Giez (Haute-Savoie)

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Giez
Wappen von Giez
Giez (Frankreich)
Giez
Region Rhône-Alpes
Département Haute-Savoie
Arrondissement Annecy
Kanton Faverges
Koordinaten 45° 45′ N, 6° 15′ O45.75256.2466666666667515Koordinaten: 45° 45′ N, 6° 15′ O
Höhe 472–1.782 m
Fläche 12,65 km²
Einwohner 554 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 74210
INSEE-Code
Website Giez
.

Giez ist eine französische Gemeinde im Département Haute-Savoie in der Region Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten]

Giez liegt auf 510 m ü. M., westlich von Faverges, etwa 19 km südöstlich der Stadt Annecy (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am südlichen Rand der breiten Talfurche von Faverges, welche die Bornes-Alpen im Norden vom Massiv der Bauges im Süden trennt, am Nordfuß der Pointe de Vélan.

Die Fläche des 12,65 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Savoyer Alpen. Der nördliche Gemeindeteil wird von der hier rund 2 km breiten Talfurche eingenommen, die sich vom Lac d'Annecy bis nach Ugine erstreckt und von den eiszeitlichen Gletschern geschaffen wurde. Diese teils vermoorte Talsenke wird von der Eau Morte nach Nordwesten zum Lac d'Annecy entwässert. Nach Süden erstreckt sich das Gemeindeareal über einen dicht bewaldeten Hang (Bois de l'Adduit) in das Naturschutzgebiet des Massivs der Bauges und erreicht auf der Pointe de Vélan mit 1783 m ü. M. die höchste Erhebung von Giez.

Zu Giez gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch verschiedene Weilersiedlungen und Gehöfte, darunter:

  • Bourgeal (500 m ü. M.) am Rand der Talfurche von Faverges, östlich an Giez anschließend
  • Rovagny (495 m ü. M.) am südlichen Rand der Talfurche von Faverges

Nachbargemeinden von Giez sind Faverges im Norden und Osten, Seythenex und Jarsy im Süden sowie Doussard im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Giez wird erstmals im 13. Jahrhundert unter den Namen Gy und Gyé urkundlich erwähnt. Der Ortsname geht auf den gallorömischen Geschlechtsnamen Gaius zurück und bedeutet so viel wie Landgut des Gaius. Seit 1204 gehört das Schloss von Giez der Adelsfamilie Villette. Die Eisenerzvorkommen in der Gegend wurden seit dem ausgehenden Mittelalter ausgebeutet, und das Eisen in Giez verarbeitet. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es im Ort eine Taftfabrik.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Dorfkirche Saint-Barthélemy wurde im 1846 im Stil des Neoklassizismus errichtet und besitzt einen Barockaltar. Um 1430 wurde das Château de Gye in seiner heutigen Gestalt erbaut; größere Renovationen und Umbauten fanden im 19. Jahrhundert statt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 284
1968 290
1975 283
1982 344
1990 341
1999 446
2006 527

Mit 554 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gehört Giez zu den kleinen Gemeinden des Département Haute-Savoie. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl aufgrund starker Abwanderung kontinuierlich ab (1861 wurden in Giez noch 474 Einwohner gezählt). Seit Beginn der 1980er Jahre wurde jedoch wieder eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Giez war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute gibt es verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes, darunter auch eine Sägerei. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen. Giez ist Standort eines Golfplatzes.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen, ist aber von der Hauptstraße N508, die von Annecy nach Albertville führt, leicht erreichbar. Giez besaß einen Bahnhof an der Eisenbahnlinie von Albertville nach Doussard, die heute stillgelegt ist.

Weblinks[Bearbeiten]