Ghetto Litzmannstadt

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Kinder, Frauen und Männer mit Judenstern, Aufnahme des Angehörigen der Propagandakompanie 689 Zermin 1941

Das Ghetto Litzmannstadt, auch Ghetto Lodsch, in Łódź, unter der deutschen Besatzung umbenannt nach dem General und NSDAP-Mitglied Karl Litzmann (1850–1936), war von 1939 bis 1944 ein Jüdischer Wohnbezirk/Judenghetto des nationalsozialistischen Deutschen Reichs. Es war das am längsten existierende nationalsozialistische Ghetto und nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte.[1] Es diente, wie die anderen NS-Ghettos auch, vor allem als Zwischenstation vor der Deportation in die Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno nad Nerem), Auschwitz II, Majdanek, Treblinka und Sobibor.

Ghetto Litzmannstadt (Polen)
Ghetto Litzmannstadt
Ghetto Litzmannstadt
Karte des heutigen Polens

Einrichtung des Ghettos[Bearbeiten]

Plan des „Ghettos Litzmannstadt“
Deportation von Juden, Aufnahme Dr. Gauss vom März 1940

Am 10. Dezember 1939 wurde vom Regierungspräsidenten von Kalisch (später Litzmannstadt), Friedrich Uebelhoer[2], ein Rundschreiben zur Bildung eines Ghettos in der Stadt Lodsch verschickt. Das Schreiben enthielt Anordnungen zur Errichtung eines Ghettos im Norden der Stadt, zur Abtrennung vom Rest der Stadt und zur Versorgung der Bewohner. Das Schreiben endete mit der Aussage, dass die Errichtung des Ghettos nur eine Zwischenlösung darstellen solle und am Ende „das Ghetto und damit die Stadt Lodsch von Juden gesäubert“ werden sollten.[3] Im Februar 1940 erklärte der deutsche Polizeipräsident von Łódź, SS-Brigadeführer Johannes Schäfer, die im Norden der Stadt gelegenen besonders rückständigen Viertel Stare Miasto (Altstadt), Bałuty und Marysin, in denen 90 % der Häuser über keinen Abwasseranschluss verfügten, per Dekret zum Ghetto.

Alle nichtjüdischen Bewohner hatten den Bereich bis zum 30. April des Jahres zu verlassen, und gleichzeitig wurden zu den bereits ansässigen 60.000 Juden weitere 100.000 Lodscher Juden per Zwang einquartiert. Das neue, etwa vier Quadratkilometer[4] große „Judenghetto“ wurde sogleich mit Stacheldraht und Mauerwerk umgeben, wozu teilweise auch ganze Straßenzüge abgerissen wurden. Von nun an war es den Juden bei Todesstrafe verboten, ohne Erlaubnis das Ghetto zu verlassen. Die Anweisung des Kommandeurs der Schutzpolizei Litzmannstadts Walter Rudolf Keuck vom 19. Mai 1940 sah vor, dass beim Versuch, das Ghetto illegal zu verlassen, sofort ohne Vorwarnung zu schießen sei. Dasselbe galt für Personen, die beim Schmuggeln angetroffen wurden.[W 1] Für die Kontrolle der Einhaltung dieses Verbotes sorgten an der Grenze des Ghettos in Wachtürmen postierte bewaffnete SS-Wacheinheiten.

Abtrennung eines Jugendverwahrlagers[Bearbeiten]

Um den 30. September 1942 wurde auf Befehl des Reichsführers-SS Heinrich Himmler zur Errichtung des Jugendverwahrlagers Litzmannstadt ein Teil des Ghettos geräumt. Dieses neue „Lager“ wurde kurz vor dem ersten Transport von Kindern am 1. Dezember 1942 als separate Einrichtung eröffnet. Der Bau der Baracken wurde zwar Anfang 1943 abgeschlossen; jedoch folgte ein weiterer Ausbau bis Ende 1943. In der ulica Przemysłowa befand sich das so genannte Polen-Jugendverwahrlager der SS, in dem polnische Kinder und Jugendliche Zwangsarbeit verrichten mussten, und in einem ehemaligen Klostergebäude in der ulica Sporna ein so genanntes Germanisierungslager, in dem ausgewählte Kinder zu Deutschen umerzogen beziehungsweise dazu ausgewählt werden sollten.

Zigeunerlager[Bearbeiten]

Bild vom „Zigeunerlager“ genannten Bereich.

Zwischen dem 5. und 9. November 1941 wurden 5.007 Sinti und Roma ins Ghetto deportiert und in einen separierten Bereich, das so genannte „Zigeunerlager" (zwischen Wojska Polskiego, Obrońców Westerplatte, Sikawska und Głowackiego), gesperrt. Unter diesen Gefangenen waren 2.689 Kinder. Rund 2000 „Zigeunerinnen“ und „Zigeuner“ wurden aus den im Lager Lackenbach (damals Gau Niederdonau) Internierten ausgewählt, die übrigen 3015 stammten aus dem Gau Steiermark: 2011 davon aus dem Bezirk Oberwart (deren Abtransport erfolgte aus dem Sammellager Pinkafeld), 1004 aus den restlichen Gaubezirken (Abtransport aus dem Sammellager Fürstenfeld). Für die Selektion waren die jeweiligen Landräte verantwortlich.[5]

Es gab im Zigeunerlager weder sanitäre Einrichtungen noch Kochgelegenheiten. Innerhalb weniger Wochen starben mehrere hundert Menschen an Hunger und Typhus. Von hier aus erfolgten Deportationen zwischen dem 5. und 12. Januar 1942 zur massenhaften Ermordung ins Vernichtungslager Kulmhof. Der einzige Zugang zu diesem Teil des Lagers befand sich in der Zeit bei Haus Nr. 99 Brzezinska-Straße (heute Wojska Polskiego). Die vor Ort Ermordeten oder Verstorbenen wurden in Massengräbern auf dem Jüdischen Friedhof vergraben (Grabfelder PV und PVI).[6]

Lebensbedingungen[Bearbeiten]

Wachtposten an Tor, dahinter Schild „Wohngebiet der Juden. Betreten verboten“; Aufnahme des Angehörigen der PK 689 Zermin 1941
Straßenszene aus dem Ghetto, Aufnahme I. Neander, ca. 1940/1944
Übergang über eine Durchfahrtsstraße, Aufnahme Wilhelm Holtfreter ca. 1940/1943

Von Anfang an waren die Lebensbedingungen im Ghetto unmenschlich: Die Bewohner litten unter Unterernährung, starben massenhaft an Krankheiten oder erfroren im Winter; teilweise starben sie auf offener Straße.[7] Von der SS wurden immer mehr Menschen wegen ihrer Zurechnung zum Judentum, vor allem aus Westeuropa, in das KZ-Sammellager „Ghetto Litzmannstadt“ deportiert.

Zwischen 1940 und 1944 starben 43.441 Personen innerhalb des Ghettos. Im Mai 1941 gab es rund 20.000 Tuberkulose-Infizierte.[W 2]

1940 gab es im Ghetto 39.559 Kinder, 20.318 Jungen und 19.241 Mädchen unter 14 Jahren. 1941 kamen weitere 2.538 aus anderen Gegenden hinzu. Bis 1942 wurden noch 347 Kinder innerhalb des Ghettos geboren. In diesem Jahr lebten insgesamt nur noch 11.329 Jungen und 10.598 Mädchen im Ghetto Litzmannstadt.[8]

Formen der Ausbeutung[Bearbeiten]

Die Nationalsozialisten sahen in den Menschen lediglich „Menschenmaterial“ mit großem Arbeitspotential, das sie bestmöglich ausbeuten wollten: Zwangsarbeiter aus Litzmannstadt waren für die Auftraggeber billig, ja beinahe kostenlos, denn den fünf Reichsmark, die jeder der 70.000 Zwangsarbeiter an Gewinn einbrachte, standen nur 30 Reichspfennig an Arbeitskosten gegenüber. Zu den Großkunden, die im Ghetto billig produzieren ließen, gehörten die Unternehmen Josef Neckermann und Heinrich Leineweber.[9]

Vor allem Soldatenuniformen, Stiefel, Waffenteile und Munition wurden im „Ghetto Litzmannstadt“ gefertigt. Als wichtigste Transportverbindung nach außen diente der Bahnhof Radegast, über den Rohstoffe und Lebensmittel angeliefert und die fertigen Produkte abtransportiert wurden, bis Radegast schließlich zum Deportationspunkt zu den Vernichtungslagern wurde.

Durch ihre „kriegswichtige“ Tätigkeit hofften viele Juden, der Deportation entrinnen zu können. Regelmäßig wurde auch Besitz der Juden von den Deutschen beschlagnahmt. Hierbei kam es vor allem zu Beginn des Ghettos zu Kompetenzstreitigkeiten der deutschen Behörden. Während die vom Bremer Kaufmann Hans Biebow geleitete Wirtschafts- und Ernährungsstelle Ghetto die Güter des Ghettos als ihr Eigentum betrachtete, beschlagnahmten auch verschiedene andere deutsche Stellen Güter aus dem Ghetto. Auch eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten vom Dezember 1939 und ein Rundschreiben des Regierungspräsidenten vom 4. März 1940 änderten daran nichts. So beschlagnahmte die Kriminalpolizei, deren Aufgabe die Verhinderung von Schmuggel war, hauptsächlich Gold- und Schmuckgegenstände.[W 3]

„Jüdische Selbstverwaltung“[Bearbeiten]

Die deutschen Besatzer delegierten fast die gesamte das „Ghetto Litzmannstadt“ betreffende Organisationsarbeit an ihre Opfer weiter – von der Verteilung der ungenügenden und minderwertigen Nahrungsmittelrationen an die Bewohner und der Einteilung zur Zwangsarbeit über den Betrieb von Schulen bis hin zur Zusammenstellung der Transportlisten für die Deportationen in die Vernichtungslager.

Zu diesem Zweck wurde – wie in anderen von den Nationalsozialisten geschaffenen Ghettos auch – ein Judenrat eingesetzt, der mit den genannten Aufgaben beauftragt wurde. Die Ernennung des Judenrates erfolgte am 13./14. Oktober 1940. Chaim Rumkowski wurde als „Judenältester von Litzmannstadt“ dessen nach innen wirkender Leiter, der in Wirklichkeit keine selbständigen Entscheidungen zu treffen hatte.

Als Abteilungen bestanden:

  • die „Zentrale“: als zentrales Sekretariat für die Korrespondenz mit den Deutschen und die gesamte Verwaltung zuständig.
  • Meldebüro: eine auf deutschen Befehl eingerichtete Zentrale, welche die Personaldaten aller Ghettobewohner registrierte.
  • Statistik-Abteilung: zur quantitativen Erfassung aller Lebens- und Arbeitsbereiche des Ghettos.
  • Ordnungsdienst (OD): eine Lagerpolizei, die in mehreren Abteilungen 850 bis 1.200 Angehörige hatte und zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit im Ghetto diente.
  • Schnellgericht: das am 11. März 1941 geschaffene Gericht sollte Personen- und Strafsachen verhandeln. Abgeurteilte wurden zur Verbüßung ihrer Haft in das Zentralgefängnis eingewiesen. Dieses Gefängnis war auf deutschen Befehl gebaut worden.
  • Versorgungsabteilung: zur Verwaltung von Nahrungsmitteln und Medikamenten, die das Ghetto von deutschen Behörden erhielt.
  • Wohnungsabteilung: zur Verwaltung des Wohnraums.
  • Gesundheitsabteilung: zur Verwaltung aller Krankenhäuser, Apotheken, Rettungsstationen, Sanitätsdienste, Altenheime, Waisenhäuser.
  • Schulabteilung: ihr unterstanden die Schulen im Ghetto und die Heime in Marysin.
  • Zentrales Arbeitsamt
  • Ghetto-Zeitung in jiddischer Sprache (4. März bis 21. September 1941)
  • Aussiedlungskommission: ein auf deutschen Befehl geschaffenes Büro zur Erstellung von Listen für Transporte, Deportationen etc.

Alle diese und weitere Einrichtungen sollten neben der Arbeitserleichterung für die SS auch für Polen und polnische Juden den Eindruck von Normalität und ernstgemeinter jüdischer „Selbstverwaltung“ vortäuschen.

Ghettogeld 50 Mark Vorderseite

Am 24. Juni 1940 veröffentlichte der Judenälteste Rumkowski die Bekanntmachung, dass ab dem 28. Juni 1940 nur noch Ghettogeld – Rumkowski sprach von Mark-Quittungen – für Zahlungen im Ghetto verwendet werden dürfe.[W 4]

Deportationslisten[Bearbeiten]

Eine der aufgezwungenen Aufgaben des Judenrates war die Zusammenstellung der Listen für die kommenden Transporte, denn diese betraf unmittelbar die Ermordung der eigenen Glaubensbrüder und -schwestern. Zwar gaukelten die Nationalsozialisten den Juden immer noch vor, sie würden im Osten zu Arbeitseinsätzen herangezogen, doch keines der Mitglieder des Judenrates glaubte diesen Lügen. Um das Aufkommen von Unruhen zu vermeiden, behaupteten die Mitglieder dieses Rates sowie die Angehörigen der jüdischen „Sicherheitspolizei“, welche von dem Ratsmitglied Leon Rozenblatt geleitet wurde, nach wie vor, man würde die Abtransportierten zum Arbeitseinsatz im Osten gebrauchen.

Dem Judenrat wurden von den Besatzern bestimmte, meist wöchentliche Quoten auferlegt, die es strikt einzuhalten galt. Bei Nichterfüllung der Quoten wurden das ohnehin schon überhaupt nicht ausreichende Essen für die Ghettobewohner noch mehr gekürzt oder andere Strafmaßnahmen verhängt. Zeitweilig betrug die Quote der auszuliefernden Juden wöchentlich 20.000 Personen. Beginnend mit dem 16. Januar wurden im Jahr 1942 bis Mai 55.000 Juden und 5.000 Roma in das Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) deportiert. Die Deportationen in der Woche vom 5. bis zum 12. September 1942 ging als "Aktion Gehsperre" in die Geschichte ein. Sämtliche Patienten eines Ghetto-Krankenhauses, Kinder sowie alte und gebrechliche Bewohner, insgesamt 12.000 Juden, wurden nach Chełmno in den Tod geschickt.[10]

Schulen[Bearbeiten]

Um wenigstens ein Minimum an Bildung zu gewährleisten, gab es bis zum Jahr 1942 Schulen im Ghetto. In 23 Elementarschulen lernten etwa 13.000 Kinder, weitere 1278 in zwei Mittelschulen. Es gab 414 unentgeltlich arbeitende Lehrer. Mit der offiziellen Umwandlung des Ghettos in ein Arbeitslager wurden die Schulen 1942 geschlossen.[W 5]

Ende des Ghettos[Bearbeiten]

Bekanntmachung zur Verkleinerung des Ghettos vom 22. August 1944

Unter dem Eindruck der vorrückenden Sowjetarmee begann man mit der schrittweisen Auflösung des Ghettos Litzmannstadt. Ursprünglich hatte Himmler geplant, das Ghetto in ein Konzentrationslager umzuwandeln. Stattdessen wurden die Quoten für den Judenrat erhöht, angeblich für Aufräumarbeiten im Reich. In Wirklichkeit wurden viele der Abtransportierten in Auschwitz vergast. Junge und Gesunde wurden aber auch in großer Zahl ins Lager eingewiesen oder als sogenannte „Durchgangsjuden“ ins Deutsche Reich zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie weitergeschickt. Mehrere hundert jüdische Frauen gelangten 1944 so beispielsweise in die Außenlager des KZ Flossenbürg in Freiberg (500), Oederan (200) und Hainichen (150)[11].

Am 28. August 1944 wurde Chaim Rumkowski mit seiner Familie im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Liquidation des Ghettos Litzmannstadt ging schnell voran, so dass am 19. Januar 1945 nur noch 870 Mitglieder eines Aufräumkommandos[12], 30 Kinder und 80 Erwachsene von der einmarschierenden sowjetischen Armee befreit wurden. Sie hatten sich vor den Deportationen verstecken können.[W 6] Im Aufräumkommando war auch einer der Fotografen der Statistik-Abteilung Henryk Ross, der damit seine Aufnahmen retten und eine Auswahl beim Eichmann-Prozess 1961 vorlegen konnte.

Täter und deren Verfolgung[Bearbeiten]

Der Leiter des Sammellagers / Ghettos war seit Mai 1940 Hans Biebow. Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) ernannte ihn am 1. Mai 1940 zum Leiter der „Ernährungs- und Wirtschaftsstelle Ghetto“. Biebow waren die 250 Mitglieder der deutschen „Ghetto-Verwaltung“ sowie der Judenrat im Ghetto Lodz unterstellt, der direkt an ihn berichten musste. Biebow konnte nach Kriegsende zunächst in Deutschland untertauchen, wurde aber 1947 verhaftet. Nachdem ihn die Alliierten an Polen ausgeliefert hatten, wurde er am 30. April 1947 in Łódź zum Tode verurteilt und dort am 23. Juni 1947 hingerichtet. Von Mai 1940 bis zum Februar 1941 leitete Walter Zirpins die Kriminalpolizei im so genannten Roten Haus. Ein spätes Ermittlungsverfahren gegen den inzwischen weiter aufgestiegenen Beamten wurde 1960 kurz vor seiner Pensionierung eröffnet und wieder eingestellt.

Holocaust-Gedenkstätte Radegast[Bearbeiten]

Im Jahre 2005 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Radegast (poln. Radogoszcz) eine Holocaust-Gedenkstätte eingeweiht. Von dieser Bahnhofsstation wurden in der Zeit vom 16. Januar 1942 bis zum 29. August 1944 mehr als 150.000 Juden in die Vernichtungslager Kulmhof und Auschwitz transportiert. Die Gedenkstätte umfasst das hölzerne Bahnhofsgebäude, in dem ein Museum eingerichtet wurde, einen originalgetreuen Zug der Reichsbahn, Grabsteine und Gedenktafeln sowie einen Tunnel, der zu einem Denkmal führt, das von Czesław Bielecki 2003 in Form eines an ein Krematorium erinnernden Turmes mit der Inschrift „Du sollst nicht töten“ entworfen wurde. Damit wird der Weg in die Vernichtungslager symbolisiert.

In unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Ghettogeländes wurde 2004 im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Auflösung des Ghettos ferner ein Park der Überlebenden, Park Ocalałych, mit einer Fläche von etwa 8,5 ha angelegt. Die Initiative dafür kam von Halina Elczewska[13], einer Überlebenden des Ghettos. Sie pflanzte auch den ersten „Erinnerungsbaum“ im Gedenken an das Durchlebte. Weitere 363 Bäume wurden von anderen Überlebenden gepflanzt. Es ist der jüngste der Parks in Łódź.

Verweise[Bearbeiten]

Holocaust-Denkmal Radegast

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die letzten Tage des Gettos von Łódź. Aus: analyse & kritik, Nr. 493 vom 18. März 2005
  • Lucjan Dobroszycki (Hrsg.): The chronicle of the Łódź ghetto, 1941-1944, New Haven 1984, ISBN 0-300-03208-0, 1987 ISBN 0-300-03924-7
  • Sascha Feuchert, Erwin Leibfried, Jörg Riecke (Hrsg.): Die Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt. Wallstein Verlag, Göttingen 2007, 5 Bände. ISBN 3-89244-834-5
  • Angela Genger; Hildegard Jakobs: Düsseldorf/Getto Litzmannstadt. Klartext, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0236-7
  • Guido Knopp: Holokaust. In Zusammenarbeit mit Vanessa von Bassewitz, Christian Deick u. a. München, C. Bertelsmann 2000, ISBN 3-570-00351-5
  • Andrea Löw: Juden im Getto Litzmannstadt. Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten. Wallstein Verlag, Göttingen 2006, ISBN 978-3-8353-0050-7 (das Buch geht insbesondere auf die Schwierigkeiten der jüdischen Verwaltungseinrichtungen ein). Rezension von Klaus A. Lankheit in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 23 vom 27. Januar 2007, S. 8
  • Jakub Poznański: Tagebuch aus dem Ghetto Litzmannstadt. Herausgegeben und aus dem Polnischen übersetzt von Ingo Loose. Berlin: Metropol Verlag 2011, ISBN 978-3-86331-015-8
  • Das Ghettotagebuch des Dawid Sierakowiak. Aufzeichnungen eines Siebzehnjährigen 1941/1942. Hrsg. v. Hubert Witt, übers. v. Roswitha Matwin-Buschmann. Reclam, Leipzig 1993, ISBN 3-379-01459-1
  • Jens Jürgen Ventzki: Opfer des Holocaust: Roma und Sinti. Unerwünschte Transporte. Die reichsdeutschen Juden und die österreichischen Sinti und Roma im Ghetto Lodz. In: Das jüdische Echo. Europäisches Forum für Kultur und Politik (Jahrbuch) Oktober 2004, S. 141 ff.
  • Josef Wulf: Lodz. Das letzte Ghetto auf polnischem Boden. Bonn 1962 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Heimatdienst 59)
  • Michal Unger (Hrsg.): The Last Ghetto: Life in the Lodz Ghetto, 1940-1944. Jerusalem, Yad Vashem, 1995. (Viele Photographien und Abbi. von Primärquellen, Ausstellungskatalog)
  • „Unser einziger Weg ist Arbeit“ - Das Getto in Lodz 1940–1944. Ausstellungskatalog des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Erhard Löcker Verlag, Wien 1990, ISBN 3-85409-169-9
  • Peter Klein: Die "Gettoverwaltung Litzmannstadt" 1940 bis 1944 : eine Dienststelle im Spannungsfeld von Kommunalbürokratie und staatlicher Verfolgungspolitik, Hamburg : Hamburger Ed. , 2009 ISBN 978-3-86854-203-5 (Berlin, Techn. Univ., Diss., 2007)
  • Steve Sem-Sandberg: Die Elenden von Lodz. Dokumentarroman, Klett-Cotta, 2012.[14]
  • Thomas Weber: Lodz Ghetto Album: Photographs by Henryk Ross (photographs selected by Timothy Prus & Martin Parr), Chris Booth, London 2004 ISBN 0-9542813-7-3

Ein Täterbericht:

  • Walter Zirpins: Das Getto in Litzmannstadt, kriminalpolizeilich gesehen. In: Kriminalistik 15 (1941), Heft 9, September, S. 97-99

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Andrea Löw: Juden im Getto Litzmannstadt - Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten, Wallstein Verlag, Göttingen, 2006, Seite 7
  2. auch Friedrich Übelhör.
  3. Dokument 54 in: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, Band 4: Polen - September 1939-Juli 1941 (bearb. von Klaus-Peter Friedrich), München 2011, ISBN 978-3-486-58525-4, Zitat S. 174.
  4. Inge Schlotzhauer: Unser einziger Weg ist Arbeit, in: Semit 3/90, S. 60.
  5. Die Deportationen nach Łódź 1941
  6. lodz-ghetto.com, The Gypsy Camp (Zigeunerlager), abgerufen am 21. Juli 2010
  7. Bernd Ulrich: "Vor Hunger starben Alte und Junge." (Zeitzeugen schildern die minimalen Lebensbedingungen, d-radio, Sendung vom 30. April 2010)
  8. N. Grüss: Kinder Martyrologie, Buenos Aires 1947, S. 49; hier nach Josef Wulf, 1962, S. 36.
  9. Bernd Ulrich: "Vor Hunger starben Alte und Junge" - Vor 70 Jahren wurde das jüdische Ghetto Litzmannstadt abgeriegelt. Kalenderblatt von Deutschlandradio. 30.4.2010. Abgerufen am 1. Mai 2010.
  10. Der 17-Jährige David Sierakowiak berichtet darüber in seinem Ghetto-Tagebuch (siehe Literatur); vgl. auch Web-Ressource.
  11. Cziborra, Pascal. KZ Freiberg. Geheime Schwangerschaft. Lorbeer Verlag. Bielefeld. 2008. S. 184 ff.
  12. Inge Schlotzhauer: Unser einziger Weg ist Arbeit, in: Semit 3/90, S. 61.
  13. Sendung im Deutschlandfunk von Sabine Adler vom 25.Januar 2013, 7.51-7.59 Uhr (Podium: Auschwitz-Überlebende aus Ghetto Lodz)
  14. welt.de: Interview mit dwem Autor
  • Josef Wulf, Lodz – das letzte Ghetto auf polnischem Boden, Bonn 1962
  1. S. 16.
  2. S. 32.
  3. S. 20–22.
  4. S. 19–20.
  5. S. 45.
  6. S. 52.

51.78666666666719.46Koordinaten: 51° 47′ 12″ N, 19° 27′ 36″ O