Gesprengter Giebel

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Gesprengter Dreiecksgiebel beim Felsgrab Ed-Deir in Petra
Gesprengter Giebel als segmentbogenförmige Fensterbekrönung aus der Zeit des Historismus
Sony Building, New York

Gesprengter Giebel, oder Sprenggiebel[1], auch gebrochener Giebel, ist ein Fachbegriff aus Architektur- und Kunstgeschichte.

Ein gesprengter Giebel ist die Ausführung eines Giebels, bei dem dessen Mitte nicht geschlossen, sondern geöffnet ist. Der Mittelteil ist scheinbar unvollendet, wirkt „gesprengt“.[2] Dieser Mittelteil kann allerdings mit Gestaltungselementen ausgeschmückt sein.

Der gesprengte Giebel wird vor allem mit der Architektur des Barock[2], dem 17. und 18. Jahrhundert[3] und seiner Fassadengestaltung in Verbindung gebracht. Er findet sich aber bereits in der Antike, im späten Hellenismus, so bei den Felsengräbern von Petra und war auch in der Römischen Architektur vertreten.[4]

Das Motiv des gesprengten Giebels wird in der europäischen Architektur bis zum Historismus des 19. Jahrhunderts verwendet. Häufig auch als Ziergiebel, als sogenannte Bekrönung oder Verdachung von Fenstern und Türen. Mit dem Durchbruch der modernen Architektur seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts verschwand das Motiv, wurde Jahrzehnte später aber vereinzelt als Zitat in der Postmodernen Architektur wieder aufgegriffen. Als bekanntes Beispiel gilt Philip Johnsons AT&T Building (1979–1984, heute „Sony Building“) in New York.

Wie viele andere Motive der Architektur wurde auch der gesprengte Giebel bei der Gestaltung von Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen übernommen. So wurden insbesondere im Historismus Einrichtungsgegenstände damit „bekrönt“.[5]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. so bei Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur, 4. Auflage, Stuttgart, Kröner, 2005, Lemma Sprenggiebel, sowie Hans-Joachim Kadatz: Wörterbuch der Architektur, Leipzig, 1988, Lemma Sprenggiebel
  2. a b nach Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur, 4. Auflage, Stuttgart, Kröner, 2005, Lemma Sprenggiebel
  3. nach Hans-Joachim Kadatz: Wörterbuch der Architektur, Leipzig, 1988, Lemma Sprenggiebel
  4. Satz nach Christoph Höcker: Metzler Lexikon antiker Architektur, Stuttgart, Metzler/Poeschel, 2004, Lemma Gesprengter Giebel
  5. vgl. Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.: Historismus mit Schlafzimmer-Ensemble aus der Zeit um 1880. online unter http://www.hofmobiliendepot.at/das-museum/rundgang-durch-das-museum/historismus.html (Abgerufen am 30. September 2008)