Geviertstrich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Geviertstrich (—) ist in der Typografie ein waagerechter Strich, der ein Geviert lang ist. Er wird verwendet als Spiegelstrich und in Tabellen sowie als Gedankenstrich in verschiedenen Sprachen wie dem Englischen und dem Spanischen. Andere waagerechte Striche sind das Minuszeichen, der Viertelgeviertstrich, der Halbgeviertstrich und der Doppelgeviertstrich.

Verwendung[Bearbeiten]

Der sehr lange Geviertstrich wird oft als störend empfunden, da seine Verwendung durch die Länge des Striches recht große „Löcher“ in einen Text reißt. Daher wird er im Deutschen kaum noch verwendet.

Als Spiegelstrich dient er dazu, einzelne Elemente einer Aufzählung voneinander zu trennen. Manchmal wird er bei glatten Währungsbeträgen hinter dem Dezimalkomma gesetzt (25,— €), da er in den meisten Schriftarten etwa die Breite von zwei Ziffern hat. Typografisch korrekt wäre hier aber für den Laufsatz die Verwendung des Halbgeviertstriches. In Tabellen mit Preisangaben ist der Geviertstrich jedoch durchaus erlaubt, um zwei Nullen zu ersetzen; darüber hinaus wird er aber auch fälschlich als Währungsangabe verstanden (früher DM, jetzt Euro) und ist daher auch bei nicht glatten Preisangaben z. B. auf Preisschildern von Supermärkten zu finden. Der Geviertstrich kann auch zur Kennzeichnung von Feldern ohne Eintrag in einer Tabelle oder einem Formular dienen. Außerdem wird er in Listen häufig zur Einsparung sich wiederholender Wörter, also als Unterführungszeichen verwendet.

Gedankenstrich im Englischen[Bearbeiten]

Im traditionellen englischen Schriftsatz wird der Geviertstrich auch als Gedankenstrich benutzt, allerdings ohne umschließende Leerzeichen oder lediglich von „hair spaces“ umschlossen, um die resultierende „Lücke“ im Text klein zu halten (the fire drill—it was chaos). Allerdings verschwindet diese Tradition im modernen englischen Schriftsatz immer mehr. Heute wird meist der Halbgeviertstrich mit umschließenden Leerzeichen benutzt, wie es auch im deutschen Schriftsatz der Fall ist (Was hast du gesagt – er will erst morgen kommen?).

Darstellung auf Computersystemen[Bearbeiten]

Der Geviertstrich ist im Unicodeblock Allgemeine Interpunktion an Position U+2014 (821210) enthalten und im Zeichensatz Windows-1252 an Position 151 (9716). Er kann in verschiedenen Systemen durch Tastenkombinationen oder Codes eingegeben werden:

System1 Geviertstrich (—)
Deutsche Standard-Tastaturbelegung T2 Alt Gr+4
Windows CP850 (TUI)
CP1252 (GUI) Alt+01512
Apple Macintosh +Shift+-
Linux (mit neueren Versionen von X11) Alt Gr+Shift+- oder

Compose, -, -, -

Neo Shift+Taste-rechts-neben-der-Null
OpenOffice.org-Varianten4  
Microsoft Word4 Tastenkombination Strg+Alt+- (Ziffernblock)
Unicodeeingabe 2, 0, 1, 4, Alt+C1
Vim Digraph3
Unicodeeingabe Strg+V, U, 2, 0, 1, 4
TeX/LaTeX --- oder
\textemdash (nur LaTeX)
HTML-Entität —
XML/XHTML dezimal —
hexadezimal —
Unicode U+2014
1 Viele Systeme bieten darüber hinaus auch spezifische Möglichkeiten, ein Unicodezeichen direkt einzugeben.
2 Zahleneingabe über den Ziffernblock. Alt-Taste währenddessen permanent gedrückt halten.
3 RFC 1354-orientierte Digraph-Unterstützung im Einfügemodus gemäß Dokumentation.
4 Bei aktivierter AutoKorrektur-Option lässt sich das Zeichen auch mit zwei aufeinanderfolgenden Bindestrichen (--) erzeugen, die nicht von Leerzeichen umschlossen sind.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. OpenOffice.org Wiki – Textstriche
  2. Automatisches Formatieren von Bindestrichen als Gedankenstriche und Geviertstriche