Ginnossar

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32.84694444444435.524722222222Koordinaten: 32° 51′ N, 35° 31′ O

Karte: Israel
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Ginnossar
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Israel

Ginnossar (hebr. גינוסר), durch die Umschrift aus dem Hebräischen häufig auch in anderen Schreibweisen, ist ein Kibbuz am Nordwestufer des Sees Genezareth in Israel mit ca. 470 Einwohnern.

Der Kibbuz wurde 23. Februar 1937[1] als eine der ersten Turm-und-Palisaden-Siedlungen gegründet. Bedingt durch die Lage am See und die Nähe zu verschiedenen christlichen Pilgerstätten (u. a. Tabgha) ist der Tourismus ein wichtiger Erwerbszweig des Ortes. Die Landwirtschaft spielt ebenfalls eine große Rolle, der Kibbuz baut u. a. Bananen an.

Ein guter Teil des Landes von Ginosar ist Land in palästinensischem Privatbesitz, das den ursprünglichen Eigentümern illegal weggenommen wurde, nachdem sie von ihrem Land vertrieben wurden. Während der 1960er und 1970er Jahre wurde ihnen dieses Land ohne auch nur den juristischen Vorwand einer schriftlichen Enteignung gestohlen. „Allein die Bananen von Ginossar bekommen 25 bis 40 Prozent des Wassers, das Israel dem ganzen Dorf Ein al-Beida mit seinen 1.900 Einwohnern zuteilt“, schrieb Amira Hass in einem Artikel in Haaretz. Während Ginnossar reichlich Wasser zugeteilt bekommt, wird die Landwirtschaft des benachbarten palästinensischen Dorfes durch den staatlich verordneten Wassermangel stark eingeschränkt, seit Israel Anfang der 70er Jahre die acht Brunnen von Ein al-Beida ebensowie die Brunnen von Bardala und Kardala zerstörte, während die Wasserversorgung der israelischen Siedlungen ausgebaut wurde.[2]

Das „Jesus-Boot“

Ein bekannter Bewohner des Kibbuz war Jigal Allon. Nach ihm wurde ein Museum benannt, das sich mit Allons Leben und der Geschichte Galiläas beschäftigt. Wichtigstes und bekanntestes Ausstellungsstück ist ein 2000 Jahre altes Fischerboot mit über acht Metern Länge, oft schlicht Jesus-Boot genannt. Die gut erhaltenen Reste des Holzboots wurden im Jahr 1986 von zwei Angehörigen des Kibbuz im Uferschlamm entdeckt, als der See auf einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand gefallen war. Erst Ende der 1990er Jahre war der Konservierungsvorgang in einem eigens dafür gebauten Becken abgeschlossen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ginnossar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mordecai Naor: Eretz Israel. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 199.
  2. Amira Hass: אם אין מים, תשתו בננות. In: Haaretz, 1. Dezember 2012.