Giechburg
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| Giechburg | ||
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Giechburg am 10. Juni 2007 |
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| Alternativname(n): | Burg Giech | |
| Entstehungszeit: | 1125 erstmals erwähnt | |
| Burgentyp: | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand: | Halbruine | |
| Ort: | Scheßlitz-Giechburg | |
| Geographische Lage | 49° 57′ 18″ N, 11° 2′ 58″ OKoordinaten: 49° 57′ 18″ N, 11° 2′ 58″ O | |
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Die Giechburg, auch Burg Giech genannt, ist eine Burgruine auf dem Gebiet der Stadt Scheßlitz im Landkreis Bamberg in Bayern. Giechburg ist auch ein Ortsteil der Stadt Scheßlitz. Im März 2005 lebten 2 Menschen auf der Giechburg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Frühgeschichte
Die Besiedlung des Giechburgplateaus ist bis in das Neolithikum nachweisbar, wobei eine besondere Intensivierung der Siedlungstätigkeit während der Keltenzeit zwischen 500 v. Chr. und Christi Geburt stattfand. Auch während der Völkerwanderungszeit ist eine ununterbrochene Nutzung der vorgeschichtlichen Befestigungsanlagen wahrscheinlich.
[Bearbeiten] Mittelalterliche Burganlage
Der Bau der mittelalterlichen Burg fand unter den mächtigen Schweinfurter Grafen, vermutlich um die Zeit der verheerenden Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert statt. Hierzu wurde das westliche Drittel des Plateaus durch einen tiefen Halsgraben abgetrennt, wobei die restlichen Wehranlagen noch bis ins 12. Jahrhundert weiterbestanden (munitiones ante castrum sitam).
Die Burg diente fortan als Bindeglied zwischen den Königshöfen Hallstadt und Königsfeld auf der Jurahöhe. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahre 1125 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Otto I. des Heiligen, in der Wilhelm von Lützelburg, zweiter Gemahl der Markgräfin Mechthilde von Meißen unter dem Namen Willehalm, liber homo de giche als Zeuge auftritt. Deren Tochter aus erster Ehe, Adela von Beichlingen, ehelichte den Wertheimer Grafen Reginboto, der am Bamberger Hof ein hohes Amt bekleidete und sich nach seiner Heirat comes de gicheburc nach seinem erheirateten Besitz nannte. 1137 brachte Chuniza, sein einziges Kind, die Erbmasse Giech durch Heirat an das Andechser Grafenhaus. 1142 wurde die Ehe getrennt und Chuniza vermachte ihr Erbteil dem Hochstift Bamberg. Dem Grafen gelang es jedoch, die Belehnung mit dem gesamten Besitz mit Waffengewalt zu erzwingen.
[Bearbeiten] Erbfolgestreit
Nach dem Tod des letzten Herzogs Otto II. von Andechs-Meranien 1248 folgte ein jahrelanger, zermürbender Erbfolgestreit, der mit der Übernahme der Burg Giech samt ihres zugehörigen Umfeldes, das etwa die Größe des östlichen Landkreises Bamberg umfasste, durch das den Meraniern verwandte Grafenhaus von Truhendingen endete. Es verblieb dort bis 1390, als es Bischof Lamprecht von Brunn endlich gelang, gegen eine hohe Summe das ursprüngliche Lehen den hochverschuldeten Grafen abzukaufen.
Unter der Ägide der Bamberger Bischöfe erfuhr die vernachlässigte Burg einen formidablen Ausbau, sodass sie während der gefürchteten Hussiteneinfälle als der sicherste Ort im ganzen Hochstift galt. Man verbrachte unter Friedrich III. von Aufseß den Domschatz hierher und auch ein Teil des Domkapitels begab sich hier in Sicherheit. Der Domschatz blieb hier wohlverwahrt bis über die Zeit des Bamberger Immunitätenstreits hinaus, während die umliegenden Ortschaften und die benachbarte Gügelburg durch die Hussiten verwüstet wurden.
[Bearbeiten] Bauernaufstand
Während der Bauernaufstände 1525 gelang es einer Abordnung von Bauern durch eine arglistige Täuschung, die Burg einzunehmen und Brand zu legen, ohne jedoch die Substanz der Burg zu gefährden. Erst 1553 wurde die Burg nach mehrtägiger Belagerung durch die Truppen des Markgrafen Albrecht Alkibiades aufgegeben und auf dessen Befehl geplündert und in Brand gesteckt.
[Bearbeiten] Wiederaufbau der Burg als Renaissanceschloss
Mit der Regierungszeit des Fürstbischofs Johann Philipp von Gebsattel (1599-1609) wurde die ruinöse Burg als Renaissanceschloss unter Einbeziehung der mittelalterlichen Wehranlagen wieder aufgebaut und fürstlich ausgestattet. Ihre militärische Bedeutung hatte sie indessen verloren: Die Festungen Kronach und Forchheim, nach französischem Vorbild errichtet, übernahmen fortan diese Funktion. Das Giechschloss diente nunmehr als Verwaltungssitz der Pflege Giech und als Standort für die jährlichen Jagdausflüge der Fürstbischöfe. Sie blieb während des Dreißigjährigen Krieges völlig unbehelligt, während in Scheßlitz kein Haus mehr stand.
Als der Verwaltungssitz mit dem Wiederaufbau der Amtsgebäude in Scheßlitz dorthin verlegt wurde, fungierte das Schloss nur noch als Mittelpunkt für die fürstbischöfliche Fohlenaufzucht. Als auch diese in den neuerbauten Fohlenhof nach Peulendorf verlegt wurde, war das Schloss Amtssitz eines Forstbeamten, dem auch die Brandüberwachung der gesamten Umgegend oblag. Der Unterhalt der Anlagen beschränkte sich auf das Allernötigste; der Verfall begann.
[Bearbeiten] Rätsel um einen Eisenkorb
Am Turm der Bamberger Altenburg hängt ein Eisenkorb, der früher für die Übermittlung von Feuersignalen zur 20 Kilometer von Bamberg entfernten Giechburg benutzt wurde. Auf der Giechburg ist eine ähnliche Einrichtung nicht nachweisbar und findet weder in den Bauausgaben des fb. Kastenamts Erwähnung noch in sonstigen dokumentierten Geschichtsabläufen. Da auch der praktische Nutzen einer solchen Einrichtung höchst zweifelhaft erscheint, handelt es sich hierbei höchstwahrscheinlich um ein romantisierendes Attribut für die im Stil des Historismus im 19. Jahrhundert wiederaufgebaute Altenburg.
[Bearbeiten] Neuere Geschichte
Mit der Säkularisation des Hochstifts wurden die Liegenschaften rund um die Burg separat veräußert. Nach den barbarischen Einreißmaßnahmen von Hohenhausens 1809, die einen eingeleiteten Verfallsprozess rasant beschleunigten, wurde der Bauzustand der Burg zunehmend desolater. 1819 erwarb Graf Friedrich Karl Herrmann von Giech zu Thurnau die Burg vom Königreich Bayern, ohne dass sich Grundlegendes änderte. 1932 verkaufte der letzte Graf von Giech die Burg an Leonhard Schmaus, einen Postbediensteten, dessen Enkel veräußerte den Besitz 1962 an Friedrich Karl Hohmann.
In seinem Reiseführer über Bamberg und Umgebung aus der Zeit um das Jahr 1912 beschreibt der Verfasser Dietrich Amende auch die Stadt Scheßlitz:
„Unmittelbar südlich von Scheßlitz erhebt sich die mächtige Ruine des Schlosses Giech. Die langgestreckte Fensterreihe, durch die jetzt der blaue Himmel scheint, und der gewaltige Bergfried künden die einstige Stärke der im Hussitenkriege zerstörten Burg. Vom Schlosshof (Gastwirtschaft) herrlicher Rundblick. Gleich nördlich von Giech liegt, an den Felsen gelehnt, die interessante befestigte Kirche Gügel.“
– Dietrich Amende: Bamberg und das Frankenland. Bamberg o. J. (um 1912)
[Bearbeiten] Die Burg heute
Um den weiteren Bestand der Anlagen zu sichern, wurde von diesem 1967 der Förderkreis der Freunde der Giechburg e. V. gegründet und erste nennenswerte Sanierungsarbeiten eingeleitet. Mit der Übernahme der Burganlage durch den Landkreis Bamberg 1971 löste sich der Verein auf und unter der Obhut der Kreisverwaltung begann ein umfassendes Sanierungsprogramm und der Ausbau als Tagungsort und kulturelles Veranstaltungszentrum des Landkreises Bamberg. Überdies bietet die Burg einen Gastronomiebetrieb und Beherbergungsmöglichkeiten.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Gügel
- Liste der Burgen und Schlösser in Bayern
- Giech (Adelsgeschlecht)
- Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Bamberg
[Bearbeiten] Weblinks
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