Giera

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Giera
Gier
Gyér
Đir
Giera führt kein Wappen
Giera (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 24′ N, 21° 0′ O45.40694444444420.992222222222Koordinaten: 45° 24′ 25″ N, 20° 59′ 32″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 91 km²
Einwohner: 1.239 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307215
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Giera, Grăniceri, Toager
Bürgermeister: Victor Hotean (USL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 192
loc. Giera, jud. Timiș, RO–307215
Lage von Giera im Kreis Timiș

Giera (deutsch Gier, ungarisch Gyér, serbisch-kyrillisch Đir-Ђир) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș im Banat in Rumänien.

Lage[Bearbeiten]

Giera liegt in der "Banater Hecke" ca. 48 km südwestlich von der Kreishauptstadt Timișoara (Temeschburg), (im "Altbezirk" Tschakowa) an der Nationalstraße DN 59B. 7 km nordwestlich von Giera fließt die Temesch, die dem Kreis den Namen gibt. Im Osten, in ca. 11 km Entfernung liegt die Gemeinde Banlok, die ehemalige Sommerresidenz des Königspaars von Rumänien.

Im Süden in ca. 3 km Entfernung wird Giera von dem kleineren Teil des Banats, das an Serbien fiel, durch die rumänisch-serbische Staatsgrenze getrennt. Diese trennt auch die in ca. 10 km Entfernung westlich gelegene Stadt Modosch ab, die im Tausch für die Stadt Hatzfeld nach der Teilung des Banats 1919 an Jugoslawien abgetreten wurde.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Grăniceri Gad Dolaț
Toager Nachbargemeinden Livezile
Konak Stari Lec Partoș

Geschichte[Bearbeiten]

Das von Serben bewohnte Dorf wurde 1785 auch mit Deutschen besiedelt. Im Jahre 1795 ging das gesamte Gut in den Besitz der Familie Gyertyanffy, nach der auch die Ortschaft benannt wurde. Der Gutshof der Familie Gyertyanffy, von den Einwohnern Gieras Kastell genannt, war später LPG-Sitz. Zu der Gemeinde Giera gehören die Dörfer Grăniceri und Toager.

Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Giera gehörte, fiel an Rumänien.

Infolge des Waffen-SS Abkommens vom 12. Mai 1943 zwischen der Antonescu-Regierung und Hitler-Deutschland wurden alle deutschstämmige wehrpflichtige Männer in die deutsche Armee eingezogen. Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, wurden alle deutschstämmigen Frauen zwischen 18–30 und Männer im Alter von 16–45 zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern in Rumänien vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage.

Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit statt. Zu diesem Zweck wurde von der rumänischen Regierung ein Plan zur Säuberung des Grenzgebiets zu Jugoslawien „von politisch unzuverlässlichen Elementen" entworfen. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Einwohner[Bearbeiten]

Giera hat ungefähr 1300 Einwohnern.

  • 1910 lebten in Gier 3483 Einwohner, davon 943 Rumänen, 652 Ungarn, 1345 Deutsche und 543 andere Nationalitäten.
  • 2002 lebten 1321 Personen in Gier, davon 869 Rumänen, 269 Ungarn, 25 Deutsche und 158 andere Nationalitäten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer, Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München, 2011, 670 Seiten, ISBN 3-922979-63-7

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de