Gethyllis

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Gethyllis
Gethyllis ciliaris, Illustration aus Robert Jacob Gordon: The Man and his Travels at the Cape - Patrick Cullinan, 1743-1795. Bei der größeren Figur mit der Beere und bei der kleineren Figur mit der einzeln stehenden Blüte.

Gethyllis ciliaris,
Illustration aus Robert Jacob Gordon: The Man and his Travels at the Cape - Patrick Cullinan, 1743-1795.
Bei der größeren Figur mit der Beere und bei der kleineren Figur mit der einzeln stehenden Blüte.

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Amaryllidoideae
Tribus: Haemantheae
Gattung: Gethyllis
Wissenschaftlicher Name
Gethyllis
L.

Die Pflanzengattung Gethyllis gehört zur Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Die etwa 32 bis 35 Arten sind im Südlichen Afrika beheimatet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Die Gethyllis-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen, die je nach Art Wuchshöhen von 3 bis 30 cm erreichen. Sie besitzen lange fleischige Wurzeln. Sie bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane um lange Trockenperioden zu überstehen; sie ragen nicht aus dem Boden heraus. Sie bilden oft Bestände. Oft besitzen die Zwiebeln ein auffälliges oberes Ende und dort sind oft am Ansatz der Laubblätter eine oder wenige, die Laubblätter umgebende, Blattscheiden vorhanden. Diese Blattscheiden sind bei einigen Arten, beispielsweise Gethyllis britteniana, schön rötlich gefleckt oder beispielsweise bei Gethyllis verticillata ausgefranst. Bei diesen Geophyten sind während der Blütezeit in der Trockenzeit die Blätter vertrocknet. Frische Blätter treiben erst nach der Blütezeit wieder aus und sind oft gleichzeitig mit den Früchten vorhanden.

Die wenigen bis mehreren nur grundständigen Laubblätter sind ungestielt. Die einfachen Blattspreiten sind häufig spiralig gedreht, lineal bis riemenförmig oder elliptisch und parallelnervig. Die Blattflächen sind oft flaumig mit einfachen, T-förmigen oder medifixen Trichomen behaart. Der Blattrand ist glatt.

Blütenstand und Blüten[Bearbeiten]

Der kurze Blütenstandsschaft befindet sich unter der Erdoberfläche. Die Blüten stehen einzeln in einem stark reduzierten Blütenstand kurz über dem Boden. Im knospigen Zustand umhüllt eine Spatha, die aus zwei verwachsenen, häutigen Tragblättern gebildet wird, den Blütenstand. Die steifen bis laschen Blütenstiele sind so lang oder deutlich länger als die Blütenhülle. Die Blüten sind dicht zusammen hängend angeordnet oder stehen weit ausgebreitet im Blütenstand. Die Blütenstiele sind während der Anthese kurz und verlängern sich bis zur Fruchtreife.

Die Blütezeit aller Gethyllis-Arten liegt im südafrikanischen Sommer. Die Blütenhülle ist nur relativ kurz (zwei bis drei Tage) haltbar und die Blüten blühen in einem Bestand gleichzeitig auf. Die meist zwittrigen Blüten sind vollständig, oder nur im Bereich des Griffels nicht, radiärsymmetrisch und dreizählig. Bei einigen Arten sind, wenn die Zwiebeln noch klein sind, die Blüten rein männlich, wenn die Zwiebeln groß sind werden aber zwittrige Blüten gebildet; dies hängt also wohl mit den Ressourcen der Zwiebeln ab. Die sechs gleichgeformten Blütenhüllblätter sind zu einer langen, schlanken, fleischigen, zylindrischen Röhre verwachsen. Die freien Bereiche der Blütenhüllblätter sind kürzer als die Blütenröhre, schmal bis breit lanzettlich und ausgebreitet. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von rosafarben über cremefarben bis weiß, oft mit dunkel-rosafarbenen Streifen. Es sind entweder sechs (beispielsweise bei Gethyllis verticillata) oder als Ausnahme innerhalb der Familie der Amaryllidaceae 12, 18 bis zu 60 Staubblätter vorhanden; sie überragen die Blütenhülle meist nicht. Die in der Blütenröhre inserierten, relativ kurzen Staubfäden sind untereinander frei oder auf einem Teil ihrer Länge verwachsen. Die basifixen, leuchtend gelben Staubbeutel sind lineal und rollen sich während ihrer Entwicklung zurück. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen, der von der Spatha umhüllt ist und im „Zwiebelnacken“ steckt sowie unterirdisch ist. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen. Der dünne, je nach Art kurze bis lange Griffel ist aufrecht oder zur Seite gebogen und endet mit einer kleinen kopfigen bis breit dreilappigen Narbe. Die oft stark und süßlich duftenden Blüten enthalten keinen Nektar. Es liegen keine Beobachtungen zu den Bestäubern vor.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die relativ großen (fingerlangen), keulenförmigen bis zylindrischen, relativ dünnwandigen Beeren färben sich bei Reife gelblich bis weiß, oft mit roten Tupfen und öffnen sich zu unregelmäßigen Teilen; sie enthalten viele Samen. Die Beeren sind essbar und aromatisch. Sie enthalten entweder viele, kleine oder wenige große Samen. Die fast kugelförmigen Samen sind hart und mehr oder weniger fleischig sowie cremefarben bis rötlich. Der Embryo ist grün. Die Früchte reifen langsam und werden dann etwa im September durch den verlängerten Fruchtstiel über den Boden gehoben.

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x=6.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die 32 bis 35 Arten sind im Südlichen Afrika beheimatet. Gethyllis-Arten kommen hauptsächlich (30 Arten) in semiariden Gebieten mit Winterregengebiet vor. Die meisten Arten sind Vegetationselememente in der Sukkulenten-Karoo gefolgt vom Fynbos. Einige Arten kommen auch in der Großen Karoo vor. Nur Gethyllis transkarooica und Gethyllis longistyla gedeihen im Sommerregengebiet der Nama-Karoo. Gethyllis-Arten besiedelnd die Höhenlagen von küstennahen Gebieten (Kap-Faltengürtel) bis ins hochgelegene Inlandsplateau. Am häufigsten sind sie auf freien Flächen zu finden, die keine Konkurrenz von Sträuchern und Gräsern aufweisen. Wenige Arten (beispielsweise Gethyllis afra und Gethyllis kaapensis) gedeihen an saisonal feuchten Standorten.

Systematik sowie Gefährdung der Arten[Bearbeiten]

Der Gattungsname Gethyllis wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, S. 442[1] erstveröffentlicht. Typusart ist Gethyllis afra L..[2] Ein Synonym von Gethyllis L. ist Klingia Schönland[3][4]. Der Gattungsname Gethyllis leitet sich vom griechischen Wort gethyon ab, das Zwiebel bedeutet und Küchenzwiebel oder Lauch meint, dies bezieht sich auf den Habitus und nicht auf die Verwendbarkeit in der Küche.

Die Gattung Gethyllis gehört zur Subtribus Gethyllidinae (namensgebende Gattung) aus der Tribus Haemantheae in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllidaceae. Früher wurde sie auch in die Familie der Liliaceae eingeordnet.[3]

Es gibt etwa 32 bis 35 Arten in der Gethyllis:[5][4][6]

  • Gethyllis afra L.: Die Heimat ist das Westkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis barkerae D.Müll.-Doblies: Mit zwei Unterarten im Westkap.
  • Gethyllis britteniana Baker: Mit drei Unterarten im West- und Nordkap, eine davon wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis campanulata L.Bolus: Die Heimat ist das Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis cavidens D.Müll.-Doblies: Heimat: Südafrika (Kap)
  • Gethyllis ciliaris (Thunb.) Thunb.: Mit zwei Unterarten im Westkap.
  • Gethyllis fimbriatula D.Müll.-Doblies: Es ist ein Endemit in Matjiesfontein im Westkap.
  • Gethyllis grandiflora L.Bolus: Sie kommt nur von Richtersveld bis Komaggas im Nordkap vor. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis gregoriana D.Müll.-Doblies: Sie kommt nur von Nieuwoudtville bis Biedouw Valley im Westkap und Nordkap vor. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten aber nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis hallii D.Müll.-Doblies: Sie kommt nur von Bitterfontein bis Nuwerus im Nordkap vor. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten aber nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis heinzeana D.Müll.-Doblies: Heimat: Südafrika (Kap)
  • Gethyllis kaapensis D.Müll.-Doblies: Dieser seltene Endemit kommt nur auf der Kap-Halbinsel vor. Es waren nur drei Populationen bekannt, von denen zwei durch Besiedlung verloren gegangen sind. Es gibt weniger als 250 Exemplare in der letzten Population im Table-Mountain-Nationalpark. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis lanuginosa Marloth: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis lata L.Bolus: Mit zwei Unterarten im Nordkap, eine davon wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten aber nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis latifolia Masson ex Baker: Von diesem sehr seltenen Endemiten sind nur vier Exemplare an einem Standort in Bitterfontein im Namaqualand Klipkoppe-Buschland auf Böden über Granit. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet.
  • Gethyllis linearis L.Bolus: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis longistyla Bolus: Sie kommt nur im Sneeuberg-, Agter-Sneeuberg- und Nuweveld Gebirge im Ost- und Westkap vor. Dort gedeiht sie im Fynbos im Gipfelbereich von Dolerit-Ketten. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten aber nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis marginata D.Müll.-Doblies: Heimat: Südafrika (Kap)
  • Gethyllis namaquensis (Schönland) Oberm.: Von ihr sind etwa 100 Standorte nur im nördlichen Namaqualand und südlichen Namibia bekannt. Es wird geschätzt, dass es insgesamt etwa 10000 Exemplare an Naturstandorten gibt. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis oligophylla D.Müll.-Doblies: Heimat: Südafrika (Kap)
  • Gethyllis oliverorum D.Müll.-Doblies: Heimat: Südafrika (Kap)
  • Gethyllis pectinata D.Müll.-Doblies: Von Nieuwoudtville bis Calvinia im Nordkap gedeiht sie in der Sukkulenten-Karoo. Sie wurde 2009 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis roggeveldensis D.Müll.-Doblies: Die Heimat ist das Nordkap in Südafrika.
  • Gethyllis setosa Marloth: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis spiralis (Thunb.) Thunb.: Die Heimat ist das Ostkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis transkarooica D.Müll.-Doblies: Im Südlichen Afrika ist sie weit verbreitet. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis uteana D.Müll.-Doblies: Die Heimat ist das Westkap.
  • Gethyllis verrucosa Marloth: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis verticillata R.Br.: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
  • Gethyllis villosa (Thunb.) Thunb.: Die Heimat ist das Westkap und Nordkap. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.

Nutzung[Bearbeiten]

Gethyllis-Arten werden auf Grund der kurzen Blühdauer selten als Zierpflanzen verwendet. Die aromatischen Früchte sind essbar. Früchte und Blüten werden in der traditionellen Volksmedizin verwendet. Heute noch wird aus den Früchten von Gethyllis afra „Kukumakranka Brandy“ hergestellt, der als Heilmittel gegen Kolik und Verdauungsbeschwerden verwendet wird.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei biodiversitylibrary.org. abgerufen am 18. Februar 2012
  2. Eintrag bei Tropicos. abgerufen am 18. Februar 2012
  3. a b Gethyllis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 18. Februar 2012.
  4. a b Eintrag bei amaryllidaceae.org. (französisch, abgerufen am 14. Februar 2012)
  5. Gethyllis in Suchmaske eingeben bei World Checklist of Selected Plant Families von Royal Botanic Gardens, Kew. abgerufen am 18. Februar 2012
  6. D. A. Snijman & J. E. Victor, 2004: Gethyllis, In: National Assessment: Red List of South African Plants. abgerufen am 18. Februar 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gethyllis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien