Ghostery

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Ghostery
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Maintainer Felix Shnir,
José María Signanini
Entwickler Evidon Inc.
Aktuelle Version Version 5.4.3[1]
(3. März 2015[2])
Betriebssystem übergreifend
Kategorie Add-on / App
Lizenz proprietär
Deutschsprachig teilweise
ghostery.com

Ghostery ist eine Software, die den Anwender beim Surfen auf versteckte Dienste hinweist, die im Hintergrund private Daten an Seitenbetreiber übermitteln, und diese auf Wunsch blockiert. Das Programm ist als Add-on für die Webbrowser Firefox, Safari, Chrome, Opera und Internet Explorer verfügbar sowie als eigenständige Webbrowser-App für Android und Apple iOS.[3]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Anders als die populäre Firefox-Erweiterung NoScript blockiert Ghostery nicht alle Skripte kategorisch. Stattdessen werden nur diejenigen Skripte identifiziert, die die Privatsphäre oder Anonymität des Nutzers gefährden, und harmlose Skripte erlaubt. Neben Skripten werden auch weitere Verfahren identifiziert, die die Anonymität oder die Privatsphäre des Nutzers gefährden können (z. B. bestimmte Cookies, Bilder oder andere Webseiten-Elemente). Die Liste der zu identifizierenden Elemente wird regelmäßig aktualisiert.

Der Nutzer kann für jedes dieser potenziell gefährlichen Skripte oder Webseiten-Elemente entscheiden, welche er blockieren oder zulassen möchte. Außerdem kann er sich über deren Urheber und Datenschutz­richtlinien informieren. Beim Besuch einer Webseite informiert Ghostery den Nutzer darüber, welche Elemente gefunden und welche davon blockiert wurden. Der Nutzer kann dann die Einstellungen bei Bedarf noch einmal für die jeweilige Seite anpassen.

Zu den Elementen, die Anonymität und Privatsphäre gefährden, gehören auch Social-Media-Schaltflächen wie z. B. der "Like"-Button von Facebook, der mitunter auf anderen Webseiten eingebunden wird. Ghostery kann auf Wunsch diese Schaltflächen durch eine eigene Schaltfläche („Click to Play“) ersetzen, mit der man die blockierte Schaltfläche bei Bedarf durch einen Klick wieder zeitweise aktivieren kann.

Außerdem kann der Nutzer einwilligen (Opt-in), anonymisierte Informationen über die gefundenen Tracking-Elemente an die Entwickler zu senden. Die entsprechende Funktion ist als Ghostrank tituliert.

Beim Laden einer neuen Webseite zeigt das Programm in der oberen rechten Ecke des Browserfensters eine Liste der aktiven Tracking-Elemente an und welche davon blockiert wurden. Durch Anklicken des Ghostery-Symbols in der Statusleiste wird die Liste geöffnet und kann bearbeitet werden. Sie enthält die Links zu den weiterführenden Informationen und bietet die Möglichkeit, die Einstellungen bei Bedarf noch einmal für die jeweilige Seite individuell anpassen.[4]

Kritik[Bearbeiten]

Die deutsche Computerzeitschrift Chip rät vom Gebrauch der Software ab. Nach Chip gebe Ghostery nur vor, sich dem Schutz der User vor Tracking zu verschreiben. Chip kommt zu seinem Urteil, da der Hersteller von Ghostery gleichzeitig seine Datenbank der Werbewirtschaft zur Verfügung stelle, und empfiehlt stattdessen NoScript.[5] Auch Technology Review berichtet, dass die Firma hinter Ghostery Benutzerdaten an Werbefirmen weitergebe, wenn die Option „Ghostrank“ aktiviert ist. Allerdings versichere die Herstellerfirma, dass Ghostrank keine Daten für eine personalisierte Anzeigenschaltung oder die Identifikation eines Nutzers sammele.[6]

Nach eigenen Angaben sammelt Ghostery keine Informationen, die dazu gebraucht werden können, zielgerichtet zu werben oder Ghostery-Benutzer zu identifizieren. Es würden nur dann Daten gesammelt, wenn der Benutzer zur Funktion Ghostrank eingewilligt (Opt-in) habe. Die gesammelten Daten würden der Organisation Better Business Bureau zur Verfügung gestellt. Des Weiteren liefere Ghostery Daten an Universitätsstudenten, an Datenschutz-Forscher sowie an Journalisten für deren Studien.[7] Webseiten-Betreiber können die Daten nutzen, um zu verfolgen, welcher Tracking-Code der verschiedenen Werbeunternehmen auf ihren Seiten aktiv ist und wie er die Ladegeschwindigkeit beeinflusst. Zum anderen können Werbevermarkter feststellen, wie verbreitet eine bestimmte Art von Tracking-Code im Web ist.[8]

Rezeption[Bearbeiten]

Ghostery wurde in die Liste der „empfohlenen Firefox-Erweiterungen“ von Mozilla aufgenommen.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Version, abgerufen am 11. März 2015 (englisch)
  2. Freigabezeitpunkt der aktuellen Version (englisch)
  3. Übersicht auf ghostery.com
  4. Fragen und Antworten zu Ghostery auf ghostery.com
  5. Ghostery für Firefox. chip.de, 21. Mai 2013, abgerufen am 26. Mai 2013 (siehe unter Fazit).
  6. Tom Simonite: Die Geister, die ich rief. Technology Review, 18. Juni 2013, abgerufen am 17. Januar 2014.
  7. What does Evidon do with Ghostrank information? Offizielles FAQ Punkt 17, abgerufen am 26. Mai 2013 (englisch)
  8. Tom Simonite: Die Geister, die ich rief. Technology Review, 18. Juni 2013, abgerufen am 17. Januar 2014.
  9. Ghostery auf addons.mozilla.org