Geusenwort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Geusenwörter (aus dem Niederländischen: geuzennaam[1]) oder Trotzwörter werden in der Linguistik Wörter bezeichnet, die ursprünglich eine Personengruppe beschimpfen sollten, von dieser aber positiv umgemünzt werden (siehe auch den Begriff Stigma-Management von Erving Goffman und die Beispiele Ortsneckname, Die Sieben Schwaben).

Geusen, niederländisch geuzen, ist der Name, den sich die niederländischen Freiheitskämpfer während des Achtzigjährigen Krieges (1568–1648) nach dem französischen Wort gueux für Bettler gaben, mit dem sie von Seiten des spanischen Adels herablassend bezeichnet wurden.

Beispiele für solche als Selbstbezeichnung positiv umgedeuteten Schimpfwörter sind Ausdrücke wie Çapulcu, Christ, Nerd, Pirat, Quäker, Queer oder Yankee.

Die Bezeichnung schwul, ebenfalls eine zunächst von Betroffenen adaptierte Beschimpfung, wird inzwischen in vielen Bereichen bereits ohne abwertende Konnotation gebraucht, hat aber unter anderem in der Jugendsprache noch immer eine pejorative Bedeutung, die sich häufig von der Ursprungsbedeutung abgelöst hat.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Van Dale Groot woordenboek van de Nederlandse taal, 13e herziene uitgave 1999
  2. Jody Daniel Skinner: Bezeichnungen für das Homosexuelle im Deutschen – Band II, Ein Wörterbuch, Die Blaue Eule, Essen 1999, ISBN 3-89206-903-4; Dissertation an der Universität Koblenz-Landau 1998