Gewinnvortrag

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Der Gewinnvortrag (GV) ist der Rest des Bilanzgewinns eines Jahres, der nach Gewinnverwendungsbeschluss übrigbleibt. Er wird mit Hilfe der Bilanzposition „Gewinnvortrag/Verlustvortrag“ in das nächste Jahr vorgetragen und dient dann der betragsmäßigen Regulierung des Bilanzgewinns des Folgejahres. Ein Gewinnvortrag muss dem Erfolg des Folgejahres hinzugerechnet werden.

Üblicherweise werden bei Aktiengesellschaften große Teile des Bilanzgewinns an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet. Die Einbuchung in den Gewinnvortrag sorgt oft dafür, dass ein „passender“ Ausschüttungsbetrag entsteht.

Der Begriff korrespondiert nicht mit dem steuerlichen Verlustvortrag.

Ermittlung des Gewinnvortrags[Bearbeiten]

Zur Ermittlung des Bilanzgewinns ist nach § 158 AktG folgendes Schema anzuwenden. Der Gewinnvortrag des laufenden Wirtschaftsjahres ergibt sich dann aus diesem ermittelten Bilanzgewinn.

              Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
               - Verlustvortrag (Vorjahr)
               + Gewinnvortrag (Vorjahr)
               + Entnahmen aus   1. Kapitalrücklage
                                 2. Gewinnrücklagen
                                    a) gesetzlicher Rücklage
                                    b) Rücklage für eigene Anteile
                                    c) satzungsmäßigen Rücklagen
                                    d) anderen Rücklagen
               - Einstellungen in   a) gesetzliche Rücklage
                                    b) Rücklage für eigene Anteile
                                    c) satzungsmäßige Rücklagen
                                    d) andere Rücklagen
 
               = Bilanzgewinn/Bilanzverlust
               - Dividende
               - Einstellungen in andere Rücklagen
               - zusätzlicher Aufwand
               = Gewinnvortrag

Siehe auch[Bearbeiten]

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