereinigung für Organische Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe widmet sich den Themen der Organischen Chemie im engeren wie weiteren Sinne. Sie vergibt an jüngere Wissenschaftler, die sich durch neue, originelle und richtungweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Fachgebiet qualifiziert haben, den ORCHEM-Preis für Nachwuchswissenschaftler. Weiterhin werden an Promovierende und Postdocs mit neuen und originellen wissenschaftlichen Arbeiten Posterpreise und Kurzvorträge vergeben, z. B. im Rahmen der ORCHEM-TAGUNGEN, der WIFO-Veranstaltungen der GDCh, und auch in Verbindung mit wechselnden Fachtagungen, die von unseren Mitgliedern ausgerichtet werden.

Magnetische Resonanzspektroskopie[Bearbeiten]

Sie bildet ein Forum für den Kontakt zwischen allen auf dem Gebiet der magnetischen Resonanz tätigen Wissenschaftlern an der Hochschule, in der Industrie und an anderen Institutionen im In- und Ausland. Besonders spannend ist der rege Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Chemikern, Physikern und Biologen, der aufgrund des interdisziplinären Charakters der Methode herrscht. Studentische Mitglieder der Fachgruppe nehmen kostenlos an den jährlich stattfindenden Fachgruppen-Tagungen teil und können mit dem Ernst-Award ausgezeichnet werden.

Makromolekulare Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Makromolekulare Chemie führt Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrie zusammen und bündelt die Expertisen aus den Bereichen Polymerchemie, -physik und -anwendungen. Durch intensiven Austausch nach innen und außen stellt sich die Fachgruppe den aktuellen Herausforderungen in Forschung, Anwendung und Ausbildung im Bereich der Makromolekularen Wissenschaften und trägt wirkungsvoll zur Erhaltung & Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Fachgruppe führt den Hochschullehrernachwuchs-Workshop mit Vergabe des Reimund Stadler-Preises durch. Dieser Workshop bietet angehenden Hochschullehrern aus dem Bereich der Polymerchemie und angrenzender Gebiete die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Kreise ausgewählter Wissenschaftler vorzustellen, und fördert so die Vernetzung untereinander, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Instituten und der Industrie. Für herausragende Arbeiten verleiht die Fachgruppe zu diesem Anlass den Reimund Stadler-Preis. Weiterhin vergibt die Fachgruppe Reisestipendien an Studierende und Doktoranden. Auf Antrag gewährt sie Beihilfen für die Teilnahme an Tagungs- und Konferenzveranstaltungen. Sie ist Mitherausgeberin des Hochschulführers Makromolekulare Chemie und wirkt beim Fortbildungsprogramm der GDCh mit.

Medizinische Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Medizinische Chemie besteht seit 1971. Ihre ca. 800 Mitglieder sind in Hochschulinstituten, anderen Forschungseinrichtungen und in der pharmazeutischen Industrie tätig. Es sind vor allem Chemiker und Pharmazeuten, aber auch Informatiker, Verfahrensingenieure u.a. Die Fachgruppe hat zum Ziel den Brückenschlag zwischen Chemie einerseits und Biologie, Medizin und Pharmazie andererseits. Sie befasst sich gebietsübergreifend mit Fragen der modernen Arzneimittelentwicklung, insbesondere der Wirkstoffindung, der Leitsubstanzoptimierung unter Einbeziehung der modernen Technologien wie kombinatorische Synthese, Hochdurchsatz-Screeningsysteme auf der Basis molekularbiologischer Grundlagen, Drug Design, Molecular-Modelling, quantitative Struktur-/Wirkungsanalysen, Pharmakokinetik und Metabolismus u.a.

Die Fachgruppe hat das Ziel, diese Disziplin national und international zu fördern und zu vertreten. Schwerpunkte dabei sind die Organisation einer alljährlichen Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“ mit internationaler Beteiligung, einer Summerschool speziell für Studenten und junge Wissenschaftler und die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern durch die Vergabe von Promotionspreisen und eines Innovationspreises.

Nachhaltige Chemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Nachhaltige Chemie beschäftigt sich mit den Beiträgen der Chemie zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft. Die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit werden u. a. auf der jährlich stattfindenden Jahrestagung diskutiert. Zur Unterstützung der Nachwuchsförderung verleiht die Fachgruppe einen Preis für die beste Promotionsarbeit auf dem Gebiet der nachhaltigen Chemie.

Nuklearchemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Nuklearchemie beschäftigt sich interdisziplinär mit Themen, die den Umgang mit radioaktiven Stoffen und ionisierender Strahlung beinhalten. Dazu gehört Forschung in den Bereichen Lebenswissenschaften, Energie, Umweltschutz bis hin zu grundlegenden wissenschaftlichen Fragestellungen z. B. zur Radioanalytik oder zur Chemie superschwerer Elemente. Die Fachgruppe organisiert entsprechende Fachtagungen und fördert insbesondere junge Wissenschaftler z. B. durch Verleihung von Doktorandenpreisen.

Photochemie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Photochemie besteht seit 1971 und hat ca. 340 Mitglieder (Stand: Jan.2014). Ihre Ziele auf dem Gebiet der Photochemie und ihren Grenzgebieten sind u. a. die Förderung des Gedankenaustausch unter Fachkollegen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln, die Beziehungen zu entsprechenden Organisationen im Ausland zu pflegen, die fachbezogene Lehre im Chemieunterricht an den Hochschulen zu verankern bzw. zu stärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Um den fachlichen und wissenschaftlichen Gedankenaustausch unter ihren Mitgliedern zu fördern, führt die Fachgruppe in regelmäßigen Abständen (z. Zt. alle zwei Jahre) wissenschaftliche Vortragsveranstaltungen (einschließlich Posterpräsentationen) durch. Weitere Aufgaben der Fachgruppe bestehen in der Organisation von Fortbildungskursen und Informationstagen und der Unterrichtung der Presse zu aktuellen Themen.

Seniorexperten Chemie[Bearbeiten]

Um der demografischen Entwicklung seiner Mitglieder Rechnung zu tragen, wurde im Oktober 2006 die Sektion Seniorexperten Chemie (SEC, engl. Senior Expert Chemists) gegründet.[3]

Die SEC sind GDCh-Mitglieder im fortgeschrittenen Alter, meist Pensionäre. Sie haben alle eine Hochschulausbildung und langjährige Berufserfahrung. Die SEC möchten dieses Wissen auch weiterhin nutzen und stellen es daher der Öffentlichkeit unentgeltlich zur Verfügung.

Die Arbeit der SEC konzentriert sich auf die folgenden Themen: Netzwerke und Beziehungen von Chemikern im In- und Ausland, Ansehen und Verständnis der Chemie in der Öffentlichkeit und Chemie-Bildung in jedem Lebensalter. Das SEC Jahrestreffen ist dabei das prominenteste Projekt. (Das 5. SEC Jahrestreffen wird im Mai 2014 in Braunschweig stattfinden[4]). Die SEC schreiben aber auch verständliche Kolumnen für die Tagespresse und für Wikipedia, bieten Schulen und anderen Bildungseinrichtungen didaktisch fundierte Vorträge an oder organisieren technisch orientierte Exkursionen. In Zukunft möchten die SEC verstärkt mit den Ortsverbänden der GDCh zusammenarbeiten.

Umweltchemie und Ökotoxikologie[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie der GDCh beschäftigt sich mit dem Verbleib von Chemikalien in der Umwelt (Umweltchemie) - ihren Eintragswegen, ihrer Verteilung und ihrer Umwandlung in den Kompartimenten Boden, Wasser, Luft - und deren Wirkung auf Organismen und Lebensräume (Ökotoxikologie). Das Themenfeld ist ausgesprochen interdisziplinär und ein weites Forschungs- und Betätigungsfeld für Chemiker, Biologen, Geowissenschaftler, Juristen, Ingenieure und Wissenschaftler weiterer verwandter Fachrichtungen. Für interessierte Wissenschaftler und Praktiker bietet die Fachgruppe mit ihren Arbeitskreisen ein Forum zur Weiterentwicklung des Fachgebiets. Derzeit bestehen mit insgesamt ca. 800 Mitgliedern die folgenden Arbeitskreise: Atmosphärenchemie, Bodenchemie und Bodenökologie, Chemikalienbewertung Umweltmonitoring.

Vereinigung für Chemie und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Vereinigung für Chemie und Wirtschaft (VCW) wurde 1999 vor dem Hintergrund gegründet, innerhalb der GDCh auch der beruflichen Realität der in der Wirtschaft tätigen Chemiker Rechnung zu tragen. Seither hat sie sich zu einem wichtigen beruflichen Netzwerk die Chemiewirtschaft und Pharmaindustrie entwickelt und sich immer wieder mit eigenständigen Beiträgen in den Diskurs der Industrie- und Technologieentwicklung eingeschaltet. Sie bietet ein Forum für den offenen Austausch zu aktuellen Fragen und Entwicklungen in der Branche, organisiert zu wichtigen Themen Vortragsveranstaltungen, gibt Publikationen heraus und verleiht einen Studienpreis Wirtschaftschemie.

Die Vereinigung umfasst ca. 440 Mitglieder und eröffnet diesem Kreis von interessierten Chemikern, Hochschullehrern, Betriebswirten und Studenten ein Gesprächsforum für Belange der Chemiewirtschaft in Konferenzen zu aktuellen Themen aus Entwicklung, Wirtschaft und Gesellschaft im Zusammenhang mit der Chemiebranche. Auch bei Stammtischen in verschiedenen Städten werden Diskussionsmöglichkeiten geboten.

Wasserchemische Gesellschaft[Bearbeiten]

Sie ist tätig für den wirksamen Schutz, die sinnvolle Nutzung, die zweckmäßige Aufbereitung und Reinigung sowie die sachgemäße Untersuchung und Beurteilung des Wassers. Ihre fachliche Arbeit wird im Wesentlichen in den drei Hauptausschüssen "Analyseverfahren", "Stoffe und Gewässergüte" und "Wissenschaftliche Grundlagen" und deren Arbeitskreisen geleistet. Die Wasserchemische Gesellschaft gibt die Deutschen Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung und die Zeitschrift „Vom Wasser - Das Journal“ heraus. Für die Teilnahme an der Jahrestagung der Fachgruppe im Frühjahr werden zahlreiche Stipendien vergeben, außerdem vergibt die Fachgruppe, gefördert von der Walter-Kölle-Stiftung, jährlich in der Regel einen Promotionspreis auf dem Gebiet der Wasserchemie.

Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie[Bearbeiten]

Sie setzt sich für die Entwicklung des Verständnisses für die Anorganische Chemie ein, regt Forschungsrichtungen und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie an, fördert das Fach Anorganische Chemie an den Hochschulen und informiert ihre Mitglieder über wesentliche Veröffentlichungen sowie andere Aktivitäten, die das Gebiet der Anorganische Chemie betreffen. Sie unterstützt den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern und ausländischen Kolleginnen und Kollegen. Mit Nachwuchsgruppenpreisen der Wöhler-Vereinigung, welche auf der Fachgruppentagung und dem Wissenschaftsforum vergeben werden, unterstützt sie aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Durch die Zusammenarbeit mit Vertretern der chemischen Industrie schlägt die Wöhler-Vereinigung eine Brücke zwischen Schule, Hochschule und Beruf.

Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten]

Folgende Arbeitsgemeinschaften sind unter dem Dach der GDCh vertreten:

  • Arbeitsgemeinschaft Fluorchemie
  • Arbeitsgemeinschaft Chemie in der Medizinerausbildung
  • Arbeitsgemeinschaft Chemie & Energie
  • Arbeitsgemeinschaft Berufliche Bildung
  • Fachsektion chemische Biologie
  • Deutsche Gesellschaft für Katalyse
  • Arbeitsgemeinschaft Theoretische Chemie
  • Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren/innen für Chemie (ADUC)

Projekte[Bearbeiten]

Die GDCh fördert die Chemie in Lehre, Forschung sowie Anwendung und engagiert sich für Verständnis und Wissen von Chemie und chemischen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit u. a. auch in folgenden Projekten:

  • Wöchentlich werden in der Aktuellen Wochenschau Einblicke in aktuelle Forschungsthemen verschiedener Teilbereiche der Chemie vermittelt (bisherige Themen: Analytische Chemie, Elektrochemie und Farben & Lacke, Nachhaltige Chemie, Lebensmittelchemie, Chemie & Energie, Bauchemie, Chancengleichheit in der Chemie und Biochemie).
  • Angebote zur Lehrerfortbildung in GDCh-Fortbildungszentren in Kooperation mit mehreren Universitäten.[5]
  • Vergabe von Reisestipendien zur Teilnahme an Tagungen und Kongressen.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker vergibt die folgenden Preise und Auszeichnungen:[6]

Zwei Preise mit 50.000 € gehören zu den höchst-dotierten deutschen Preise in den Naturwissenschaften:

Weitere (zumeist mit 7.500 € dotierte) Preise der GDCh sind:

Mit dem Programm „Historische Stätten der Chemie“ würdigt die GdCh darüber hinaus Wirkungsstätten von geschichtlich bedeutenden Chemikern.[7]

Bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind mehrere Stiftungen angesiedelt, die neben Fördermaßnahmen auch Auszeichnungen vergeben:

Präsidenten der Gesellschaft Deutscher Chemiker seit 1949[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gesellschaft deutscher Chemiker (Hrsg.): 50 Jahre GDCH : Chemie erlebt, Redaktion: Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-924763-79-8.
  • Walter Ruske: 100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft. Im Auftrag der Gesellschaft Deutscher Chemiker verfasst. Weinheim/Bergstr.: Verlag Chemie 1967
  • Adolf Butenandt: 100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft, in: Chemische Berichte 100 (1967) Seiten CLIX-CLXXI

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. chemkrist.de
  2.  Fresenius J Anal Chem. Springer, Berlin 1999, ISSN 0939-0065, S. M87.
  3. Die SEC auf der Webseite der GDCh
  4. Einladung zum SEC-Jahrestreffen 2014
  5. GDCh-Lehrerfortbildung
  6. GDCh-Preise. GDCh.de, abgerufen am 8. Juli 2013.
  7. Programm "Historische Stätten der Chemie" der GDCh. GDCh.de, abgerufen am 8. Juli 2013.