Gewebespezifischer Plasminogenaktivator

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Gewebespezifischer Plasminogenaktivator

Größe 527 = 275+257 Aminosäuren
Struktur Heterodimer
Kofaktor Fibrin
Isoformen 4
Bezeichner
Gen-Name PLAT
Externe IDs OMIM173370 UniProtP00750 CAS-Nummer105857-23-6
Arzneistoffangaben
ATC-Code B01AD02
S01XA13
DrugBank Einträge mehrere Einträge
Wirkstoffklasse Fibrinolytikum
Handelsnamen

Actilyse (D, A, CH)

Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.4.21.68  Serinprotease
MEROPS S01.232
Substrat Arg-+-Val in Plasminogen
Produkte Plasmin
Vorkommen
Homologie-Familie Trypsin
Übergeordnetes Taxon Lebewesen

Der gewebespezifische Plasminogenaktivator (engl. tissue-type plasminogen activator, t-PA) ist ein Enzym, das aus den Endothelzellen der Gefäßwand freigesetzt wird und als körpereigener Aktivator der Fibrinolyse wirkt. Es ist eine Serinprotease, die Plasminogen direkt in Plasmin umwandelt und so die Blutgerinnung hemmt. Im Blut gebildete Hemmstoffe des t-PA werden als Plasminogen-Aktivator-Inhibitor bezeichnet.

Eine gentechnologisch hergestellte Variante, Alteplase (recombinant tissue-type plasminogen activator, rt-PA) wird therapeutisch zur Auflösung von Thromben (Thrombolyse) genutzt.

[Bearbeiten] Alteplase

Alteplase ist der Freiname des rekombinanten gewebespezifischen Plasminogenaktivators (rt-PA). Der Arzneistoff wird als Fibrinolytikum zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thromben) bei verschiedenen Gefäßerkrankungen eingesetzt (Thrombolyse).

Der Wirkstoff Alteplase imitiert die Wirkung des natürlichen gewebespezifischen Plasminogenaktivators. Verwandte, direkt fibrinolytisch wirkende Substanzen sind Tenecteplase und Reteplase. Ähnlich, aber indirekt fibrinolytisch wirken außerdem Streptokinase und Urokinase.

[Bearbeiten] Indikationen

Anwendung findet Alteplase bei folgenden Krankheitsbildern:

Grundsätzlich muss zwischen lokaler und systemischer Lysetherapie unterschieden werden. Bei der lokalen Lysetherapie wird das Fibrinolytikum mittels Katheterintervention nahe an den Wirkort, z. B. eine akut durch ein Blutgerinnsel verschlossene Beinarterie injiziert. Bei der systemischen Lysetherapie wird das Fibrinolytikum über eine periphere Vene in den Körperkreislauf gespritzt.

Beim Einsatz aller fibrinolytischen Substanzen muss eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen, da gravierende Nebenwirkungen in Form von unstillbaren und potentiell tödlichen Blutungen auftreten können.

[Bearbeiten] Literatur

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen