Gewürztraminer
Gewürztraminer, auch Roter Traminer genannt, ist eine Traminer-Weißweinsorte mit rötlich gefärbten Beeren. Im Anbaugebiet Baden ist auch die Bezeichnung Klevner bzw. Clevner zugelassen. Die genaue Abstammung ist ungeklärt (wahrscheinlich Südosteuropa, möglicherweise auch Ägypten). Der Name stammt von Tramin in Südtirol, wo Weine seit dem 11. Jhd. unter diesem Namen dokumentiert sind. In Deutschland ist der Anbau der Rebsorte um das Jahr 1500 im Mischsatz (z. B. mit Riesling) festgehalten. Gewürztraminer ergibt sehr aromatische Weine, die im Duft an Rosenblüten und an Litschi erinnern.[1]
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Anbau[Bearbeiten]
Der säurearme Gewürztraminer reift bei eher niedrigen Erträgen mittelspät, erreicht hohe Mostgewichte und zeichnet sich durch intensive Aromen aus. Rose, Litschi, Bitterorange und Marzipan sind sortencharakteristische Geschmacks- bzw. Geruchsnoten. Die Rebe stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden, letzterer soll leicht erwärmbar, tiefgründig und nicht zu trocken sein. Die Sorte neigt zur Bildung von Geiztrieben. Im Falle einer Infektion mit der durch Fadenwürmer übertragenen Reisigkrankheit ist der Ernteausfall stärker als im Mittel verglichen mit anderen Rebsorten. [2]
Die Rebsorte ist anfällig für Mutation, deshalb gibt es eine Vielfalt von Spielarten.[3]
Angebaut wird der Gewürztraminer in
- Frankreich: 3.040 ha, davon 3.036 im Elsass (Stand 2007)[4][4]
- Vereinigte Staaten: Kalifornien 636 Hektar[5] (1.590 acre), Oregon 700 ha
- Deutschland: 831 ha (Stand 2007)
- Österreich: 700 ha
- Australien: 842 ha (Quelle: Australian Government[6])
- Italien: 500 ha, davon 150 ha in Südtirol
- Südafrika: 300 ha
- Neuseeland: Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche bei noch steigender Tendenz bei 316 Hektar[7]. Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 293 Hektar.[8]
- Kroatien: 200 ha
- Schweiz: 48 ha (Stand 2007, Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW[9])
- Luxemburg: 19,4 ha (Stand 2008,[10])
- Kanada
Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten]
Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:
| Weinbaugebiet | Rebfläche (Hektar) |
|---|---|
| Ahr | - |
| Baden | 158 |
| Franken | 34 |
| Hessische Bergstraße | 4 |
| Mittelrhein | 1 |
| Mosel | 6 |
| Nahe | 25 |
| Pfalz | 347 |
| Rheingau | 5 |
| Rheinhessen | 139 |
| Saale-Unstrut | 29 |
| Sachsen | 28 |
| Stargader Land | - |
| Württemberg | 54 |
| Summe Deutschland 2007 | 831 |
Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, S. 198ff.[11]
Synonyme und Spielarten[Bearbeiten]
Die Liste der Synonyme und Spielarten[12] ist sehr lang. Da genaue Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Traminer, Gewürztraminer und anderer bisher als Klon gehandelter Sorten noch ungeklärt ist, kann es sein, dass die nachfolgende Liste nach DNS-Analysen gekürzt werden muss.
Auvernas Rouge, Blanc Brun, Blanc Court, Bon Blanc, Blauer Traminer, Christkindeltraube, Christkindlestraube, Clevener, Clevner, Crevena Ruziva, Crovena Ruzica, Diseci Traminer, Dreimaenner, Dreimannen, Dreipfenniger, Dreipfennigholz, Drumin, Drumin Ljbora, Duret Rouge, Edeltraube, Fahlroter Traminer, Fermentin Rouge, Fleischroth, Fleischtraube,[12] Fleischweiner, Formentin Rouge, Fourmenteau Rouge, Fränkisch, Fränkische Traube, Frencher, Fromente, Fromenteau, Fűszeres (Ungarn), Fűszeres tramini (Ungarn), Gänsefuß,[12]Gelber Traminer, Gentil Rose Aromatique, Gentil-duret Rouge, Gentile Blanc, Gewürzter Traminer, Gewuerztraminer, Gleenbraun, Grauer Traminer, Gringet, Gris Rouge, Haiden, Kirmizi Traminer, Klaebinger, Klaevner, Kleberoth, Kleinbraun, Kleiner Traminer, Kleinwiener, Livora, Livora Cervena, Mala Dinka, Marzimmer, Mirisavi Traminac, Nature, Nature Rose, Noble Rose, Nuernberger Rot, Pinat Cervena, Piros Tramini, Plant Paien, Princ Cerveny, Princt Cervena, Princt Cerveny, Ranfoliza, Rosentraminer, Rotclevner, Rotedel, Roter Nuerberger, Roter Nuernberger, Roter Traminer, Rotfranken, Rothklauser, Roth Tromminer, Rothweiner, Rothwiener, Rotklaevler, Rotklaevner, Rotklevner, Rousselet, Ruhmor,[12] Runziva, Rusa, Ruska, Ryvola, Salvagnin, Sandtraminer, Sauvagnin, Savagnin, Savagnin Jaune, Savagnin Rosa Aromatique, Savagnin Rose, Savagnin Rose Aromatique, Savagnin Rose Musque, Schleitheimer, St. Klauser, Termeno Aromatico, Tramín červený, Tramín kořenný, Traminac Crveni, Traminac Diseci, Traminac mirisavi (Kroatien), Traminac Mirisavi Crveni, Traminac Sivi, Traminec, Traminer, Traminer Aromatico, Traminer Epice, Traminer Musque, Traminer Parfume, Traminer Rosa, Traminer Rose Aromatique, Traminer Rot, Traminer Rozovyi, Tramini Piros, Tramintz, Trammener[13]Tromminer, Weißblank, Weißer Traminer.[12]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ (englische Sprache) ähnliche Aromen im Gewürztraminer und der Litchi.
- ↑ Horst Dietrich Mohr: Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge an der Weinrebe. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-8001-1757-4.
- ↑ Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Gräfe und Unzer, München 2003, ISBN 3-7742-0914-6, S. 288f.
- ↑ a b LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
- ↑ California grape acreage report, 2008 crop (PDF; 2,1 MB), Veröffentlicht im April 2009 vom California Department of Food and Agriculture
- ↑ AREAS OF VINES AND GRAPE PRODUCTION BY VARIETY - 2006-07 (PDF), veröffentlicht Ende April 2008
- ↑ New Zealand Winegrowers Statistical annual 2008 (PDF; 3,3 MB)
- ↑ New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007 (PDF; 384 kB)
- ↑ Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Bundesamt für Landwirtschaft BLW
- ↑ Veröffentlichung des Statistikamts (PDF; 3,8 MB) S. 144.
- ↑ Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008 (PDF; 519 kB)
- ↑ a b c d e Gerd Ulrich: Studie zur Entwicklung der Rebsorten und ihrer Bezeichnungen im Weinbau Sachsens. In: Gesellschaft für Geschichte des Weins (Hrsg.): Schriften zur Weingeschichte. Nr. 139, Wiesbaden 2002, ISSN 0302-0967, S. 36.
- ↑ E. Maul: European Vitis Database. BLE, Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn, Deutschland, 2006, abgerufen am 28. August 2007.
Literatur[Bearbeiten]
- Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
- Dagmar Ehrlich: Das Rebsorten ABC. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2005, ISBN 3-7742-6960-2.
- Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-X.
- Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. überarbeitete Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.