Giacomo Agostini

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Giacomo Agostini in Monthlery (2003)
Giacomo Agostini in Salzburg (2006)
Agostini 1976 auf dem Nürburgring

Giacomo „Ago“ Agostini (* 16. Juni 1942 in Brescia, Lombardei, Italien) ist ein ehemaliger italienischer Motorradrennfahrer.

Er gilt als einer der besten Motorradrennfahrer der Geschichte und ist mit 15 Weltmeistertiteln der erfolgreichste Fahrer der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Karriere[Bearbeiten]

Motorradfahren lernte Agostini als Teenager mit einer 50er-Parilla. 1962 trat er erstmals bei Rennen an: mit einer 175-cm³-Morini nahm er an Bergrennen teil und wurde 1963 italienischer Bergmeister.

Am 15. September 1963 betrat Agostini im italienischen Monza die Bühne der Motorrad-Weltmeisterschaft. Er führte das Rennen an, bis er wegen eines technischen Defekts an seinem Motorrad aufgeben musste. Nach dieser Talentprobe konnte er sich seinen Arbeitgeber für die folgende Saison aussuchen. Er wählte MV Agusta und gewann am 24. April 1965 seinen ersten Grand Prix bei einem Rennen auf der Südschleife des Nürburgrings vor Mike Hailwood. In diesem Jahr wurde er Vizeweltmeister in den Klassen bis 350 und 500 cm³ und 1966 Weltmeister bei den 500ern.

Agostini gewann zwischen 1966 und 1975 15 Weltmeistertitel, davon sieben in der Klasse 350 cm³ und acht in der Klasse bis 500 cm³, davon 13 Titel für MV Agusta und zwei Titel für Yamaha. Insgesamt fuhr er in seinen 186 Rennen 159 Mal auf Podiumsplätze und feierte 122 Grand-Prix-Siege. Er ist damit der erfolgreichste Motorradrennfahrer der Geschichte. Nach der Saison 1977, in der ihn Barry Sheene im Kampf um den Titel in der 500-cm³-Klasse geschlagen hatte, beendete Agostini seine aktive Karriere.

Ein Wechsel in den Automobilrennsport in den nachfolgenden Jahren brachte wenig Erfolg. Er fuhr 1978 Formel 2, konnte sich aber mit dem Chevron B42-BMW nur viermal qualifizieren, und mit dem achten Platz beim Eifelrennen auf der Nordschleife nur einmal in die Top 10 fahren. Er nahm 1979 und 1980 mit einem alten Williams FW06 an der britischen Aurora-AFX-Formel-1-Serie teil und errang dort drei Podiumsplätze. Beim Gran Premio Dino Ferrari am 16. September 1979 in Imola wurde er vom Sieger Niki Lauda überrundet.[1]

Zur Saison 1982 kehrte Agostini als Teammanager seines Teams Yamaha Marlboro Agostini und später als Teamchef bei Cagiva in den Grand-Prix-Zirkus zurück.

Bis heute ist Agostini ein begehrter Gast bei vielfältigen Motorradveranstaltungen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, eine ältere Tochter und einen jüngeren Sohn, und lebt in Bergamo, Italien.

Das Sondermodell F4 AGO von MV Agusta mit der legendären Nummer 1 wurde unter seiner Mitarbeit entwickelt.

Die US-amerikanische Punk-'n'-Roll-Band Zeke widmete ihm das Lied „Viva Agostini!“ vom Album „Flat Tracker“ als Hommage.

Statistik[Bearbeiten]

Titel[Bearbeiten]

Weltmeistertitel[Bearbeiten]

  • 1966 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1967 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1968 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1969 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1970 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1971 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1972 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1973 – 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1974 – 350 cm³ (Yamaha)
  • 1975 – 500 cm³ (Yamaha)

Italienischer Meistertitel[Bearbeiten]

  • 1963 – 175 cm³ (Moto Morini) (Italienischer Bergmeister)
  • 1964 – 250 cm³ (Moto Morini)
  • 1965 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1966 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1968 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1969 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1970 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1971 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1972 – 500 cm³ und 350 cm³ (MV Agusta)
  • 1973 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1974 – 500 cm³ (MV Agusta)
  • 1975 – 500 cm³ (Yamaha)
  • 1976 – 500 cm³ (Yamaha)
  • 1977 – 500 cm³ (MV Agusta / Yamaha)

Isle-of-Man-TT-Siege[Bearbeiten]

Jahr Klasse Maschine Durchschnittsgeschwindigkeit
1966 Junior (350 cm³) MV Agusta 100,87 mph (162,33 km/h)
1968 Junior (350 cm³) MV Agusta 101,63 mph (163,56 km/h)
Senior (500 cm³) MV Agusta 104,78 mph (168,63 km/h)
1969 Junior (350 cm³) MV Agusta 101,81 mph (163,85 km/h)
Senior (500 cm³) MV Agusta 104,75 mph (168,58 km/h)
1970 Junior (350 cm³) MV Agusta 101,77 mph (163,78 km/h)
Senior (500 cm³) MV Agusta 101,52 mph (163,38 km/h)
1971 Senior (500 cm³) MV Agusta 102,59 mph (165,1 km/h)
1972 Junior (350 cm³) MV Agusta 102,03 mph (164,2 km/h)
Senior (500 cm³) MV Agusta 104,02 mph (167,4 km/h)

Daytona 200[Bearbeiten]

200 Meilen von Imola[Bearbeiten]

In der Motorrad-WM[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Giacomo Agostini: Giacomo Agostini. Maschinen, Frauen, Konkurrenten, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 3-87943-404-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giacomo Agostini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://forix.autosport.com/8w/agostini.html