Gilbert Harman

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Gilbert Harman (* 1938) ist ein US-amerikanischer Philosoph. Er unterrichtet an der Princeton University und publiziert zu Themen der Ethik, Erkenntnistheorie, Metaphysik und der Philosophien der Sprache und des Geistes. Der Denker entwickelte u.a. eine sehr einflussreiche Position zur Philosophie der Logik, die logische und psychologische Prozesse stark voneinander trennt und deren normative Analogisierbarkeit verneint.[1]

Leben[Bearbeiten]

Harman studierte am Swarthmore College und an der Harvard University, wo er 1964 in Philosophie promovierte. Seine Tochter, Elizabeth Harman, ist auch Philosophin und arbeitet am philosophischen Institut und am Center for Human Values der Princeton University.

Werk[Bearbeiten]

Mit seinem Doktorvater Willard Van Orman Quine teilt Harman sowohl die Auffassung, dass ein fließender Übergang zwischen Philosophie und (Natur-)Wissenschaft besteht, als auch seinen Skeptizismus hinsichtlich der philosophischen Begriffsanalyse. Harman vertritt eine Semantik begrifflicher Rollen (CRS), die Struktur und Funktion von Begriffen inferentiell begreift.

Der Denker bestreitet, dass es belastbare Brückenprinzipien zwischen Logik und Mathematik einerseits und dem alltäglichen Abwägen von Gründen andererseits gäbe.[2] Damit einher geht die Position, das Logik keine Normativität gegenüber alltäglichem Denken haben könne.

Als Moralphilosoph erlangte Harman Bekanntheit vor allem durch seine Beiträge zum Antirealismus und ethischen Relativismus. Eine umfangreiche Darstellung seiner moralischen Positionen findet sich in seinem 1996 erschienenen Werk Moral Relativism and Moral Objectivity, in welchem mit Judith Jarvis Thomson auch eine seiner Kritikerinnen zu Wort kommt.

Im Jahr 2005 wurde Harman in Paris mit dem Jean-Nicod-Preis ausgezeichnet.

Publikationen[Bearbeiten]

Monographien:

Herausgeberschaften:

  • (mit Donald Davidson), Semantics of Natural Language (D. Reidel, 1972)
  • On Noam Chomsky: Critical Essays (Anchor, 1974)
  • (mit Donald Davidson), The Logic of Grammar (Dickenson, 1975)
  • Conceptions of the Human Mind: Essays in Honor of George A. Miller (Laurence Erlbaum, 1993)

Belege[Bearbeiten]

  1. Gilbert Harman: Change in view, MIT Press: Cambridge/London, 1986, S. 19-20.
  2. Gilbert Harman: "Internal Critique: A Logic is not a Theory of Reasoning and a Theory of Reasoning is not a Logic, in D.M. Gabbay, R.H. Johnson, H.J. Ohlbach, and J. Woods (Hrsg.): Handbook of the Logic of Argument and Inference: The Turn Towards the Practical, Bd. 1 in Studies in Logic and Practical Reasoning. Amsterdam: Elsevier Science B.V., 2002, S. 171-86 S. 180.

Weblinks[Bearbeiten]