Giebelstadt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Würzburg | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Giebelstadt | |
| Höhe: | 300 m ü. NN | |
| Fläche: | 48,06 km² | |
| Einwohner: |
5031 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 105 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97232 | |
| Vorwahl: | 09334 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WÜ | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 79 138 | |
| Marktgliederung: | 10 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Marktplatz 3 97232 Giebelstadt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Helmut Krämer (Bürgerbündnis Giebelstadt) | |
| Lage des Marktes Giebelstadt im Landkreis Würzburg | ||
Giebelstadt ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Giebelstadt hat zehn amtlich benannte Ortsteile[2]:
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Es gibt die Gemarkungen Allersheim, Euerhausen, Eßfeld, Giebelstadt, Herchsheim, Ingolstadt i.UFr. und Sulzdorf.
Geschichte [Bearbeiten]
Giebelstadt ist nach der alemannischen Adelssippe der Gibule benannt und wurde im Jahr 820 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert hatten die Ministerialengeschlechter Geyer und Zobel dort Grundbesitz und Lehen und übten im Dorf gemeinsam Herrschaftsrechte aus (Kondominatsdorf). Später teilten sich das seit 1792 preußische Fürstentum Ansbach (als Nachfolger der Grafen von Geyer) und die Freiherren von Zobel die Herrschaft. Beider Rechte kamen 1806 an das Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana, mit dem Giebelstadt 1814 an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Kommune. Nach 1848 wurde Giebelstadt dem Bezirks- und Finanzamt und dem Amtsgericht Ochsenfurt angegliedert. Am 1. Juli 1972 kam der Markt zum Landkreis Würzburg.
Mindestens seit dem 18. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig. Bereits im 17. Jahrhundert entstand in der Gemarkung Allersheim ein jüdischer Friedhof. Im Jahr 1799 entstand eine Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet und 1944 abgerissen wurde. Daran erinnert eine Gedenktafel im Innenhof des Rathauses.[3]
Im Jahr 1935 wurde der Fliegerhorst Giebelstadt von der Luftwaffe erbaut und am 17. September 1936 bei einer Truppenparade von Adolf Hitler eröffnet. Die ersten stationierten Flugzeuge waren Bomber des Typs Heinkel He 111, die zum Kampfgeschwader 53 gehörten, welches mit Beginn des Zweiten Weltkrieges in Giebelstadt stationiert war. Vom Flugplatz Giebelstadt aus wurden im Zweiten Weltkrieg etliche Einsätze an die Front in Frankreich geflogen; außerdem wurden hier unter strenger Geheimhaltung die ersten Versuche mit der düsengetriebenen Messerschmitt Me 262 und der raketengetriebenen Messerschmitt Me 163 gestartet. Um diese Tests geheim zu halten, wurde damals der Name „Giebelstadt“ von allen deutschen Landkarten gestrichen. Der Flugplatz Giebelstadt wurde deswegen gegen Kriegsende das Ziel schwerer Bombenangriffe. Der Schaden am Fliegerhorst wurden dann 1944 durch Häftlinge des KZ Flossenbürg beseitigt und diese auch zum Ausbau des Fliegerhorstes eingesetzt. Noch vor der Kapitulation der deutschen Truppen wurde der Flugplatz durch die 12. US-Panzerdivision eingenommen.[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz von der United States Army Air Force übernommen und hieß von da an „Giebelstadt Airfield“. 1947 wurde die Landebahn auf ihre jetzige Länge ausgebaut. Stationiert waren hier unter anderem U2-Spionageflugzeuge. Vom 15. Januar 1948 bis 1950 war der Flughafen geschlossen und nur mit einer Wachmannschaft besetzt.
Später wurde der Flugplatz durch Raketeneinheiten der US-Armee und durch die Bundeswehr genutzt. Ab 1981 bis zum 1. Juli 2000 waren die 12. Heeresfliegerbrigade und die 69. Air Defense Artillery (Patriot) der United States Army in Giebelstadt stationiert. Nach dem Abzug der US-amerikanischen Truppen wurde die Nutzung des Militärflugplatzes eingestellt. Das Gelände ist am 31. Dezember 2006 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgefallen.
Auch die Bundeswehr war mit der Sanitätsschule der Luftwaffe im Ortsteil Klingholz vertreten.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Euerhausen eingegliedert.[5] Am 1. Januar 1978 kamen die Märkte Allersheim und Herchsheim hinzu. Eßfeld, Ingolstadt in Unterfranken und Sulzdorf folgten am 1. Mai 1978.[6]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Politik [Bearbeiten]
Bis 2002 wurde die Marktgemeinde Giebelstadt durch den CSU-Bürgermeister Kleinfeld regiert. Nachdem es jahrelang keine ernsthaften Mitbewerber um das Bürgermeisteramt gegeben hatte, gelang es der UWG (Unabhängigen Wählergemeinschaft) mit Paul Merklein ein neues Gesicht zu präsentieren, der auch die Kommunalwahl knapp gewann. Nachdem die Gemeindepolitik viele Jahre lang der Schauplatz für heftige Agitationen und Auseinandersetzungen war, wurde mit Helmut Krämer ein ehemaliges UWG-Gemeinderatsmitglied der Bürgermeisterkandidat der neu gegründeten Bürgerbündnisse. Durch die Aufspaltung auf zwei Listen (Listenverbindung) gelang es den Bündnissen, die Mehrheit im Gemeinderat bei der Kommunalwahl 2008 zu erringen. Auch der bisherige Bürgermeister wurde bei dieser Wahl abgelöst.
Marktgemeinderat [Bearbeiten]
Der Marktgemeinderat hat 17 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.
- Bürgerbündnis Giebelstadt 7 Sitze
- Bürgerbündnis Ortsteile 4 Sitze
- Unabhängige Wählergemeinschaft 5 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: In Blau ein silberner Widderkopf mit goldenem Gehörn.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Baudenkmäler [Bearbeiten]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Giebelstadt ist durch die Bundesstraße 19 nach Norden mit Würzburg (16 km) verbunden, nach Süden mit Bad Mergentheim (25 km).
Der ehemalige Militärflugplatz wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für den Transfer zu diversen Spielaustragungsorten genutzt. So flog die Nationalmannschaft von Ghana, welche ihr Quartier in Würzburg während der WM hatte, von Giebelstadt aus zu ihren Spielen. Auch die Nationalmannschaft von Ecuador, welche in Bad Kissingen ihr WM-Quartier hatte, nutzte diese Einrichtung. Der Flugplatz Giebelstadt hat eine Zulassung für Maschinen bis zu einem Abfluggewicht von 14 t und ist im Landkreis der größte Flugplatz. Er wird auch häufig von im Landkreis ansässigen Firmen genutzt.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Bavaria Yachtbau
- Opitec Hobbyfix
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Florian Geyer (1490–1525), (auch: Florian Geier von Giebelstadt), Ritter und Diplomat
- Melchior Zobel von Giebelstadt (1505–1558), Fürstbischof von Würzburg
- Kilian Keller (1839–1908), Bürgermeister von 1870 bis 1893, Reichstags- und Landtagsabgeordneter
- Paul Beusch (1883–1925), Politiker (Zentrum), Reichstagsabgeordneter
Literatur [Bearbeiten]
- Decker, Karl-Heinz: Geschichte des Fliegerhorstes Giebelstadt 1933-1945, Verlag J.H. Röll, Dettelbach 2010, ISBN 9783897543577
Weblinks [Bearbeiten]
- Giebelstadt: Wappengeschichte vom HdBG
- Giebelstadt: Amtliche Statistik des LStDV (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/182216&attr=OBJ&val=1793
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 143
- ↑ vgl dazu: Decker, Karl-Heinz: Geschichte des Fliegerhorstes Giebelstadt, S. 7-11
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 545.
- ↑ a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
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