Gezeitenrechenmaschine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel fehlen wichtige Informationen.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Thomsons Gezeitenrechenmaschine von 1876
Erste deutsche Gezeitenrechenmaschine von 1915 im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Gezeitenrechenmaschine der DDR im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Gezeitenrechenmaschine im Deutschen Museum München

Bereits 1833 waren in Großbritannien Gezeitentafeln erschienen. 1872/76 baute William Thomson (später Lord Kelvin) eine Gezeitenrechenmaschine, die die Pegelstände der Themse berechnete und dabei Mond, Sonne, Erdrotation und einige weitere Parameter berücksichtigte. Mechanische Getriebe dienten als Integratoren, die über Seilrollengetriebe miteinander gekoppelt wurden. 1878 war sie auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt.

In den USA ersann William Ferrel Anfang der 1880er Jahre eine erste Gezeitenrechenmaschine.

Durch den Ersten Weltkrieg standen die Daten der englischen Hydrographie nicht mehr zur Verfügung. Daher wurde die erste deutsche Gezeitenrechenmaschine 1915/16 vom Mathematiker Friedrich Kühnen am Geodätischen Institut Potsdam zusammen mit dem Konstrukteur Reipert von der Firma Otto Toepfer & Sohn in Potsdam im geheimen Auftrag des Reichsmarineamtes erbaut. Sie war mit zwanzig Rechenwerken ausgestattet und konnte die Gezeiten eines Hafens für ein Jahr in zwanzig Stunden berechnen. Das Ergebnis wurde als Kurve ausgegeben.[1]

In der DDR wurde 1952–1955 beim VEB Geräte- und Reglerwerke (Berlin-)Teltow, Werk III, Feinmechanik zusammen mit dem VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ von Walter Below, unter dem verantwortlichen Mathematiker Wilhelm Oehmisch, eine verkleinerte Kopie der zweiten deutschen Gezeitenrechenmaschine mit nunmehr 34 Tiden konstruiert. Sie wiegt acht Tonnen, ist mehr als fünf Meter lang, gut zwei Meter hoch und einen Meter breit. Bis Ende der 1960er Jahre verrichtete sie ihren Dienst beim Seehydrographischen Dienst der DDR in Rostock. Sie wurde nach der Wende ins Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven geholt und bis 1999 wiederaufgebaut.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Rauschelbach: Die deutsche Gezeitenrechenmaschine; In: Zeitschrift für Instrumentenkunde; Band 44 (1924), S. 285–303[3]
  • Älteste Gezeitenrechenmaschine; In: Hansa : international maritime journal; Band 112 (1975)[4]
  • Gezeitenrechenmaschine; In Piekfall : Mitteilungsblatt für die Freunde des Gaffelriggs; 1999, S. 13–14[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörg Zaun: Instrumente für die Wissenschaft. Innovationen in der Berliner Feinmechanik und Optik 1871-1914, Verlag für Wissenschafts- und Regionalgeschichte, Berlin, 2002, S. 158, ISBN 3-929134-39-X.
  2. Ute Kehse: Präzisionsarbeit mit kleinen Fehlern; bei berliner-zeitung.de
  3. http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=501923861
  4. http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=640685463
  5. http://gso.gbv.de/DB=2.1/SET=1/TTL=1/SHW?FRST=1/PRS=HOL