Gian Gastone de’ Medici

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Gian Gastone, Großherzog von Toskana

Gian Gastone de’ Medici (* 24. April 1671; † 9. Juli 1737 in Florenz) war der letzte Großherzog der Toskana aus dem Haus Medici. Er regierte von 1723 bis 1737 und war das letzte männliche Mitglied der jüngeren Linie der Familie.

Leben[Bearbeiten]

Gian Gastone wurde 1697 mit Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg verheiratet, der Witwe eines deutschen Fürsten, mit der er in Reichstadt in Böhmen lebte. Die Hochzeit fand am Hofe seines Schwagers Johann Wilhelm und seiner Schwester Anna Maria Luisa in Düsseldorf statt. Von seiner Gattin und der böhmischen Umgebung angewidert, zog er schon im nächsten Jahr nach Frankreich. Er kehrte noch einmal zu ihr zurück, trennte sich dann aber endgültig von ihr. Da 1713 sein Bruder Ferdinando kinderlos starb, war die Dynastie der Medici zum Aussterben verurteilt.

Als Gian Gastone 1723 die Regierung übernahm, herrschte er über ein Großherzogtum im Abstieg. Er begann mit den dringend erforderlichen Reformen, erleichterte die Steuerlast der Armen, setzte antisemitische Gesetze außer Kraft und verordnete das Ende öffentlicher Hinrichtungen. Allerdings verfiel er bald in Trägheit und seine weithin bekannte homosexuelle Neigung führte früh zu politischen Spekulationen über das erbenlose Ende der Medici-Herrschaft. Bei seinem Tod ging das Großherzogtum an Franz Stephan von Lothringen über, den Ehemann von Maria Theresia und späteren Kaiser Franz I., den die europäischen Mächte dazu auserkoren hatten, Gian Gastone zu ersetzen. Die Toskana wurde dadurch Teil des Herrschaftsbereichs der Habsburger, so wie Franz Stephans Herzogtum im Gegenzug Teil Frankreichs wurde.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gian Gastone de’ Medici – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Cosimo III. Großherzog der Toskana
1723–1737
Franz II. Stephan