Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford

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Gilbert de Clare, dargestellt auf einem Steinglasfenster der Tewkesbury Abbey.

Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford (* um 1180; † 25. Oktober 1230 in Penrose in der Bretagne), war ein englischer Adliger.

Leben[Bearbeiten]

Gilbert war der älteste Sohn von Richard de Clare, 3. Earl of Hertford, und von Amicia, der zweiten Tochter von William FitzRobert, 2. Earl of Gloucester. Er unterstützte 1215 aktiv die Rebellion der Barone gegen König Johann Ohneland und gehörte zusammen mit seinem Vater jenen fünfundzwanzig Baronen an, die in die in der Magna Carta namentlich genannt werden, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überwachen. Nachdem es trotz der Anerkennung der Magna Carta zum Krieg der Barone gegen den König kam, kämpfte Gilbert auf der Seite der Barone. Am 20. Mai 1217 wurde er in der Schlacht von Lincoln durch William Marshal gefangen genommen. Nach dem Vertrag von Kingston, der den Krieg der Barone 1217 beendete, erkannte Gilbert Johanns Sohn Heinrich als neuen König an und wurde freigelassen. Am 9. Oktober 1217[1] heiratete Gilbert Isabel Marshal († 1240), die Tochter von William Marshal, seinem Gegner in der Schlacht von Lincoln. Kurz darauf starb seine Tante Isabel von Gloucester, so dass er die umfangreichen Besitzungen seines Großvaters in Wales und in den Welsh Marches erbte. Nur wenige Wochen später starb sein Vater, so dass er auch die umfangreichen Besitzungen seiner Familie und den Titel Earl of Hertford erbte. Dazu erhielt er den Titel Earl of Gloucester, den seine Tante Isabel suo jure geführt hatte.

Zusammen mit seinem Schwager William Marshal dem Jüngeren kämpfte Gilbert in den Kriegen in Wales gegen Llywelyn ab Iorwerth, den Fürsten von Gwynedd, sowie in Südwales gegen dessen Verbündeten Morgan Gam von Afan.[2] 1225 bezeugte er die erneute Anerkennung der Magna Carta durch den König. 1230 begleitete er den König bei dessen Feldzug in die Bretagne, um dort die Rebellion französischer Adliger um Peter Mauclerc gegen die Regentin Blanka von Kastilien zu unterstützen. Dieses Unternehmen endete jedoch mit der militärischen Niederlage der Rebellen gegen den noch jungen König Ludwig IX. von Frankreich. Die englischen Truppen waren in keine größeren Kampfhandlungen verwickelt, dennoch starb Gilbert kurz vor seiner geplanten Abreise in der Bretagne. Sein Leichnam wurde nach Plymouth gebracht und schließlich in der Tewkesbury Abbey beigesetzt.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Mit seiner Frau Isabel hatte er mindestens sechs Kinder, darunter:

  • Amice de Clare (* 27. Mai 1220; † Januar 1284), ∞ mit Baldwin de Redvers, 6. Earl of Devon († 1245)
  • Richard de Clare (* 4. August 1222; † 15. Juli 1262), 5. Earl of Hertford und 2. Earl of Gloucester
  • Isabel de Clare (* 2. November 1226; † Juli 1264), ∞ mit Robert de Brus, Lord of Annandale († 1295)
  • William de Clare (* 18. Mai 1228; † Juli 1258, vergiftet)
  • Gilbert de Clare (* 12. September 1229; † nach 1244), Geistlicher

Seine Witwe heiratete 1231 Richard of Cornwall, den Bruder des Königs und späteren römisch-deutschen König.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cracroft's Peerage: Gloucester, Earl of (E, c.1122 - 1314). Abgerufen am 11. März 2015.
  2. Welsh Biography Online: Clare. Abgerufen am 11. März 2015.
Vorgänger Amt Nachfolger
Richard de Clare Earl of Hertford
1217–1230
Richard de Clare
Isabel Earl of Gloucester
1217–1230
Richard de Clare