Gewöhnliches Pfeilkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gewöhnliches Pfeilkraut
Gewöhnliches Pfeilkraut, Illustration

Gewöhnliches Pfeilkraut, Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Froschlöffelgewächse (Alismataceae)
Gattung: Pfeilkraut (Sagittaria)
Art: Gewöhnliches Pfeilkraut
Wissenschaftlicher Name
Sagittaria sagittifolia
L.

Das Gewöhnliche Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia), auch Pfeilblatt genannt, ist eine Wasserpflanze der Seichtwasserzone aus der Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). Der Name der Art leitet sich von der pfeilförmigen Gestalt der Blätter ab.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Einzelblüte

Das Gewöhnliche Pfeilkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 bis 100 Zentimetern erreicht. Die Pflanzengestalt ist sehr veränderlich; sie weist insbesondere sehr verschiedene Blattformen auf. Unterwasserblätter sind bandförmig, die auf der Wasserfläche aufliegenden Schwimmblätter sind oval geformt und die gestielten Luftblätter weisen die charakteristische und namengebende Pfeilform auf. Letztere kann wiederum unterschiedlich spitz und schmal ausgeprägt sein.

Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Der endständige Blütenstand fußt auf einem dreikantigen Schaft. Am unteren Ende des Blütenquirls befinden sich die rein weißen, kleineren weiblichen Blüten. Weiter oben befinden sich die größeren und länger gestielten männlichen Blüten. Sie weisen einen purpurroten Gaumenfleck auf. Die Blüten erscheinen von Juni bis August.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Gewöhnliche Pfeilkraut ist eine ausdauernde Sumpfpflanze und Wasserpflanze und ein Schlammwurzler. Als amphibische Pflanze kann die Art sowohl im Wasser leben als auch auf dem Land, und sie ist damit ein anschauliches Beispiel für eine umschlagende Modifikation. An sonnigen Standorten weisen die basalen Blattzipfel nach Norden; damit ist die Art auch eine Kompasspflanze.

Die Blüten sind „Pollen-Scheibenblumen“. Der Nektar wird am Grunde des Fruchtknotens abgeschieden und ist leicht zugänglich. Bestäuber sind Schwebfliegen und andere Insekten. Bei hohem Wasserstand kommt auch Kleistogamie vor. Blütezeit ist von Juni bis August.

Die zahlreichen Früchte sind einsamige, an Rücken- und Bauchnaht geflügelte, etwa 3–5 mm lange, stark abgeflachte und kurz geschnäbelte Nüsschen mit Schwimmgewebe. Da die Früchte unbenetzbar sind, ist eine Schwimmdauer bis zu 12 Monaten möglich. Ihre Ausbreitung erfolgt als Schwimmer und als Anhafter an Wasservögeln. Auch eine Ausbreitung als Windstreuer findet statt. Fruchtreife ist von August bis September.

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch stärkereiche, walnussgroße Sprossknollen, die im Herbst am Ende dünner, leicht abbrechender Ausläufer gebildet werden; sie dienen als Überwinterungsorgan wie auch als Ausbreitungsorgan. Die Knollen sind von einem Blatt umhüllt, und durch die starre Blattspitze können die Knollenstiele leicht in den Schlamm gedrückt werden.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Gewöhnliche Pfeilkraut ist im westlichen Eurasien sowie in Nordamerika zu finden. Das Vorkommen ist auf das Tiefland und Höhenlagen von bis zu 500 Metern beschränkt.

In ihrem Verbreitungsgebiet ist die Pflanze besonders häufig an den Ufern kalk- und nährstoffreicher Gewässer zu finden. Sie bevorzugt stehende oder ruhig fließende Gewässer.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Knollen der Pflanze sind sehr stärkereich und wurden früher häufig gegessen. Ungekocht soll der Geschmack der Knollen nussartig sein. In gekochtem Zustand soll er an Erbsen erinnern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elfrune Wendelberger: Pflanzen der Feuchtgebiete - Gewässer, Moore, Auen. Büchergilde Gutenberg, München 1986, ISBN 3-7632-3265-6 (bzw. BLV-Verlag, ISBN 3-405-12967-2)
  • Gerald Thompson, Jennifer Coldry, George Bernard: Der Teich. Kosmos Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-440-05670-8
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sagittaria sagittifolia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien