Għajnsielem

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Għajnsielem auf der Karte von Malta

Għajnsielem ist eine Gemeinde im südöstlichen Teil der maltesischen Insel Gozo. Sie hat 2580 Einwohner (Stand: November 2005).

Teil dieser Gemeinde ist auch der wichtigste Hafen von Gozo, Mġarr, von dem die Fähren zur Hauptinsel Malta ablegen (nicht zu verwechseln mit dem Ort Mġarr auf der Hauptinsel Malta). Die Inseln Comino und Cominotto (malt.: Kemmuna, Kemmunett) in der Meerenge zwischen den Inseln Malta und Gozo gehören ebenfalls zum Gemeindegebiet.

Ghajsielem coa.svg
Blick über den Hafen von Għajnsielem auf die Ortschaft
Der Hafen von Mġarr auf Gozo
Pfarrkirche von Għajnsielem
Einfahrt in den Hafen von Mġarr

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Archäologische Funde

Għajnsielem ist ein Siedlungsplatz der maltesischen Tempelkultur auf der Insel Gozo. Er liegt westlich der Gabelung der Hauptstraßen Triq il-Qala und Triq l-Imġarr die von Mġarr und Fort Chambray kommend über Għajnsielem in Richtung Xewkija führen. Im Jahre 1988 gelang hier der spektakuläre Fund einer differenzierten Siedlungsarchitektur. Die Ausgräber fanden zwei Baustrukturen, die aus in den anstehenden Felsen eingetieften Mulden bestehen. Die umlaufenden, jedoch nicht vollständig erhaltenen Felsgrate einer ovalen und einer runden Struktur trugen noch die Reste des originalen Mauerwerks aus Lehmziegeln. Zwischen beiden fanden sich die Reste eines Lehmziegelpfeilers.

Die Strukturen gehören in die Ġgantija-Phase der Tempelkultur, als der Bau von Steintempel bereits voll entwickelt war. Die Lehmziegelbauten von Għajnsielem zeigen wie jene von Skorba den Zusammenhang zwischen dieser, dem Zweck nach unbekannten Architektur und der Tempelbaukunst (kurvierte Grundrisse, Verzicht auf Fundamente - stattdessen Herrichtung von Felsmulden als Baugrund, Böden aus Torba (verschlämmte Masse) mit kleinsteiniger Unterfütterung).

[Bearbeiten] Das Oval

Die größere, ovale Struktur mit 8 m Länge und 5 m Breite ist ca. 0,4 m in den Felsen eingetieft, der umlaufende Felsgrat ist ca. 0,3 m breit. Die Mulde war mit Steinsplitt unterfüttert, der drei Schichten Torbaböden trug. Im Zentrum der Struktur lag ein bis zur Höhe von 0,3 m erhalten Pfeilerrest aus Lehmziegeln, der ursprüngliche eine Dachkonstruktion im Zentrum abgestützt haben könnte.

Vorstellbar ist, dass die ovale Struktur wie vergleichbare in Skorba an der westlichen Breitseite einen Eingang besaß. Die architektonische Miniatur aus Ta’ Ħaġrat belegt, dass Ovalbauten nicht nur in Lehmziegel-, sondern auch in megalithischer Bauweise existierten.

[Bearbeiten] Der Kreis

Die kleinere runde Struktur von etwa 2,5 m Durchmesser, weist fünf übereinander liegende Torbaböden auf, die Spuren kontinuierlicher Ausbesserungen erkennen lassen.

Zwischen beiden stand ein, in eine Felsvertiefung eingesetzter Pfeilerrest aus Lehmziegeln. Im Zentrum seiner Basis stand ein mit rotem Ocker bemalter Steinkegel (abgerundete Spitze; Höhe ca. 6 cm): Dieses Objekt ist als sakrosankt zu deuten.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die Pfarrkirche von Għajnsielem kann man schon von der Hauptinsel Malta aus sehen. Sie wurde im 20. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut. Die frühere Kirche war zu klein für die wachsende Gemeindebevölkerung geworden.

[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaft

Zwischen Għajnsielem und der italienischen Gemeinde Tolfa in der Provinz Rom der Region Latium bestehen seit 2002 partnerschaftliche Beziehungen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Joachim von Freeden: Malta und die Baukunst seiner Megalith-Tempel. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-11012-9, S. 281

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Għajnsielem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

36.0260714.2892Koordinaten: 36° 1′ 33,85″ N, 14° 17′ 21,12″ O

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