Ghuta

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Satellitenaufnahme von Damaskus und Umgebung. Im Norden hebt sich der kahle Dschabal Qāsiyūn von den grünen Feldern der Ebene ab.
Vom Dschabal Qāsiyūn nach Süden

Ghuta (arabisch ‏غوطة دمشق‎, DMG Ġūṭat Dimašq), auch Ghouta, ist eine der größten Bewässerungsoasen des Nahen Ostens, die sich von der syrischen Hauptstadt Damaskus nach Westen, Süden und nach Osten erstreckt. Im Norden endet sie am Steilabfall des vegetationsarmen Dschabal Qāsiyūn. Die Oase wird im Wesentlichen von den beiden Flüssen Barada und Nahr el-Awadsch gespeist, die zur künstlichen Feldbewässerung und zur städtischen Trinkwasserversorgung dienen.

Die Ghuta mit Baumhainen und Gemüsefeldern gliedert sich ringförmig von ihrem Zentrum zu den Rändern, im Osten geht sie nach einer Merj genannten baumlosen Zone mit Regenfeldbau in die Syrische Wüste über. Durch die sich in den Vororten unkontrolliert ausdehnende Stadt wird die Ghuta immer weiter zurückgedrängt.

In der Bronzezeit dürfte die Ghuta ein kaum besiedeltes Wald- und Sumpfgebiet gewesen sein, von dem Wasser zur Bewässerung in die Randgebiete geleitet wurde, wo vermutlich die landwirtschaftlichen Siedlungen lagen. Diese mussten nach außen durch eine Reihe von Hügelfestungen verteidigt werden. Zu diesen gehörten Tell eṣ-Ṣaliḥiyeh im Osten und die kleinere befestigte Siedlung Deir Khabiye im Süden. Ab der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. wurde begonnen, durch Bewässerungskanäle das heutige Zentrum der Ghuta zu erschließen. Damaskus entwickelte sich zum Hauptort der Siedlungen. Im Mittelalter nutzten Nomaden die nun unbewohnten Randbereiche als Weideland, Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen Siedlungsbereiche und Ackerflächen wieder in den Merj und darüber hinaus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Giftgasangriffe von Ghuta vom 21. August 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Wirth: Syrien, eine geographische Landeskunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1971, S. 403–406