Gewinnvortrag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Gewinnvortrag (GV) ist der Rest des Bilanzgewinns eines Jahres, der nach Gewinnverwendungsbeschluss übrigbleibt. Er wird mit Hilfe der Bilanzposition „Gewinnvortrag/Verlustvortrag“ in das nächste Jahr vorgetragen und dient dann der betragsmäßigen Regulierung der Gewinnverwendung des Folgejahres. Ein Gewinnvortrag muss dem Erfolg des Folgejahres hinzugerechnet werden.

Üblicherweise werden bei Aktiengesellschaften große Teile des Bilanzgewinnes an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet. Die Einbuchung in den Gewinnvortrag sorgt oft dafür, dass ein „passender“ Ausschüttungsbetrag entsteht.

Der Begriff korrespondiert nicht mit dem steuerlichen Verlustvortrag.

Ermittlung des Gewinnvortrags[Bearbeiten]

Zur Ermittlung des Bilanzgewinns ist nach § 158 AktG folgendes Schema anzuwenden. Der Gewinnvortrag des laufenden Wirtschaftjahres ergibt sich dann aus diesem ermittelten Bilanzgewinn.

              Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag
               - Verlustvortrag (Vorjahr)
               + Gewinnvortrag (Vorjahr)
               + Entnahmen aus   1. Kapitalrücklagen
                                 2. Gewinnrücklage
                                    a) Gesetzliche Rücklagen
                                    b) Rücklagen für eigene Anteile
                                    c) Satzungsmäßige Rücklagen
                                    d) andere Rücklagen
               - Einstellungen in   a) Gesetzliche Rücklagen
                                    b) Rücklagen für eigene Anteile oder Anteile anderer
                                    c) Satzungsmäßige Rücklagen
                                    d) andere Rücklagen
 
               = Bilanzgewinn
               - Dividendensumme
               - Einstellungen in andere Rücklagen
               - zusätzlicher Aufwand
               = Gewinnvortrag

Siehe auch[Bearbeiten]

Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!