Giglio (Insel)

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Giglio
Giglio, vom Monte Argentario aus gesehen
Giglio, vom Monte Argentario aus gesehen
Gewässer Tyrrhenisches Meer
Inselgruppe Toskanischer Archipel
Geographische Lage 42° 21′ 57″ N, 10° 54′ 7″ O42.36583333333310.901944444444496Koordinaten: 42° 21′ 57″ N, 10° 54′ 7″ O
Giglio (Toskana)
Giglio
Länge 9 km
Breite 4,5 km
Fläche 21,21 km²
Höchste Erhebung Poggio della Pagana
496 m s.l.m.
Einwohner 1450 (2001)
68 Einw./km²
Hauptort Giglio Castello
Karte des Toskanischen Archipels
Karte des Toskanischen Archipels

Giglio ist eine Insel im Mittelmeer, die zusammen mit der Nachbarinsel Giannutri die Gemeinde Isola del Giglio der Provinz Grosseto der Region Toskana in Italien bildet. Der Name Giglio geht auf die Latinisierung Aegilium zurück, abgeleitet von der griechischen Vokabel aix, aigos (Ziege): Insel der Ziegen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Insel befindet sich etwa 50 Kilometer südöstlich von Elba und rund 18 Kilometer westlich der Halbinsel Monte Argentario. Die Nachbarinseln sind Elba, Pianosa, Giannutri, das zum Gemeindegebiet Giglios gehört, und die unbewohnte Insel Montecristo.

Die Küste hat eine Länge von 28 Kilometer, die höchste Erhebung der Insel ist mit einer Höhe von 496 m s.l.m.[2] der Poggio della Pagana.

Giglio Porto
Giglio Castello

Auf der Insel Giglio befinden sich drei größere Orte: In Giglio Porto auf der dem Festland zugewandten Ostseite der Insel befindet sich der einzige Seehafen von Giglio. Porto ist mit 633 Einwohnern - nach dem Ergebnis einer Volkszählung von 2001 - der größte Ort auf Giglio.

Giglio Castello, der Hauptort der Insel, 405 Meter über dem Meer gelegen, ist von einem mittelalterlichen Mauerwall umschlossen und von einer Festung der Aldobrandeschi gekrönt. Der Ort gehört zu den schönsten Dörfern Italiens. Zur Volkszählung 2001 hatte Castello 568 Einwohner.

Im Westen der Insel befindet sich in einer Bucht und am einzigen größeren Sandstrand der Insel Giglio Campese, dessen Wahrzeichen der alte Medici-Wehrturm am Meer ist. Campese hatte zur Volkszählung im Jahre 2001 insgesamt 154 Einwohner.

Weitere kleine Siedlungen sind Arenella mit neun und Villaggio Grotte mit drei Einwohnern. 26 Einwohner residieren in verstreuten Wohngebäuden, die keiner Siedlung zugerechnet werden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Bucht von Giglio Campese

Campese ist heute ein Touristenort. Vor Campese gibt es einige Riffe, die bereits von der Straße aus erkennbar sind, und sich bis auf über 50 Meter Tiefe erstrecken.

In der Vergangenheit wurden auf der Insel Granit, Eisenerz und Pyrit abgebaut. Die Pyritmine wurde 1962 geschlossen, seitdem sind Tourismus und im kleinen Rahmen Landwirtschaft die Hauptwirtschaftszweige der Insel. Um die Insel herum gibt es viele Tauchgebiete.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel in ihrer heutigen Form entstand vermutlich vor 5 bis 4,5 Millionen Jahren. Seit der Eisenzeit ist die Insel bewohnt, die Etrusker nutzten sie als militärischen Stützpunkt. Auch im Römischen Reich war sie als insula aegilium oder insula igillia eine wichtige Basis im Tyrrhenischen Meer, Caesar erwähnte die Insel kurz in seinem de bello civili. Am Rand von Giglio Porto liegen direkt unter dem Meeresspiegel die Überreste einer großen römischen Villa.[3]

805 schenkte Karl der Große die Insel dem Kloster Tre Fontane in Rom. Später war sie im Besitz verschiedener toskanischer Familien (insbesondere der Aldobrandeschi) und der Stadt Perugia. 1241 zerstörte hier bei der Seeschlacht von Giglio die sizilianische Flotte von Friedrich II. eine Flotte der Genueser. Von 1264 bis 1406 war Giglio im Besitz von Pisa, dann ging es an die Medici. Bis 1799 wurde die Insel mehrfach von den Sarazenen angegriffen, so im Jahr 1544 durch den Piraten Khair ad-Din Barbarossa, wobei mehr als 700 Einwohner getötet wurden.

Am 14. Juni 1646 wurde in der nahebei stattfindenden Schlacht von Orbetello der Großadmiral Jean Armand de Maillé auf seinem Flaggschiff, der Grand Saint Louis, getötet.

Position der gestrandeten Costa Concordia

Am 13. Januar 2012 lief vor der Insel Giglio das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf Grund, schlug leck und trieb direkt vor den Hafen von Porto, wo es kenterte, teilweise sank und mit etwa 65 Grad Schlagseite liegen blieb. Am 16. September 2013 konnte das Wrack nach aufwendigen Vorbereitungen in eine aufrechte Position gebracht werden. Anschließend wurde es schwimmfähig gemacht und am 23. Juli 2014 abgeschleppt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf der Insel befindet sich auch ein meeresbiologisches Institut zur Erforschung der Meeresflora und -fauna.

Anbindung[Bearbeiten]

Die Fährlinien Toremar[4] sowie Maregiglio[5] verbinden die Insel mit dem Festland in Porto Santo Stefano und transportieren auch Fahrzeuge. Auch die Nachbarinsel Giannutri kann mit Maregiglio erreicht werden, es existiert auch eine Verbindung zwischen den beiden Inseln.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giglio (Insel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Bedeutung des italienischen Wortes giglio=Lilie war nicht ausschlaggebend: http://www.isoladelgiglio.net/storia.php Informazioni storiche dell'isola (Informationen zur Geschichte der Insel), eingesehen am 30. Juli 2009
  2. Nautische Karte auf mytopo.com. Abgerufen am 18. Januar 2012 (englisch).
  3. G. Monaco: Aegilium Insula (Giglio) Etruria, Italy. In: Richard Stillwell et al. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  4. Homepage von Toremar
  5. Homepage von Maregiglio