Gesine Cukrowski

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Gesine Cukrowski beim Deutschen Fernsehpreis 2012
Gesine Cukrowski auf der Berlinale 2009

Gesine Cukrowski (* 23. Oktober 1968 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Schule und Studium[Bearbeiten]

Gesine Cukrowski, Tochter einer gelernten Krankenschwester und freischaffenden Künstlerin und eines Ingenieurs, besuchte das katholische Gymnasium St. Marien in Berlin-Neukölln. Nach dem Abitur schloss sie ein Grundstudium in den Fächern Germanistik und Theaterwissenschaften ab und studierte im Anschluss jeweils ein Semester lang Religionswissenschaften und Psychologie in Berlin. Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie im Studententheater. Anschließend absolvierte sie ihr Studium an der Schauspielschule Maria Körber, wo sie auch ihren Abschluss machte.[1]

Ihren Gesangsmeisterkurs legte Gesine Cukrowski bei der Brecht- und Weill-Chansonnière Gisela May ab. Anfang 2001 machte die Schauspielerin sich mit ihrer Filmproduktionsfirma „affect film“ selbstständig.[2]

Fernseh- und Theatererfolge[Bearbeiten]

1991 gab Gesine Cukrowski ihr Kinodebüt in Hellmuth Costards Film Aufstand der Dinge. Ihren Durchbruch im Fernsehen hatte sie an der Seite von Benno Fürmann in der RTL-Serie aus dem Ruhrpott Und tschüss!.[3] Mit dem Film Die Schläfer gelang der Schauspielerin 1998 ein großer Erfolg, ebenso mit der ZDF-Serie Der letzte Zeuge, in der sie von 1998 bis 2007 an der Seite von Ulrich Mühe und Jörg Gudzuhn eine Gerichtsmedizinerin spielte. Nach dem Tod Mühes erklärte Gesine Cukrowski nach Gesprächen mit dem ZDF über die Süddeutsche Zeitung, dass sie „aus Respekt und Zuneigung zu ihrem verstorbenen Serienpartner Ulrich Mühe“ für weitere Folgen nicht zur Verfügung stehen werde; die Serie wurde daraufhin eingestellt. Im Theater war Cukrowski insbesondere in den späten 1990er Jahren sehr erfolgreich. Einen Höhepunkt in ihrer Karriere stellte ihr Auftritt bei den Salzburger Festspielen 1999 dar, wo sie die Hauptrolle der Cressida spielte. 1999 gehörte sie zum festen Ensemble des Theater Basel, das zum Theater des Jahres gekürt wurde. Dort konnte die Berlinerin insbesondere mit der Bachmann-Inszenierung von Tankred Dorsts Merlin große Erfolge feiern. Ein Jahr später kehrte sie nach Berlin zurück. 2001 spielte Gesine Cukrowski eine Nebenrolle im – von der Kritik verrissenen – US-amerikanischen Psycho-Thriller Feardotcom.[4] Die Hauptrollen waren mit der aus Ronin bekannten Natasha McElhone und dem Academy-Award-nominierten irischen Schauspieler Stephen Rea besetzt.

Schauspielerische Wandlungsfähigkeit[Bearbeiten]

In dem ZDF-Film Das Wunder von Berlin verleiht Gesine Cukrowski ihrer Figur, einer hochrangigen Stasi-Mitarbeiterin, eine unaufgeregte Selbstverständlichkeit und Autarkie. In Judith Kemp spielte sie eine vierfache Familienmutter mit kriminellem Ehemann im Arbeiterviertel Berlin-Neukölln; in Feardotcom das furchterregende Medium eines psychopathischen Arztes (Stephen Rea). In der temporeichen Komödie Der Bestseller gab sie an der Seite von Ottfried Fischer eine realitätverlierende Krimiautorin, die auf äußerst skurrile und komische Art konsequent die 1920er Jahre lebt.

Weiteres[Bearbeiten]

  • 2006 nahm Gesine Cukrowski ihr erstes Hörbuch auf; sie las den Kriminalroman Der Vierzehnte Stein der französischen Autorin Fred Vargas.
  • Gesine Cukrowski unterstützt insbesondere mit dem Hamburger Verein Sternipark e.V. hilfsbedürftige Menschen. Der Verein kümmert sich unter anderem um werdende Mütter, die ihr Baby anonym zur Welt bringen möchten. Seit 2010 ist sie Vorstandsvorsitzende der in Hamburg ansässigen Stiftung Findel-Baby Mütter in Not.[5]
  • Die Schauspielerin lebt mit ihrer Tochter (* 2001) und ihrem Lebensgefährten, dem Drehbuchautor Michael Helfrich, in Berlin. Nach dem Tod der Schauspielerin Susanne Lothar im Juli 2012 haben Gesine Cukrowski und ihr Lebensgefährte die Vormundschaft für eines der hinterbliebenen Kinder aus der Ehe Susanne Lothars und des 2007 verstorbenen Ulrich Mühe übernommen.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hörbuch[Bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten]

1989: Studiobühne der FU Berlin:

1990: Studiobühne der FU Berlin:

  • Überlebensgroß Herr Krott von Martin Walser; Regie: Bernd Mottl; Rolle: Running Gag

1991: Theater Affekt:

1993/1994: Fliegendes Theater Berlin:

1995: Theater Affekt:

  • Lila von J.W. Goethe; Regie: Stefan Bachmann; Hauptrolle: Sophie

1996/1997: Theater Landesbühne Hannover:

Volksbühne Berlin:

1998: Theater Affekt in den Sophiensaelen Berlin:

  • 50er Jahre Musikprogramm mit Gesine Cukrowski und Ursula Ofner; Regie: Cuco Wallraff

1999–2003: Theater Basel:

Salzburger Festspiele & Theater Basel:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gesine Cukrowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesine Cukrowski, in: Internationales Biographisches Archiv 19/2011 vom 10. Mai 2011, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 22. November 2013 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Gesine Cukrowski Starguide bei prisma.de. Abgerufen am 22. November 2013.
  3. Porträt Gesine Cukrowski bei kino.de. Abgerufen am 22. November 2013.
  4. FeardotCom bei rottentomatoes.com
  5. Stiftung Findelbaby bei sternipark.de
  6. Biographie: Gesine Cukrowski bei wdr.de
  7. Gesine Cukrowski bei schlag-agentur.de. Abgerufen am 22. November 2013.
  8. Dora Heldt: Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Online-Filmdatenbank bei ofdb.de