Ghorban-Ali Dorri-Nadjafabadi

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Ghorban-Ali Dorri-Nadjafabadi

Ghorban-Ali Dorri-Nadjafabadi (persisch ‏قربانعلی دری نجف‌آبادی‎), *1945 in Najafabad, ist ein iranischer Politiker und Kleriker mit dem religiösen Titel Ayatollah.[1] Wegen Beteiligung Dorri-Nadjafabadis an schweren Menschenrechtsverletzungen, darunter solche in Kahrisak, darf er nicht nach Europa einreisen[1]:S. 7, etwaiges Vermögen ist in Europa eingefroren.[1]:S. 7

Werdegang[Bearbeiten]

Dorri-Nadjafabadi war von August 1997 bis 23. Februar 1999 Leiter des Geheimdienstes VEVAK. Von 2005 bis zum 24. August 2009 war er Generalstaatsanwalt in Iran. Es wurde vom neuen Justizchef Sadegh Laridschani, auch im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Präsidentschaftswahlen 2009, entlassen und durch Gholam-Hossein Mohseni-Ejei ersetzt. Dorri-Nadjafabadi predigt als Freitagsimam in Arak.[2]

Vorwürfe[Bearbeiten]

Während seiner Amtszeit als Leiter des Geheimdienstes kam es zu den Kettenmorden an Oppositionellen, für die sein Stellvertreter, Said Emami, die Verantwortung übernahm. Dorri-Nadjafabadi trat von seinem Amt zurück und wurde von Ali Younesi ersetzt. Im Prozess gegen die Mörder des ehemaligen Arbeitsministers Dariush Forouhar und seiner Frau Parvaneh Eskandari Forouhar, nahm die Friedensnobelpreisträgerin und Rechtsanwältin Shirin Ebadi, die die Tochter des Ehepaares anwaltlich vertrat, zusammen mit der Tochter Einsicht in Prozessunterlagen. Nach beider Aussagen fanden sich in den Prozessunterlagen Befehle Dorri-Nadjafabadis zu den Auftragsmorden; die später verurteilten Mörder befanden sich zum Tatzeitpunkt ausweislich von Überstundenabrechnungen im Dienst.[2]:Filmminuten 23 ff. Als nächste zu ermordende Person wurde in den Unterlagen ebenfalls - nach ihrer eigenen Aussage - Shirin Ebadi genannt.[2]:Filmminuten 25 ff.

Positionen[Bearbeiten]

Aufsehen erregte Dorri-Nadjafabadi als er für westliches Spielzeug strengere Importbegrenzungen forderte. Spielzeuge wie Barbie, Batman und Harry Potter hätten einen zerstörerischen Einfluss auf die Jugend des Landes.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c VERORDNUNG (EU) Nr. 359/2011 DES RATES vom 12. April 2011 (online)
  2. a b c Sabine Jainski, Ilona Kalmbach: Shirin Ebadi. Mein Leben, ZDF-Dokumentation in Zusammenarbeit mit competent filmproduktion und ARTE, 2010
  3. Iran calls for ban on Barbie doll bbc.co.uk. vom 28. April 2008