Ginsheim-Gustavsburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Ginsheim-Gustavsburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ginsheim-Gustavsburg hervorgehoben
49.9645833333338.346388888888984Koordinaten: 49° 58′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 84 m ü. NHN
Fläche: 13,94 km²
Einwohner: 15.925 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65462
Vorwahlen: 06134 (Gustavsburg),
06144 (Ginsheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 005
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schulstraße 12
65462 Ginsheim-Gustavsburg
Webpräsenz: www.ginsheim-gustavsburg.de
Bürgermeister: Richard von Neumann (SPD)
Lage der Stadt Ginsheim-Gustavsburg in Hessen
Ginsheim-Gustavsburg Bischofsheim (Mainspitze) Rüsselsheim Raunheim Kelsterbach Trebur Nauheim Mörfelden-Walldorf Riedstadt Groß-Gerau Büttelborn Stockstadt am Rhein Biebesheim am Rhein Gernsheim Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Frankfurt am Main Rheinland-Pfalz Kreis Bergstraße Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Ginsheim-Gustavsburg ist eine Stadt[2] im Nordwesten des Kreises Groß-Gerau im Land Hessen und grenzt unmittelbar an die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Landeshauptstadt Mainz in Rheinland-Pfalz. Sie hat etwa 16.000 Einwohner. Von 1930 bis 1945 waren die beiden Orte Ginsheim und Gustavsburg Stadtteile von Mainz (siehe auch rechtsrheinische Stadtteile von Mainz).

Im Februar 2013 befürwortete die Hessische Landesregierung, der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg die Stadtrechte zu verleihen.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schleuse bei Gustavsburg

Ginsheim-Gustavsburg liegt im sogenannten Mainspitzdreieck, dem Gebiet südlich der Mainmündung zwischen Main und Rhein, gegenüber der Stadt Mainz.

Der 50. Breitengrad verläuft durch den Stadtteil Gustavsburg und ist auf dem Maindamm gekennzeichnet.

Beim Stadtteil Ginsheim vereinigt sich der Ginsheimer Altrhein wieder mit dem Rhein, von dem er gegenüber Nackenheim abzweigt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ginsheim-Gustavsburg grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Wiesbaden und die Stadt Hochheim am Main (Main-Taunus-Kreis), im Osten an die Gemeinde Bischofsheim und die Stadt Rüsselsheim, im Süden an die Gemeinde Trebur, sowie im Westen an die Gemeinde Bodenheim (Landkreis Mainz-Bingen) und die kreisfreie Stadt Mainz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ginsheim-Gustavsburg besteht aus den beiden Stadtteilen Ginsheim und Gustavsburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtteil Ginsheim[Bearbeiten]

Ginsheimer Wappen
Fähre Johanna beim Überqueren des Altrheins

Der Stadtteil Ginsheim wurde bereits im Jahr 785 im „Codex Eberhardi“ des Klosters Fulda erstmals urkundlich erwähnt. Anlässlich des 1225-jährigen Jubiläums hat die Stadt im Jahr 2011 ein großes Fest in Ginsheim veranstaltet. Bis 1989 galt ein Urkunde von Kaiser Heinrich VI. vom Februar 1190 als älteste bekannte Erwähnung.[4]

Nachdem 1248 das ehemalige Reichsdorf dem Grafen Dieter von Katzenelnbogen verpfändet worden war, sind als weitere adlige Herrscher jener Zeit Familien wie Falkenstein, Sayen oder Isenburg überliefert. 1600 gelangte das Dorf in den Besitz des Landgrafen Ludwig V. von Hessen.[5] Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gemeinwesen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass dort von 1634 bis 1642 kaum ein Mensch mehr wohnte.

Verwaltungsmäßig gehörte Ginsheim bis 1820 zum Amt Kelsterbach, das ab 1816 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte. 1821 wurden im Großherzogtum Landratsbezirke eingeführt und Ginsheim dem Landratsbezirk Dornberg zugeteilt. 1832 wurden die Einheiten ein weiteres mal vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Ginsheim in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Ginsheim zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. 1927 schlossen sich die Gemeinden Ginsheim und Gustavsburg zur Doppelgemeinde Ginsheim-Gustavsburg zusammen. Zum 1. Januar 1930 wurde Ginsheim-Gustavsburg als Mainz-Gustavsburg ein Stadtteil von Mainz. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1945 die Gründung des Landes Hessen, und die linksrheinigen Stadtteile von Mainz wurden entweder Wiesbaden zugeschlagen oder eigenständige hessische Gemeinden. Mainz-Gustavsburg wurde als Ginsheim-Gustavsburg zur selbständigen Gemeinde, die zurück in den Kreis Groß-Gerau eingegliedert wurde.[5]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau. Während der Zugehörigkeit von Bischofsheim zu Mainz von 1931 bis 1945 war das Amtsgericht Mainz zuständig und mit der Rückführung von Bischofsheim in den Kreis Groß-Gerau wieder das Amtsgericht Groß-Gerau.[5]

Als typische Ginsheimer Berufe der vergangenen Jahrhunderte galten Bauer, Fischer und Müller. Die Müllerei entwickelte sich zu einem regelrechten Industriezweig. Vor Ginsheim ankerten zeitweilig bis zu 15 Schiffsmühlen. Das letzte Exemplar wurde 1929 außer Betrieb gesetzt, unter Denkmalschutz gestellt, im Mainzer Hafen verankert und dort gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff zerstört. Dieses und manches andere interessante Kapitel der Ortsgeschichte sind im Heimatmuseum sehr anschaulich dokumentiert. Seit 2011 liegt vor Ginsheim auf dem Rhein die Rekonstruktion einer historischen Schiffsmühle.[6]

Am 24. April 1944 wurde Ginsheim um Mitternacht im Zuge der Luftangriffe auf Mainz bei einem britischen Luftangriff schwer getroffen. Dabei kam niemand um, aber es brannten 22 Scheunen, 20 Ställe, drei Wohnhäuser und die evangelische Kirche komplett nieder. Schon im Sommer 1944 wurden die zerstörten Scheunen, Ställe und Wohnhäuser wiederaufgebaut, die evangelische Kirche aber konnte erst am 6. Dezember 1953 geweiht werden. Der Zweite Weltkrieg kam Ende März 1945 wieder nach Ginsheim zurück. Der Ort war zwischen amerikanischen und deutschen Truppen heftig umkämpft. Doch am 28. März 1945 kapitulierte der Ort und die Amerikaner konnten in Ginsheim einmarschieren. Nach dem Kriege gehörte der Ort zur amerikanischen Besatzungszone und anschließend zum Land Hessen.

Stadtteil Gustavsburg[Bearbeiten]

Gustavsburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655

Der Stadtteil verdankt seinen Namen dem Schwedenkönig Gustav Adolf, der 1632 im Dreißigjährigen Krieg auf der Mainspitze eine Festungsanlage erbauen ließ. Dabei wurde unter anderem der Stein eines römischen Reitergrabes gefunden, dessen Kopie heute die Eingangshalle des Rathauses ziert. 1635 gaben die Schweden die Gustavsburg auf, die nach wechselvollen Kriegsjahren zuletzt in französischen Besitz gelangte. 1673 ließ der Mainzer Kurfürst Johann Philipp von Schönborn kurz vor seinem Tod die Anlage schleifen. Bis 1740 ist als einzige Ansiedlung in einem Gemarkungsplan eine Ziegelhütte verzeichnet.

Mit der Eröffnung einer Eisenbahnlinie entstand 1858 der Hafenbahnhof Gustavsburg. Ein Jahr später begann die Nürnberger Firma Klett & Co. (später: Maschinenfabrik Augsburg – Nürnberg – MAN) mit dem Bau einer Rheinbrücke. Dazu wurde in Gustavsburg ein Montageplatz eingerichtet, um den sich Arbeiter und ihre Familien ansiedelten. Rasch entwickelte sich daraus ein industriell geprägter Ort. Das Werk errichtete auch das Kugelhaus in Dresden, welches 1928 anlässlich der Jahresschau Deutscher Arbeit – Die Technische Stadt eröffnet wurde.[7]

1927 schlossen sich die Gemeinden Ginsheim und Gustavsburg zur Doppelgemeinde Ginsheim-Gustavsburg zusammen. Zum 1. Januar 1930 wurde Ginsheim-Gustavsburg als Mainz-Gustavsburg ein Stadtteil von Mainz.[8]

Gustavsburgs strategische Bedeutung führte im Zweiten Weltkrieg zu ständigen Luftangriffen britischer und amerikanischer Flugzeugstaffeln (siehe Hauptartikel: Luftangriffe auf Mainz). Ab Herbst 1942 gab es verstärkt Angriffe, ab Spätsommer 1944 gar täglich Luftalarm. Der schwerste Angriff traf Gustavsburg am 27. Februar 1945. Hauptangriffsziel – besonders bei einem Angriff alliierter Jagdbomber am 2. März 1945 – war das MAN-Werk. Ende März 1945 war für Gustavsburg mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen der Krieg vorbei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1945 die Gründung des Landes Hessen, und die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz wurden entweder Wiesbaden zugeschlagen oder eigenständige Gemeinden. Mainz-Gustavsburg wurde als Ginsheim-Gustavsburg eine selbständige Gemeinde, die wieder in den Kreis Groß-Gerau eingegliedert wurde.[8]

Am 20. September 1983 kam es durch die Revolutionären Zellen zu einem Sprengstoffanschlag auf das Rechenzentrum der MAN. Der Sachschaden betrug dabei mehrere Millionen DM.

Entstehung der Stadt Ginsheim-Gustavsburg[Bearbeiten]

1806 unterstellte Napoleon Kastel, Kostheim, die Maaraue und die davor liegenden Rheininseln der französischen Herrschaft; das linke Rheinufer war schon 1801 zu Frankreich gekommen. An der Kostheimer Gemarkung südlich des Mains hatten die Franzosen jedoch kein Interesse, und so kam das Gebiet des heutigen Gustavsburg zu dem Großherzog Ludwig I. (Hessen-Darmstadt), der es wiederum der Gemarkung Ginsheim zuteilte. Am 30. Dezember 1808 bestätigte der damalige Ginsheimer Schultheiß die Neuerwerbung. In den folgenden Jahren verkauften die Kostheimer Bürger, die noch Landbesitz südlich des Mains hatten, ihre Äcker an Ginsheimer Landwirte. Somit ist das Jahr 1808 die eigentliche Geburtsstunde von Ginsheim-Gustavsburg.

1927 schließen sich die Gemeinden Ginsheim und Gustavsburg zur Doppelgemeinde Ginsheim-Gustavsburg zusammen.

Am 28. September 1929 stimmten die Gemeinderäte der Doppelgemeinde Ginsheim-Gustavsburg für die Eingemeindung zur Stadt Mainz. Im November 1929 genehmigte der Hessische Landtag die Lostrennung der Ginsheimer Gemarkung und der Ginsheimer Rheinauen vom Kreis Groß-Gerau und der Provinz Starkenburg unter Zuteilung zum Kreis Mainz und der Provinz Rheinhessen. Die Standesämter und die Ortsgerichte sollten bis auf Weiteres unter der amtlichen Bezeichnung Mainz-Ginsheim und Mainz-Gustavsburg bestehen bleiben.[9] Am 1. Januar 1930 erfolgte die offizielle Eingemeindung unter Oberbürgermeister Karl Külb.

So blieb es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945. Der Rhein wurde in diesem Jahr zur Zonengrenze zwischen der amerikanischen und der französischen Zone, und Ginsheim-Gustavsburg kam als eigenständige Gemeinde zusammen mit der Gemeinde Bischofsheim wieder zum Landkreis Groß-Gerau.

Nach 1945 wuchs der Ort weit über sich hinaus. In den 50ern entstanden die MAN-Siedlung[10] im Nordosten und eine weitere Siedlung im Westen des Ortes sowie in der Ortsmitte. In den 90ern wurde mit dem Bau eines Neubaugebietes begonnen. Dabei erreichte man auch die bereits 1972 erbaute Integrierte Gesamtschule IGS Mainspitze[11] von Süden und Osten her.

Die Hessische Landesregierung beschloss im Februar 2013, der Gemeinde die Stadtrechte zu verleihen, die Urkunde wurde am 29. April 2013 übergeben.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1975 wurden Gebietsteile der Nachbargemeinde Bischofsheim mit etwa 80 Einwohnern eingegliedert.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[13]

  • 1939: 05.730 Einwohner
  • 1961: 12.135 Einwohner
  • 1970: 15.494 Einwohner
Ginsheim-Gustavsburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
784
1840
  
854
1846
  
838
1852
  
951
1858
  
1.035
1864
  
1.263
1871
  
1.423
1875
  
1.449
1885
  
1.546
1895
  
1.861
1905
  
3.501
1910
  
3.791
1925
  
4.611
1939
  
5.730
1946
  
8.122
1950
  
9.200
1956
  
10.261
1961
  
12.135
1967
  
14.646
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist über die Autobahnen A 60 (aus Richtung Mainz über die Weisenauer Brücke sowie aus Richtung Frankfurt) und A 671 (aus Richtung Wiesbaden) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Zwischen den beiden Stadtteilen befindet sich das Mainspitz-Dreieck, das diese beiden Autobahnen verbindet. Durch den Stadtteil Gustavsburg verläuft die Bundesstraße 43. Die Kostheimer Brücke verbindet über den Main die Stadt mit dem benachbarten Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Mainz-Gustavsburg

Der dreigleisige Durchgangsbahnhof Mainz-Gustavsburg der Hauptstrecke Mainz – Frankfurt befindet sich südwestlich des Stadtteils (49° 59′ 40″ N, 8° 18′ 51″ O49.9944128.314038). Da Gustavsburg zwischen den Weltkriegen ein Stadtteil von Mainz war und der Bahnhof danach nicht rückbenannt wurde, hat sich der Zusatz „Mainz-“ erhalten. Er wird von S-Bahn Zügen der Linie S 8 (Hanau – Frankfurt Hbf – Frankfurt Flughafen – Mainz – Wiesbaden) im Halbstundentakt und teilweise von den Regionalbahnen der Linie 75 (Aschaffenburg – Wiesbaden) des RMV angefahren.

Busverkehr[Bearbeiten]

Die von der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) betriebene Buslinie 54 des Verkehrsverbunds Mainz-Wiesbaden (VMW) verbindet die beiden Stadtteile mit den Wiesbadener Stadtteilen Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel sowie mit der Stadt Mainz. Den Stadtteil Gustavsburg fährt zusätzlich die VMW-Linie 55 (von Mainz, ebenfalls über Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim) an. Die VMW-Linie 60 verbindet Ginsheim direkt über die Weisenauer Brücke mit Mainz.[14] Alle Buslinien sind Teil des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.

Hafen[Bearbeiten]

Im Stadtteil Gustavsburg gibt es kurz oberhalb der Eisenbahnbrücke nach Mainz einen Rheinhafen. Er verknüpft als Güterumschlagplatz mit Gleisanschluss die Bundeswasserstraßen Rhein und Main mit dem Schienennetz des Eisenbahnknotens Bischofsheim und zusätzlich über das schnell erreichbare Mainspitz-Dreieck mit den Autobahnen des Rhein-Main-Gebietes. Ab 1967 entstand hier ein großes Tanklager mit 28 Hochtanks für insgesamt 286.000 Kubikmeter Benzin, Superbenzin, SuperPlus, Diesel, Flugbenzin und Heizöl. Dem Treibstoffumschlag des Tanklagers dient unter anderem eine Pipeline vom Hafen Rotterdam und eine Pipeline zum Flughafen Frankfurt am Main.

Neben dem Tankhafen schlägt die HTAG Häfen und Transport AG im Hafenbecken IV auf 100.000 Quadratmeter Lager- und Wasserfläche und 1200 Meter Kaianlagen jährlich 650.000 Tonnen an Gütern um.Sie betreibt auch zwei Anschlussgleise im Hafengebiet, die eine schnelle und effiziente Ganzzugabfertigung gewährleisten. Es sind verschiedenste Verladeeinrichtungen wie Laderampe, Kräne oder eine eigene Rangierlok vorhanden.[15]

In Gustavsburg befindet sich die erste Mainschleuse vom Rhein kommend, obwohl sich diese auf der Gemarkung befindet, ist der offizielle Name: Staustufe Kostheim.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[16]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,6 %
24,8 %
16,9 %
12,1 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,6 %p
+2,2 %p
+8,3 %p
-0,3 %p
-0,6 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,6 16 53,2 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,8 9 22,6 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,9 6 8,6 3
FW GiGu Freie Wähler Ginsheim – Gustavsburg 12,1 5 12,4 5
FDP Freie Demokratische Partei 2,6 1 3,2 1
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 44,9 48,2

Partnerschaften[Bearbeiten]

Ginsheim-Gustavsburg war seit 1989 verschwistert mit der französischen Stadt Bouguenais und der senegalesischen Landgemeinde Ballou. 2009 wurde diese Dreierpartnerschaft seitens Bouguenais gekündigt, soll aber als Zweierpartnerschaft zwischen Ginsheim-Gustavsburg und Bouguenais weiter fortgeführt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Gustav II. Adolf (Schweden) (1594–1632), König von Schweden. Gründer der Festung und Stadt Gustavsburg.
  • Karl Külb (1870–1943), Oberbürgermeister von Mainz. 1930 verantwortlich für die Eingemeindungen von Ginsheim und Gustavsburg.
  • Otto Kirschmer (1898–1967), Physiker. Leiter der MAN-Materialprüfungsanstalt in Ginsheim-Gustavsburg.
  • Jo Brenneis (1910–1994), Maler. Zeichner bei MAN Ginsheim-Gustavsburg.
  • Georg Strigl (1931–2012), Bauingenieur und Statiker. Lebte in Ginsheim-Gustavsburg.
  • Enno Siehr (* 1947), Politiker. Gemeinderat in Ginsheim-Gustavsburg, später Landrat des Kreises Groß-Gerau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten im Stadtteil Ginsheim sind der Altrhein und Rheinauen, der Yachthafen, die evangelische Barockkirche, die 1746 als barocker Saalbau mit dreiseitigem Schluss entstand, sowie Heimatmuseum und der historischer Industriekran im Hafen.

Sehenswürdigkeiten im Stadtteil Gustavsburg sind die Mainschleuse, die Mainspitze, katholische Kirche Herz-Jesu und die Evangelische Gustav-Adolf-Kirche. Weiterhin die denkmalgeschützte Cramer-Klett-Siedlung[17] mit den von MAN in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Wohnhäusern aus Stahl.[18] Dort wird vor ihrer romantischen Kulisse alljährlich ein Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Größtes Fest im Vereinsgeschehen ist das Burgfest (Pfingsten).[19] Dieses Fest in Gustavsburg soll an das ungewöhnlich prächtige Reichsfest zu Pfingsten 1184 mit 40.000 Besuchern des staufischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122–1190) auf der benachbarten Rheininsel Maaraue bei Kostheim erinnern.

Die idyllische Lage am Altrhein mit den vorgelagerten Inseln Nonnenau (Altrheinfähre „Johanna“), Langenau und Rabenwörth und die malerischen Rheinauen haben Ginsheim zu einem gern besuchten Naherholungsort gemacht.

Das Altrheinfest – am ersten Wochenende im Monat Juni von den Ortsvereinen gestaltet – lockt viele Besucher auch von außerhalb an.

Im Juni 2010 wurde eine Moschee von der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat im Industriegebiet von Ginsheim-Gustavsburg gebaut.[20] Die Bait-ul-Ghafur-Moschee ist in klassischer islamischer Sakralarchitektur errichtet wurden mit Kuppel und Minarett. Sie enthält in der Außenfassade und im Innenbereich islamische Kalligrafie. Die Gemeinde lädt regelmäßig Besucher zur Besichtigung der Moschee und zu interreligiösen Dialogen ein.[21]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ginsheim-Gustavsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Echo Online vom 29. April 2013: Eine neue Stadt an der Mainspitze
  3. a b Kabinettsbeschluss auf Gemeindeseite (abgerufen am 22. Februar 2012)
  4. rhoischoke.de, abgerufen am 23. September 2013
  5. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGinsheim, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  6. Verein Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim e.V.
  7. Georg Seiring (Hrsg.) / Marta Fraenkel: 10 Jahre Dresdner Ausstellungsarbeit. Dresden 1931, S. 142-145
  8. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGustavsburg, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 8. November 2010, abgerufen am 13. November 2012.
  9. Gesetz, betreffend die ... Vereinigung der Landgemeinden Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg, Bretzenheim und Weisenau mit der Stadt Mainz vom 10. Dezember 1929 (Reg.=Bl. Nr. 18 S. 193); ferner entsprechende Bekanntmachung des Hessischen Gesamt-Ministeriums vom gleichen Datum und Bekanntmachung des Hessischen Ministers des Innern vom 13. Dezember 1929 (Reg.=Bl. Nr. 19 S. 213, 214) (Seite 195, 215 und 216 der PDF-Datei 14,8 MB)
  10. MAN-Siedlung in Ginsheim-Gustavsburg
  11. IGS Integrierte Gesamtschule Mainspitze
  12.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 366.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGinsheim-Gustavsburg, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  14. Liniennetzplan der Mainzer Verkehrsgesellschaft (abgerufen im Nov. 2012)
  15. ginsheim-gustavsburg.de über den Hafen Gustavsburg
  16. Hessisches Statistisches Landesamt Kommunalwahlen 2011 in Hessen
  17. Cramer-Klett-Arbeitersiedlung
  18. Häuser aus Stahl in FAZ vom 16. August 2013, S. 62
  19. Zur Geschichte des Burgfestes an Pfingsten in Gustavsburg
  20. Pressebericht über die Gründung und dem Tag der offenen Tür in der Moschee
  21. Rhein-Main-Presse berichtet über eine Interreligiöse Lesung