Gigantopithecus

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Gigantopithecus
Unterkiefer von Gigantopithecus

Unterkiefer von Gigantopithecus

Zeitliches Auftreten
Miozän bis Pleistozän
8 bis 0,1 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
Altweltaffen (Catarrhini)
Überfamilie: Menschenartige (Hominoidea)
Familie: Menschenaffen (Hominidae)
Gattung: Gigantopithecus
Wissenschaftlicher Name
Gigantopithecus
von Koenigswald, 1935
Arten
  • Gigantopithecus blacki
  • Gigantopithecus bilaspurensis
  • Gigantopithecus giganteus
Molar (Typusexemplar) von Giganthopithecus blacki in der Hand von Prof. Friedemann Schrenk

Gigantopithecus (von griechisch „Riesenaffe“) ist eine ausgestorbene Gattung der Primaten aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Die Fossilien werden ins Obere Miozän und Mittlere Pleistozän datiert. Funde aus Nordindien und Pakistan (Gigantopithecus bilaspurensis) gelten als 7 bis 8 Mio. Jahre alt,[1] Funde aus China (Gigantopithecus blacki) sind hingegen jünger als 2 Mio. Jahre alt, und einzelne chinesische Funde wurden sogar auf nur 100.000 Jahre datiert.[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Nach Ansicht einiger Wissenschaftler war Gigantopithecus über drei Meter groß und somit der größte Menschenaffe, der je gelebt hat. Demnach hätte er zwischen 300 und 550 kg gewogen. Es sind jedoch keine endgültigen Aussagen über Größe und Gewicht zu treffen, da bisher nur Kieferelemente und Zähne gefunden wurden. Diese übertreffen im Vergleich zu lebenden Menschenaffen deren Gegenstücke deutlich.

Fundstätten[Bearbeiten]

Bisher fand man Überreste im Süden der Volksrepublik China und Nordindien, aber auch in Pakistan. Man nimmt an, dass sie sich von Bambus ernährten, da man einige in der Nähe von fossilen Pandabären fand, was auf ausgedehnte Bambus-Vorkommen schließen lässt, und die großen Zähne und die mächtigen Kiefer auf das Kauen harter pflanzlicher Nahrung ausgerichtet waren.

Der nächste Verwandte von Gigantopithecus war vermutlich der viel kleinere Sivapithecus, der in Südosteuropa, Asien und Afrika lebte. Der nächste heute noch lebende Verwandte ist wahrscheinlich der Orang-Utan. Es gibt aber auch Anzeichen, die für die Gorillas als nächste Verwandte sprechen.

Entdeckungsgeschichte[Bearbeiten]

1935 fand der deutsche Paläontologe Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald in chinesischen Apotheken die ersten Zähne eines Gigantopithecus, doppelt so groß wie die eines Gorillas. Früher benutzten die Chinesen große Knochen und Steine zum Zermahlen von Blättern, zudem wurden und werden dort zu Pulver zerkleinerte Fossilien, den „Drachenknochen“, heilende Wirkungen nachgesagt. 1956 entdeckte man einen vollständigen Unterkiefer.

1985 versuchte der amerikanische Anthropologe Grover Krantz, den Bigfoot als Gigantopithecus blacki zu beschreiben. Die International Commission on Zoological Nomenclature lehnte dies ab, da das Taxon bereits vergeben war und Krantz keinen Holotyp vorweisen konnte.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Russel Ciochon, John Olsen, Jamie James: Warum mußte Giganto sterben? Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-07-509600-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gigantopithecus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nationalgeographic.com: „Giant Asian Ape and Humans Coexisted, Might Have Interacted“
  2. eurekalert.org: „Giant ape lived alongside humans“; auf deutsch auch: welt.de vom 14. Dezember 2005
  3. Brian Regal: Entering Dubious Realms: Grover Krantz, Science, and Sasquatch. In: Annals of Science. 66, Nr. 1, Januar 2009, S. 83–102. doi:10.1080/00033790802202421. PMID 19831199. Abgerufen am 13. September 2009.