Geza Vermes

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Geza Vermes (geb. 22. Juni 1924 in Makó, Ungarn; gest. 8. Mai 2013[1]), gelegentlich auch Géza Vermes geschrieben, war ein britischer Religionswissenschaftler, Theologe und Orientalist, der vor allem wegen seiner Arbeiten zu Jesus von Nazaret und den Schriftrollen vom Toten Meer bekannt wurde.

Jesus wurde von ihm nicht als Messias oder Sohn Gottes beschrieben, sondern als typischer jüdischer Gelehrter seiner Zeit, der nur auf Juden wirken, nicht missionieren oder eine neue Religion begründen wollte.

Leben[Bearbeiten]

Geza Vermes hatte jüdische Eltern, die in seinem siebten Lebensjahr zum Katholizismus konvertierten. Beide Eltern kamen im Holocaust um. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Geza Vermes zum Priester geweiht. In der Folge seiner Studien begann er, sich für seine jüdischen Wurzeln zu interessieren, engagierte sich gegen den Antisemitismus in der katholischen Kirche, trat 1957 aus der Kirche aus und bekannte sich wieder zu seiner jüdischen Identität.

Geza Vermes studierte in Budapest und Louvain Orientalistik und Sprachen. 1953 promovierte er über die Schriftrollen des Toten Meeres, die er als einer der ersten Wissenschaftler nach ihrer Entdeckung begutachtete und zum Teil übersetzte. Von 1957 bis 1981 lehrte er an der University of Newcastle und in Oxford. Wegen seiner Forschungsarbeiten, die von manchen als bahnbrechend eingestuft wurden, erhielt er als erster den Lehrstuhl für Jüdische Studien in Oxford. Ab 1991 war er Leiter des Forum for Qumran Research am Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Als Autor
  • Scripture and tradition in Judaism. Haggadic studies. (= Studia post-biblica. Bd. 4). 2. Auflage. Brill, Leiden 1983, ISBN 90-04-07096-6.
  • Jesus, der Jude. Ein Historiker liest die Evangelien („Jesus the Jew. A Historian’s Reading of the Gospels“, 1973). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1993, ISBN 3-7887-1373-9.
  • The Dead Sea Scrolls. Qumran in Perspective. JSOT Press, Sheffield 1994, ISBN 0-334-02565-6.
  • The Religion of Jesus the Jew. Fortress Press, Minneapolis 1993, ISBN 0-8006-2797-0.
  • The Complete Dead Sea Scrolls in English. Penguin, London 1997, ISBN 0-14-044952-3 (weltweit mehr als eine halbe Million mal verkauft).
  • The Changing Faces of Jesus. Penguin, London 2001, ISBN 0-14-026524-4.
  • Jesus in his Jewish Context. Fortress Press, Minneapolis 2003, ISBN 0-8006-3623-6 (früherer Titel Jesus and the World of Judaism).
  • The Authentic Gospel of Jesus. Penguin, London 2004, ISBN 0-14-100360-X.
  • Die Passion. die wahre Geschichte der letzten Tage im Leben Jesu („The Passion“, 2005). Primus Verlag, Darmstadt 2006, ISBN 3-89678-291-6.
  • Anno Domini. Ein Who's who zu Jesu Zeiten („Who’s Who in the Age of Jesus“, 2005). Lübbe, Bergisch-Gladbach 2008, ISBN 978-3-7857-2347-0.
  • Die Geburt Jesu. Geschichte und Legende („The Nativity. History and Legend“, 2006). Primus-Verlag, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-89678-348-6.
  • The Resurrection. History and Myth. Penguin, London 2010, ISBN 978-0-14-104622-8.
Als Herausgeber
  • The Essenes According to the Classical Sources (= Oxford Centre Textbook. Bd. 1). JSOT Press, Sheffield 1990, ISBN 1-85075-139-0 (zusammen mit Martin Goodman).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mark Goodacre: Geza Vermes, 1924–2013, NT Blog, 8. Mai 2013, abgerufen am 9. Mai 2013.