Getty Images

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Getty Images
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Rechtsform Corporation
Gründung 1995
Sitz Seattle
Mitarbeiter 1.600
Branche Bildagentur
Website gettyimages.com
Die Getty Images Gallery in London

Getty Images, Inc. ist eine amerikanische Bildagentur, die im Jahr 1995 vom Milliardenerben Mark Getty und Jonathan Klein gegründet wurde. Ihre Zentrale befindet sich in Seattle, im US-Bundesstaat Washington, die europäische Geschäftsstelle in London, die deutsche Niederlassung in München. Insgesamt werden in über 50 Ländern etwa 1.600 Mitarbeiter beschäftigt.

Getty Images verfügt über ein Archiv von über 80 Millionen Bildern und Illustrationen und rund 30.000 Stunden Filmaufnahmen. Das Unternehmen ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Werbung/Grafik Design, Medien (Druck- und Online-Publikationen) und Firmenkommunikation mit anderen Unternehmen. Getty Images hat Geschäftsstellen auf der ganzen Welt und veröffentlicht Bildersammlungen im Internet und auf CD-ROM. Das Unternehmen befindet sich in direkter Konkurrenz zu Bill Gates' Bildagentur Corbis.

Geschichte[Bearbeiten]

1996 erwarb das Unternehmen das Bildarchiv der Picture Post, das nunmehr unter dem Namen Hulton Picture Library bzw. Hulton Archive firmiert. Das Archiv ist eine der größten Fotografie-Sammlungen der Welt und beherbergt unter anderem Pressefotos des Britischen Pressearchivs ab dem 19. Jahrhundert, die digital zugänglich sind.[1] Im April 2003 ging Getty Images eine Kooperation mit der Nachrichtenagentur Agence France-Presse ein, womit sich beide Unternehmen den Zugang zu den jeweiligen Bildarchiven sicherten.[2] 2005 rief das Unternehmen mit den Grants for Good und den Grants for Editorial Photography Stipendien in Höhe von jährlich 150.000 Dollar[3] ins Leben, die an Fotojournalisten, gemeinnützige Fotografen und an Studenten vergeben werden.[4] Im Februar 2006 übernahm Getty Images die kanadische Microstock-Agentur iStockphoto.

Im Januar 2008 stellte sich die Agentur selbst zum Verkauf und fand nach einmonatiger Suche in der Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman einen neuen Eigentümer. Der Übernahmepreis betrug inklusive Schulden 2,4 Mrd. Dollar, der Kaufpreis mit 34 Dollar je Aktie (55 % Aufschlag auf den letzten Schlusskurs) 2,1 Mrd. Dollar.

2009 ging Getty Images eine Kooperation mit Flickr ein, die es den Mitgliedern des Imagehosters ermöglicht, ihre Bilder bei Getty Images lizenzieren zu lassen.[5]

Im August 2012 übernahm die börsennotierte US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group die Mehrheitsbeteiligung an Getty Images. Mitgründer Mark Getty und seine Familie bleiben an der Firma fast im gleichen Maße wie bisher beteiligt.[6]

Ab März 2014 stellte das Unternehmen 35 Millionen Bilder zur kostenlosen Nutzung für nicht-kommerzielle Zwecke zur Verfügung. Allerdings müssen die Fotos auf den Webseiten als Embedded Link eingebunden werden und Getty behält sich das Recht vor, über den eingebetteten Code Daten zu sammeln, Werbung einzublenden und die Fotos wieder zu löschen.[7]

Urheberrecht[Bearbeiten]

Anfang 2008 geriet Getty Images in die Kritik der Netzgemeinschaft, weil das Unternehmen offenbar in großer Zahl nicht lizenziertes Bildmaterial abmahnte und für die unrechtmäßige Nutzung Summen in vierstelliger Höhe je Bild verlangte. Laut Medienberichten unterliefen Getty Images dabei Fehler, so dass auch Kunden abgemahnt wurden, die über eine gültige Lizenz verfügten.[8]

Getty Images arbeitet mit der US-amerikanisch-israelischen Firma PicScout zusammen, um das Internet nach urheberrechtsgeschützten Bildern zu durchsuchen.

Im September 2008 forderte ein EDV-Unternehmen Getty Images durch eine negative Feststellungsklage heraus und erlitt dabei eine Niederlage.[9][10]

Im Mai 2011 wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive mit Stockphotorights eine Informationskampagne ins Leben gerufen, die sich um Aufklärung im Bereich Urheberrecht und Lizenzierung von Bildmaterial bemüht.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Getty Images – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hinter jedem Bild eine Geschichte. In: FOCUS Online, 14. November 2008. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  2. GETTY IMAGES AND AGENCE FRANCE-PRESSE (AFP) ENTER INTO PARTNERSHIP TO INCREASE BREADTH, DEPTH, REACH AND QUALITY. Website von Getty Images. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  3. GETTY IMAGES SETZT SEINE STIPENDIENPROGRAMME IM JAHR 2010 IN VOLLEM UMFANG FORT. Webseite von Getty Images. Abgerufen am 20. Juli 2011.
  4. Grants offered. Webseite von Getty Images. Abgerufen am 18. Juli 2011.
  5. Getty taps into Flickr snappers. In: BBC Online, 17. Juni 2010. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  6. Carlyle kauft Bildagentur Getty für 3,3 Milliarden Dollar. manager magazin. 15. August 2012. Abgerufen am 1. September 2012.
  7. Fotoagentur Getty gibt Bilder frei bei sueddeutsche.de, abgerufen am 6. März 2014
  8. Fotoagentur Getty startet Online-Abmahnwelle. In: Spiegel Online, 15. April 2008. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  9. LG München, Az 7 O 8506/07, Urteil vom 18. September 2008 - Text auf webhosting-und-recht.de
  10. Gericht: Sechs kopierte Bilder rechtfertigen über 10.000 Euro Schadensersatz - Artikel auf heise.de vom 24. November 2008
  11. Artikel auf Pictorial.de. Abgerufen am 15. Juli 2011.