Gewöhnliche Seidenpflanze

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Gewöhnliche Seidenpflanze
Asclepias syriaca sl 2.jpg

Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca)

Systematik
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae)
Tribus: Asclepiadeae
Untertribus: Asclepiadinae
Gattung: Seidenpflanzen (Asclepias)
Art: Gewöhnliche Seidenpflanze
Wissenschaftlicher Name
Asclepias syriaca
L.

Die Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca) ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die Pflanze ist giftig. Im deutschsprachigen Raum ist auch der Trivialname Kanadische Seidenpflanze belegt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Gewöhnliche Seidenpflanze ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 2 Meter erreicht. Es wird eine Pfahlwurzel und ein Rhizom ausgebildet. Der aufrechte und behaarte Stängel ist selten verzweigt. Alle Pflanzenteile enthalten Milchsaft.

Die gegenständigen Laubblätter sind gestielt, 15 bis 30 cm lang und 5 bis 11 cm breit. Die Blattspreite ist elliptisch bis eiförmige. Die Blattunterseite filzig behaart. Der Blattrand ist glatt.

20 bis 130 Blüten stehen in doldigen Blütenständen zusammen. Die gestielten Blüten sind zwittrig. Die Krone ist purpurweiß oder grünlich. Die Nebenkronensegmente sind länglich-eiförmig und 3 bis 5 Millimeter lang.

Die Fruchtstiele sind abwärtsgebogen. Die Balgfrüchte sind 8 bis 15 cm lang und hornförmig. Die Fruchtoberfläche ist weichdornig. Die 6 bis 10 mm langen, braunen Samen besitzen einen seidigen Haarschopf.

Blütenökologie[Bearbeiten]

Insekten geraten bei der Nektarentnahme mit ihren Beinen in Klemmfallen des Gynostegiums, eines Verwachsungsproduktes von Gynoeceum und Androeceum; bei der Befreiung aus den Klemmfallen haften ihren Beinen Pollinien an.[2]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gewöhnliche Seidenpflanze kommt im östlichen Nordamerika auf Feldern, Wiesen und Wegrändern vor. In Europa ist diese Art verwildert.

In Österreich tritt die Art in Niederösterreich und unbeständig im Burgenland und in Wien auf. Sie dient bzw. diente hier als Zier- und Bienenweidepflanze und zudem versuchsweise als Pflanze zur Gewinnung von Fasern und Kautschuk. Im pannonischen Gebiet ist die Art des Öfteren aus den Kulturen verwildert und gilt gebietsweise als eingebürgert.[3]

Nutzung[Bearbeiten]

Die Gewöhnliche Seidenpflanze wird selten als Zierpflanze in Staudenbeeten genutzt, sowie als Bienenfutterpflanze und zur Gewinnung der Samenhaare als Polstermaterial. Früher fanden Versuche über die Nutzung als Faser- und Kautschukpflanze statt. Die Art ist seit spätestens 1629 in Kultur.

Die noch grüne Frucht wird auf Grund ihrer Ähnlichkeit zu Wellensittichen bzw kleinen Papageien als Dekorationsobjekt vermarktet. Man schneidet die Frucht von der Pflanze, wobei der Stiel an der Balgfrucht verbleibt. An der kleineren Verdickung der Frucht werden von beiden Seiten zwei schwarze Punkte angeklebt, die die Augen imitieren. Dann hängt man die Frucht um 180 Grad zu ihrer bevorzugten Wuchsrichtung gedreht an einen Faden. Auf Märkten findet man diese Dekoobjekte auch am Rand einer mit Wasser gefüllten Schüssel hängend.

Bilder[Bearbeiten]

Balgfrüchte.
Blütenstand
Blüten.
Habitus.
Sich öffnende, reife Balgfrucht.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 47, online.
  2. IWF Wissen und Medien: Asclepias syriaca (Asclepiadaceae) – Wirkung der Klemmfalle zur Pollination.
  3.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 713.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gewöhnliche Seidenpflanze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien