Gesellschaft für Erdkunde

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Vereinssitz ist das Alexander-von-Humboldt-Haus in Berlin-Steglitz
Die bisherigen Präsidenten der Berliner Gesellschaft für Erdkunde (aus: Die Gartenlaube 1878)

Die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin ist eine Vereinigung mit dem Ziel, die geowissenschaftliche Forschung zu unterstützen. Am 20. April 1828 traf sich ein kleiner Kreis der Mitstifter der Gesellschaft in Berlin; bei der vorbereitenden Sitzung im Haus von Prof. Christian Friedrich Gottlieb Wohlers waren Hauptmann Johann Jacob Baeyer, Major Karl von Rau, Director Karl Friedrich von Klöden, Major Franz August von Etzel, Prof. Johann August Zeune und Prof. Heinrich Berghaus anwesend. Man formulierte den Zweck der zu gründenden Gesellschaft, die „Beförderung der Erdkunde im weitesten Sinne des Worts durch mündliche oder schriftliche Mittheilung“. An der konstituierenden Sitzung der Gesellschaft, am 7. Juni 1828, nahmen 27 Personen teil.[1]

Zum ersten Vorsitzenden wurde Carl Ritter gewählt. Spätere Vorsitzende waren die Afrikaforscher Heinrich Barth (bis 1865) und Gustav Nachtigal. Unter Barths Vorsitz widmete sich die Gesellschaft besonders der Förderung junger Forschungsreisender, nicht nur in Afrika. Zu ihnen gehörte beispielsweise der Saharaforscher Gerhard Rohlfs. Sitz der Gesellschaft war seit 1899 das Fürstenberg-Palais in der Berliner Wilhelmstraße; seit 1967 befindet sich der Sitz im Alexander-von-Humboldt-Haus in Berlin-Steglitz.

Im Jahr 1933 zeichnete die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin Sven Hedin für die Chinesisch-Schwedische Expedition, Erich von Drygalski für die Gauss-Expedition und Alfred Philippson für seine Ägäis-Forschung mit der Ferdinand-von-Richthofen-Medaille aus.

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Gesellschaft für Erdkunde wirkten, gehören Friedrich Schmidt-Ott als „Vorsitzer“, zuvor preußischer Kulturminister und ein wichtiger Gestalter der Wissenschaftslandschaft in Deutschland, sowie der Geograph, Geopolitik-Experte und Verfasser von Dramen und Gedichten Albrecht Haushofer, der von 1928 bis 1940 Generalsekretär der Gesellschaft war.

Die Gesellschaft finanziert sich über Mitgliedsbeiträge sowie durch die Stiftung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin (GfE-Stiftung).

Die Gesellschaft bietet regelmäßig Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen in den Räumen ihres Alexander-von-Humboldt-Hauses in Berlin-Steglitz an und führt – auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen – Tagungen, Arbeitskreissitzungen und Exkursionen durch. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift DIE ERDE, der ältesten der derzeit publizierten Fachzeitschriften der Geographie in Deutschland; diese erscheint in englischer Sprache und dient der weltweiten Verbreitung der Erträge deutscher geographischer Forschung.

Gegenwärtiger „Vorsitzer“, so der traditionelle Titel des Präsidenten, ist Hartmut Asche, Professor für Kartographie und Geoinformatik an der Universität Potsdam. Die Geschäftsführung hat der Generalsekretär Christof Ellger inne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Zögner: Veröffentlichungen über Carl Ritter. In: Karl Lenz (Hrsg.): Carl Ritter – Geltung und Deutung. Beiträge des Symposiums anläßlich der Wiederkehr des 200. Geburtstages von Carl Ritter, November 1979. Verlag D. Reimer, Berlin 1981, S. 225–229, ISBN 3-496-00183-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verschiedene: Die Gartenlaube (1878). Leipzig: Ernst Keil, 1878, Seite 294-296, mit Abbildung der ersten Vorsitzenden und von Baeyer. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Gartenlaube_(1878)_294.jpg&oldid=1897397 (Version vom 27. Oktober 2012), abgerufen am 30. Juli 2013

52.4581813.30829Koordinaten: 52° 27′ 29″ N, 13° 18′ 30″ O