Gewöhnliche Strandsimse

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Gewöhnliche Strandsimse
Gewöhnliche Strandsimse (Bolboschoenus maritimus)

Gewöhnliche Strandsimse (Bolboschoenus maritimus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Strandsimsen (Bolboschoenus)
Art: Gewöhnliche Strandsimse
Wissenschaftlicher Name
Bolboschoenus maritimus
(L.) Palla
Strandsimsen abseits der Küsten bzw. an Süßwasserstellen werden nach neueren Erkenntnissen nicht mehr zu Bolboschoenus maritimus s.str. (im engeren Sinne) gezählt; stattdessen handelt es sich (in Deutschland) wohl meist um die 2004 beschriebene Art Bolboschoenus laticarpus[1]

Die Gewöhnliche Strandsimse (Bolboschoenus maritimus, Syn.: Scirpus maritimus L., Schoenoplectus maritimus L.), auch als Strandbinse bezeichnet, ist eine Sumpfpflanze mit lufterfüllten Räumen in den unterirdischen Organen (helomorph). Sie gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) und wurde früher wie viele Seggen- und Binsenarten als Flechtmaterial genutzt.

Unterarten, Varietäten und Hybride[Bearbeiten]

Es werden drei Unterarten unterschieden:[2]

  • Bolboschoenus maritimus subsp. maritimus (Syn.: Scirpus maritimus); weltweit vorkommend
  • Bolboschoenus maritimus subsp. affinis (Syn.: Scirpus affinis); Hawaii, Nordamerika bis Nord-Argentinien
  • Bolboschoenus maritimus subsp. paludosus (Syn.: Scirpus paludosus); Südost-Europa, Russland bis Indochina

Die Unterarten unterscheiden sich in der Färbung der Spelzen sowie in der Fruchtform und -farbe. Es wird die Varietät Bolboschoenus maritimus subsp. maritimus var. cymosus beschrieben, die in Europa bis in den Mittelmeerraum vorkommt. Ferner bildet die Gewöhnliche Strandsimse mit der eurasisch verbreiteten Verkannten Strandbinse (B. yagara) die Bastard-Strandsimse (B. maritimus x yagara).

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Strandsimse ist weltweit an geeigneten Standorten verbreitet. Sie fehlt lediglich in der Arktis. Sie ist auf das Tiefland bis zu einer Höhe von etwa 600 m beschränkt. Sie wächst auf überfluteten, meist salzhaltigen Ton- und Schlickböden der Küsten. Im Binnenland siedelt sie an Salinen sowie an See- und Flussufern. Sie tritt zum Teil bestandesbildend in den Verlandungszonen von Salzgewässern auf und bildet artenarme Riede. Sie ist die Kennart der Pflanzengesellschaft (Assoziation) des Strandsimsen-Brackwasserröhrichts (Scirpetum maritimi Tx. 1937).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die sommergrüne und ausdauernde Gewöhnliche Strandsimse erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120, zuweilen bis zu 150 Zentimetern. Ihr Wurzelstock ist kriechend. Die Ausläufer sind an der Spitze knollig verdickt. Die Stängel wachsen starr aufrecht bis übergebogen. Sie sind beblättert, scharf dreikantig und oberwärts sehr rau. Die grasartigen Blätter sind schraubig angeordnet. Die Blattscheiden der oberen Blätter sind grün, die unteren braun bis schwarz. Die flachen Blattspreiten sind allmählich in eine lange dreikantige Spitze verschmälert. Sie erreichen 2 bis 10 Millimeter Breite. Der Blattrand und der Mittelnerv sind oberwärts rau. Unterhalb des Blütenstandes entspringen zwei bis drei laubblattartige Hüllblätter, welche den Blütenstand meist weit überragen.

Die Gewöhnliche Strandsimse blüht zwischen Juni und August, teilweise bis in den Oktober. Der Blütenstand ist eine Spirre und erscheint aufgrund verkürzter Seitenäste kopfig. Die rötlichen bis schwärzlichen und eiförmig bis länglichen Ährchen sind sitzend. Sie sind zwischen 9 und 20 Millimeter lang, vielblütig und stehen zu ein bis zehn je Spirrenast. Die Spelzen sind eiförmig, zweispitzig und tragen eine etwa 7 Millimeter lange Granne in der Ausbuchtung. Die aus sechs bis acht Borsten bestehende Blütenhülle (Perianth) ist länger als die Frucht. Der Fruchtknoten ist oberständig und trägt einen dreinarbigen Griffel. Die Frucht, eine Achäne, ist etwa 3 Millimeter lang, verkehrt eiförmig und mit einer kurzen Spitze versehen. Die Früchte von B. maritimus subsp. maritimus sind im Querschnitt dreikantig und mittel- bis dunkelbraun. Auch die Spelzen sind mittel- bis dunkelbraun. Die Achänen von B. maritimus subsp. paludosus sind dagegen zweiseitig nach außen gewölbt (bikonvex) und mittelbraun. Seine Spelzen sind dunkelbraun bis strohfarben oder fast farblos. Die einseitig nach außen gewölbten (plankonvexen) Früchte von B. maritimus subsp. affinis sind weiß bis gelblich; die Spelzen gelbbraun.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Taxonomie, Verbreitung und Ökologie der Bolboschoenus-Gruppe in Europa. (Engl.; PDF online; 2,0 MB)
  2. Kew Monocot Checklist – akzeptierte und nicht akzeptierte wissenschaftliche Pflanzennamen

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Grau, B. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser. Mosaik Verlag, München 1990, ISBN 3-576-10702-9
  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bolboschoenus maritimus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Verbreitungskarten