Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst

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Die Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e. V. ist ein Geschichtsverein für die Erforschung der Geschichte Pommerns.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Gesellschaft wurde 1824 durch den Oberpräsidenten der preußischen Provinz Pommern, Johann August Sack, als Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde gegründet. Sie gehört somit zu den ältesten deutschen Geschichtsvereinen. Es wurden zunächst zwei Ausschüsse gebildet, einer in Stettin, der für Altpommern, also Hinterpommern und Altvorpommern, zuständig sein sollte, und einer in Greifswald für Neuvorpommern. Letzterer konstituierte sich aber erst 1826.

Aus dem Greifswalder Ausschuss wurde unter der Leitung von Theodor Pyl in den 1860er Jahren eine vom Zentralverein so gut wie unabhängige Abteilung, aus der 1899 der Rügisch-pommersche Geschichtsverein hervorging.

Mit den Ereignissen des Jahres 1945 (nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges Vertreibung aus Hinterpommern, in Vorpommern Bildung der SBZ) wurde die Arbeit der Gesellschaft unterbrochen, nachdem ihre Tätigkeit faktisch bereits zwischen 1940 (letzte Ausgabe der Vereinszeitschrift Baltische Studien) und 1942 (letzter Jahresbericht des Vorsitzenden) eingestellt worden war.

Die Gesellschaft wurde 1954 in Hamburg wieder gegründet. Als weitere Aufgabe wurde die Pflege der Kunst übernommen und daher der Name zu Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst erweitert. Vorausgegangen war 1952 die Gründung des Hans-Lange-Bundes für Pommern, in dem sich viele der früheren Mitglieder der Gesellschaft wiederfanden, u. a. der letzte Vorsitzende Adolf Diestelkamp. Der Bund verstand sich als Arbeitsgemeinschaft für Kultur und Wissenschaft, existierte aber nur zwei Jahre.

Zunächst nur auf Hamburg beschränkt, wurden bereits 1955 in Berlin und 1956 in Bonn Abteilungen der Gesellschaft gebildet. Später kam noch eine Abteilung in München hinzu. Aber erst 1990 konnte die Gesellschaft mit der Gründung einer Abteilung Vorpommern wieder in Vorpommern tätig werden. 1998 verlegte sie ihren Sitz von Hamburg nach Greifswald.

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Gesellschaft hat heute etwa 580 Mitglieder (Stand 2012,[1] im Jahre 2007 waren es noch über 600 Mitglieder[2]). Die größte Abteilung ist die Abteilung Vorpommern mit über 300 Mitgliedern (Stand 2012)[1]. Weitere Abteilungen bestehen in Berlin, Bonn, Hamburg und München.

Die Bibliothek der Gesellschaft befindet sich als Depositum in der Universitätsbibliothek Greifswald, wo sie in den regulären Bibliothekskatalog eingearbeitet wird.[3] Zuvor war sie bis Ende 2009 im Herder-Institut in Marburg (Lahn) aufgestellt.[3]

Der ältere Buchbestand und die Handschriftensammlung sowie das eigentliche Archiv der Gesellschaft waren vor 1945 im Staatsarchiv Stettin untergebracht. Sie befinden sich heute teils im polnischen Staatsarchiv Stettin, teils im Landesarchiv Greifswald. Die Unterlagen des Greifswalder Ausschusses bzw. der Greifswalder Abteilung befinden sich im Universitätsarchiv Greifswald. [4]

Veröffentlichungen der Gesellschaft[Bearbeiten]

  • Baltische Studien. Jährlich erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift, 1832 bis heute, mit einer Unterbrechung von 1940 bis 1955.
  • Monatsblätter der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde. 1887 bis 1942.
  • Quellen zur pommerschen Geschichte. 5 Bände, 1885 bis 1922.

Vorsitzende[Bearbeiten]

Die Liste ist unvollständig

Literatur[Bearbeiten]

  • Adalbert Holtz: 150 Jahre Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde. In: Baltische Studien. NF 60 (1974), S. 7–31, dort auch ein Verzeichnis der weiterführenden älteren Literatur.
  • Rembert Unterstell: Klio in Pommern. Die Geschichte der pommerschen Historiographie 1815 bis 1945. (=Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 113), Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 1996, ISBN 3-412-14495-9.
  • Roderich Schmidt: 175 Jahre Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst. In: Baltische Studien. Bd. 86 N. F., 2000, ISSN 0067-3099, S. 7–24. Neu abgedruckt in: Roderich Schmidt: Das historische Pommern. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2007, ISBN 978-3-412-27805-2, S. 712–738.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Jahresbericht des Vorsitzenden der Gesellschaft für pommersche, Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. für die Zeit vom 24. September 2011 bis zum 6. Oktober 2012. In: Baltische Studien Band 98 N.F., 2012, ISSN 0067-3099, S. 235–243.
  2. Die Pommersche Zeitung. Nr. 37/2007, S. 3.
  3. a b Die Pommersche Zeitung. Nr. 10/2010, S. 2.
  4. Heiko Wartenberg: Archivführer zur Geschichte Pommerns bis 1945., München 2008, S. 95, 131, 182.
  5. Nachruf in Blätter für Deutsche Landesgeschichte Bd. 89 (1952), S. 347.
  6. Nachruf in Der Archivar 2. Jg. (1949), H. 2, Sp. 82ff.
  7. Nachruf in Baltische Studien NF 43 (1955), S. 7ff.
  8. Christoph von der Ropp: Carl Meister. In: Baltische Studien. Band 49 N.F., 1962/1963, ISSN 0067-3099, S. 6–7.
  9. Nachruf in Baltische Studien NF 60 (1974), S. 147f.
  10. Nachruf in Baltische Studien NF 77 (1990), S. 127f.