Giorgio Armani SpA

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Giorgio Armani S.p.A.
Giorgio Armani.svg
Rechtsform private Aktiengesellschaft
Gründung 1975
Sitz Mailand, Italien
Leitung Giorgio Armani (Chairman, President, CEO)
Mitarbeiter rund 5.500
Umsatz 1,8 Milliarden Euro (2011)[1]
Gewinn 282 Millionen Euro (2011)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Mode, Luxusgüter
Website armani.com
Giorgio Armani Boutique in Roppongi Hills, Tokio (2012)
Emporio Armani / Charter House (Hongkong)

Die Giorgio Armani S.p.A. ist ein im Jahr 1975 gegründeter, weltweit tätiger italienischer Modekonzern mit Sitz in Mailand.[3] Das Familienunternehmen beschäftigt (Stand: Ende 2009) über 5200 Mitarbeiter[4] und befindet sich im Alleineigentum seines Gründers Giorgio Armani.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 24. Juli 1975 wurde die Modemarke Giorgio Armani S.p.A. von Giorgio Armani und Sergio Galeotti in Mailand gegründet. Das Unternehmen firmierte als privat geführte Aktiengesellschaft, in der Armani für das Kreative zuständig war und Galeotti für das Geschäftliche, und bot zunächst hochpreisige Herrenbekleidung und schließlich auch Damenmode an. Armanis erste Kollektion unter dem Namen Giorgio Armani Borgonuovo 21 (nach der Adresse seines Stammsitzes in der Mailänder Via Borgonuovo 21) wurde noch 1975 für die Frühjahr-/Sommerkollektion 1976 präsentiert. Besonders seine schlichten, leichten, an Herrenbekleidung angelehnten Damen-Jacketts wurden ein großer Erfolg. In den folgenden Jahren wurden ergänzend eigene Kollektionen für Unterwäsche, Badebekleidung und Accessoires entworfen. 1978 schloss Armani mit den Textilherstellern GFT (Gruppo Finanziario Tessile) und Vestimenta je einen Lizenzvertrag zur Herstellung von Armani-Mode, unter anderem für die Prêt-à-porter-Linie Armani Le Collezioni (später: Armani Collezioni). 1979 wurde der nordamerikanische Markt erschlossen.

Im Jahr 1980 entwarf Armani Uniformen für die italienische Luftwaffe. 1981 wurde die Zweitline Emporio Armani ins Leben gerufen und das erste Emporio Armani Geschäft in Mailand eröffnet. Die Linien Armani Junior und Armani Jeans entstanden. In Mailand eröffnete die erste Giorgio Armani Boutique. Armani erschien 1982 als erster Modeschöpfer nach Christian Dior auf dem Titel des Time Magazine.[5] Ebenso 1982 wurde das erste Parfüm Armani lanciert, weitere sollten folgen.

Seinen internationalen Durchbruch erreichte Armani Anfang der 1980er mit der Ausstattung verschiedener Hollywoodgrößen, wie in den 2000er Jahren Katie Holmes, Tom Cruise, Jodie Foster oder Lindsay Lohan. Besondere Beachtung fand bereits 1980 die Einkleidung von Richard Gere mit Armani-Mode in dem Film Ein Mann für gewisse Stunden (Originaltitel: American Gigolo), für den eigentlich John Travolta vorgesehen war. Armani wurde in Folge bekannt für schlicht-elegante Herren-Businessmode der Oberklasse in leicht fallenden Stoffen und gedeckten Farben. Darüber hinaus war Armani 1987 verantwortlich für die Garderobe der Hauptdarsteller in dem Film The Untouchables – Die Unbestechlichen mit Kevin Costner und Sean Connery. 1996 weihte Eric Clapton, der ab den frühen 1990ern von Armani eingekleidet wurde und zuvor von Versace ausgestattet worden war, mit einem Konzert zusammen mit Sheryl Crow einen neuen Emporio Armani-Store in New York ein.[6]

Auch Armanis Damenmode zeugt von bisweilen unterkühlt-androgyner Eleganz in meist dezenten neutral-einfarbigen Stoffen. Er gilt als der Erfinder des Farbtons 'greige' (Mischung aus grau und beige). Ihm werden die Neuerfindung von Blazern aus fließenden Stoffen, von T-Shirts zum Anzug und schicken Business-Outfits, bspw. Hosenanzügen, für Damen zugeschrieben.[7] Bewunderer loben den Armani-Stil als zeitlos-klassisch und elegant, Kritiker bemängeln eine bisweilen langweilige Eintönigkeit. Damit steht er im Gegensatz zu seinem verstorbenen Landsmann Gianni Versace und dessen farbenfroher und provokanter Mode.

1987 war der japanische Markt durch eine Lizenzvereinbarung mit einem lokalen Textilhersteller (Itochu) und der Kaufhaus-Kette Seibu erschlossen worden. Eine Lizenzvereinbarung zur Herstellung von Armani-Sonnenbrillen erfolgte mit dem italienischen Brillenproduzenten Luxottica im Jahr 1988. Im Laufe der folgenden zehn Jahre kaufte die Armani S.p.A. ihre beliefernden Textilhersteller (Intai Spa, Antinea Srl, Simint Spa und weitere) auf, um völlige Kontrolle über den Produktionsprozess der Armani-Mode zu erlangen.

1991 wurde die ursprünglich nur für den US-amerikanischen Markt gedachte, preisgünstigere Modelinie A/X Armani Exchange für eine junge Zielgruppe lanciert, die ab Mitte der 2000er Jahre auf andere Märkte ausgedehnt wurde. Zeitgleich stattete Armani das Alitalia-Flugpersonal mit Uniformen aus. 1994 verkaufte Armani die Marke A/X Armani Exchange an den Einzelhändler Ong Beng Seng aus Singapur, war aber ab 2008 wieder mit 50 % an dem Unternehmen beteiligt. 1995 belief sich der Jahresumsatz der Armani-Gruppe auf fast 900 Millionen US-Dollar. Im Jahre 2000 zeichnete das Forbes-Magazin Giorgio Armani mit einem Jahreseinkommen von 135 Millionen US-Dollar (Stand: 1999) als den erfolgreichsten Designer aus. Der Unternehmensinternetauftritt ging im gleichen Jahr online und das Stammhaus Armani/Manzoni in der Mailänder Via Manzoni, das alle Labels des Unternehmens in einem Geschäft vereint, wurde eröffnet. 2001 betrug der Jahresumsatz 1,3 Milliarden Euro. 2002 wurde in Anlehnung an Armani/Manzoni in Hongkong der Concept-Store Armani/Charter House eröffnet, 2003 folgte Armani/Fünf Höfe (München), 2004 Armani/Three (Bund/Shanghai), 2007 Armani/Ginza Tower (Tokio) und 2009 Armani/Fifth Avenue (New York City). 2007 wurde eine Armani-Hautpflegeserie lanciert und ein Onlineshop auf der Armani-Webseite für Nordamerika eingerichtet, der später auf weitere Märkte ausgedehnt wurde. Mit Samsung besteht eine Kooperation für ein Armani-Handy. Seit 2004 ist Armani als einer der wenigen Nicht-Franzosen offizielles Mitglied des Pariser Haute Couture Verbandes und zeigt die Kreationen seiner Damenkollektion Armani Privé bei den offiziellen Haute Couture Schauen in Paris.

Die Armani-Gruppe, deren alleiniger Eigentümer Giorgio Armani seit dem Tod Galeottis im Jahr 1985 ist, beschäftigte zum Stand Ende 2009 mehr als 5200 Mitarbeiter und unterhielt 13 Fabrikationsstätten. Der Betriebsgewinn belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 282 Millionen Euro bei Erlösen von über 1,8 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 waren Erlöse von 1,59 Milliarden Euro bei einem Gewinn von 161 Millionen Euro erwirtschaftet worden.[8] Einen Börsengang des Unternehmens hat es nach Armanis Willen bislang nicht gegeben.

Marken[Bearbeiten]

Logo Giorgio Armani
Logo Emporio Armani
Logo Armani Jeans

Die Giorgio Armani SpA führt verschiedene Marken, für welche es zum Teil jeweils eigene Ladengeschäfte gibt. Insgesamt bestanden Ende 2011 in über 40 Ländern ca. 750 Armani-Boutiquen der unterschiedlichen Marken, von denen allein 2011 ca. 100 eröffnet worden waren und die teilweise in Franchise-Form geführt werden.

Die Entwürfe der Marken Giorgio Armani und Emporio Armani werden in separaten Modenschauen für Damen und Herren je zweimal jährlich während der Mailänder Modewochen präsentiert; die Armani Privé Kollektionen werden während der Haute Couture Modenschauen in Paris präsentiert.

  • Armani Privé: Haute Couture-Kollektion und Accessoires für Damen im obersten Preissegment (seit 2004)
  • Giorgio Armani: Hochpreisige Herren- und Damenkonfektion, 81 Boutiquen (seit 1974/5)
  • Armani Collezioni: Brückenlinie mit Herren- und Damenkonfektion im gehobenen Preissegment, 17 Boutiquen (seit 1979)
  • Emporio Armani: Modische Zweitlinie mit Herren- und Damenbekleidung, Wäsche und Accessoires für junge Erwachsene im oberen Mittelpreissegment, 171 Boutiquen (seit 1981)
  • EA7: Sportbekleidungskollektion der Emporio Armani Linie für Damen und Herren (seit 2004)
  • Emporio Armani Watches: Armbanduhren in Lizenz von Fossil gefertigt
  • Armani Jeans: Denimbasierte Herren- und Damensportswear für ein jugendliches Publikum im Mittelpreissegment, 16 Boutiquen (seit 1981)
  • Armani Exchange: Herren- und Damenbekleidung für ein jugendliches Publikum im unteren Mittelpreissegment, 165 Boutiquen (seit 1991)
  • Armani Baby: Bekleidung für die Kleinsten (seit 2006)
  • Armani Junior: Kinderbekleidung für 2 bis 8-Jährige, sechs Boutiquen (seit 1981)
  • Armani Teen: Kinderbekleidung für 8 bis 16-Jährige (seit 2008)
  • Armani Casa: Einrichtungsgegenstände und Möbel, 33 Boutiquen (seit 2000)
  • Giorgio Armani Beauty: Parfums und Pflegeartikel in Lizenz; in Kooperation mit L'Oréal.
  • Armani Libri: Buchverlag
  • Armani Fiori: Floristik
  • Armani Dolci: Confiserie, Pralinés und Schokolade, drei Boutiquen
  • Emporio Armani & Armani Jeans Caffé: Gastronomieanbieter in den eigenen Boutiquen
  • Armani Bar: Gastronomieanbieter
  • Armani NoBu: Sushi-Restaurant in Mailand
  • Armani Spa: Wellnessanbieter
  • Armani Hotels & Resorts: Hotels und Wohnungen im Armani-Stil in Dubai (seit 2010) und Mailand (seit 2011)

Eingestellte Linien:

  • Giorgio Armani Borgonuovo 21: Hochpreisige Hauptkollektion, umbenannt in Giorgio Armani
  • Mani: Mittelpreisige Business-Kleidung für Damen und Herren (ab 1979 für Herren in Nordamerika, für Damen weltweit; für Damen bis 2000, für Herren in Nordamerika bis 2004)
  • Giorgio Armani Neve: Skibekleidung (ab 1995, bis 2003)
  • Giorgio Armani Golf: Golfbekleidung (ab 1995, bis 2000)
  • Giorgio Armani Classico: hochpreisigere Konfektion für Damen und Herren (ab 1996, bis 2004)

Parfüm[Bearbeiten]

Aqua di Giò pour homme, Herren-Parfüm

Im Laufe der Jahre hat Armani über die Sparte Giorgio Armani Beauty in Zusammenarbeit mit L’Oréal zahlreiche Düfte für Damen und Herren auf den Markt gebracht (Erscheinungsjahr):

  • Armani (1982/1984)
  • Giò (1992)
  • Acqua di Giò (1995/1996)
  • Emporio Armani (1998, verschiedene Varianten: White, Night, City Glam, Remix, Diamonds, RED)
  • Armani Mania (1999, neu lanciert 2002/2004)
  • Sensi (2004 und in Folge die Variante White Notes)
  • Armani/Privé (2004, verschiedene Varianten)
  • Armani Code (2004/2006, verschiedene Varianten: Sport, Luna)
  • Armani Attitude (2007, verschiedene Varianten)
  • Onde (2008, verschiedene Varianten)
  • Idole d'Armani (2009)
  • Acqua di Gioia (2010)
  • (2013)

Kritik[Bearbeiten]

Tierversuche[Bearbeiten]

Für Kosmetikprodukte und insbesondere Parfüm steht Armani auf der schwarzen Liste für Marken, die im Tierversuch Tests durchführen bzw. durchführen lassen.[9][10]

Brechen von Versprechen[Bearbeiten]

Im Februar 2009 wurde bekannt, dass Armani in seiner Kinderkollektion entgegen einer früheren Verzichtserklärung Kleidungsstücke mit Kaninchenfell besetzt. In der Folge riefen Tierschützer zum Boykott auf.[11]

Corporate Critic[Bearbeiten]

Armani wurde bei Corporate Critic, einer Initiative der Ethical Consumer Research Association, als schwach bewertet. Der Rang ergibt sich aus einer Bewertung von Kriterien in den Bereichen Umwelt (Klimawandel, Umweltverschmutzung, Atomkraft), Personen (Menschenrechte), Tiere (Tierversuche, Massentierhaltung), Politik (Gentechnik, Anti-soziale Finanzierungen) und Produkt-Nachhaltigkeit (Bio, Fairtrade).[12]

Schädliche Chemikalien[Bearbeiten]

Greenpeace wurde bei einer Untersuchung von Kleidungsstücken auf Gefahrenstoffe bei sämtlichen Markenartikeln fündig. In Armani-T-Shirts wurden fortpflanzungsschädigende Weichmacher (Phthalate) in hohen Konzentrationen gefunden.[13] Die Untersuchung zeigte außerdem, dass bei der Herstellung der Kleidung giftige Chemikalien eingesetzt werden, die während der Herstellung und beim Waschen in Gewässer gelangen.[14]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Giorgio Armani-Umsatz steigt zweistellig, textilwirtschaft.de, 24. Mai 2012
  2. Giorgio Armani-Umsatz steigt zweistellig, textilwirtschaft.de, 24. Mai 2012
  3. Armani Press - Company Overview, giorgioarmani.com, Januar 2009
  4. Armani Jahresbericht 2009, Seite 5, giorgioarmani.com, Mai 2010
  5. Time Magazine - Giorgio Armani, time.com 5. April 1982
  6. Armani and Versace turn world upside down, independent.co.uk, 12. November 1992
  7. Revolution in Mode, manager-magazin.de, 11. Juli 2004
  8. Giorgio Armani steigert Umsatz und Gewinn, handelsblatt.com, 24. Mai 2011
  9. [1]
  10. [2]
  11. DerStandard.at
  12. wegreen.de
  13. Greenpeace DeutschlandDie giftige Masche der Modemarken, abgerufen am 1. Juni 2013
  14. Süddeutsche online