Giovanni Antonio Pellegrini

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Selbstporträt, um 1717; National Portrait Gallery, London

Giovanni Antonio Pellegrini (* 29. April 1675 in Venedig; † 2. November 1741 ebenda) war ein italienischer Maler.

Mit Sebastiano Ricci und Jacopo Amigoni zählt er zu den bedeutendsten venezianischen Historienmaler des frühen 18. Jahrhunderts. Er schuf große dekorative Wandgemälde und war vor allem bei seinen Auftraggebern aus der Aristokratie Mittel- und Westeuropas erfolgreich. Er unternahm ausgedehnte Reisen und war in Österreich, England, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich tätig.

Leben[Bearbeiten]

Pellegrini erhielt seine erste Ausbildung als Maler in der Werkstatt des lombardischen Malers Paolo Pagani, den er als Jugendlicher auf Reisen nach Wien und Mähren begleiten konnte. Sein Onkel brachte den Zwanzigjährigen zur weiteren Ausbildung nach Rom, wo er sich unter dem Einfluss von Luca Giordano und Baciccia in der Malerei vervollkommnen konnte. Dort entwickelte er seine typische anmutige und leichte Malweise mit luftig-zarten Pastellfarben, die dem Geschmack seiner Zeit so entgegenkamen. Nach seiner Rückkehr nach Venedig wurde er mit vielen wichtigen Aufträgen betraut. 1701 war er für die Scuola del Cristo di S. Marcuola und für die Corporatione della lana tätig. 1702 bis 1703 malte er in Padua das Deckenfresco für die Bibliothek. Pellegrini heiratete 1704 die Schwester der venezianischen Malerin Rosalba Carriera, die zu den gefragtesten venezianischen Künstlern ihrer Zeit gehörte.

1708 ging er auf Einladung von Lord Manchester zusammen mit Marco Ricci nach England, wo er sich bis 1713 aufhielt. Er war dort zunächst sehr erfolgreich, erhielt Aufträge für Wandbilder in einer Reihe englischer Landhäuser, für Castle Howard, das Kimbolton Castle bei Cambridge und war für Henry Bentinck, 2. Earl of Portland, tätig, für den er eine Halle und ein Treppenhaus ausmalte. 1711 wurde er Leiter der Londoner Kneller Academy of Painting and Drawing. Pellegrini reichte bei Christopher Wren Entwürfe für Ausmalungen der Kuppel von St. Paul’s ein, unterlag aber seinem Mitbewerber James Thornhill.

Als die Aufträge nachließen und die Aristokratie vermehrt Marco und Sebastiano Ricci den Vorzug gab, verließ er 1713 England und ging an den Düsseldorfer Hof des Jan Wellem, für den er u.a. eine Reihe von 14 Allegorien für Schloss Bensberg malte. Auch die Garnisonskirche Düsseldorf erhielt einige Bilder von Pellegrini.[1] Nach dem Tod seines Förderers wechselte er häufig seine Aufenthaltsorte. Wie viele der reisenden italienischen Künstler seiner Zeit reiste er dorthin, wohin er von dem jeweiligen Mäzen gerufen wurde. 1716 war er in Antwerpen, 1718 in Den Haag, wo er einen Saal im Mauritshuis ausmalte, 1719 in London und Paris, 1722 in Ettal und wieder in Paris, 1724 in Würzburg und Prag, 1725 in Dresden und Wien, 1732 in Padua und Venedig, 1733 war er wieder in Paris, wo er in die Akademie gewählt wurde, danach war er in Mannheim. Nach Fertigstellung der Decke im Mannheimer Schloss kehrte er für immer nach Venedig zurück.

1741 ist Pellegrini in seiner Geburtsstadt verstorben.

Gemälde[Bearbeiten]

Rebecca am Brunnen, 1708/1713

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Leopold Strauven: Ueber künstlerisches Leben und Wirken in Düsseldorf bis zur Düsseldorfer Maler-Schule unter Direktor Schadow. Hofbuchdruckerei H. Voß, Düsseldorf 1862, S. 23
  2. J.F. Wilhelmi: Panorama von Düsseldorf und seinen Umgebungen, J.H.C. Schreiner'sche Buchhandlung, Düsseldorf 1828, S. 76

Literatur[Bearbeiten]

  • L. Vertova: Pellegrini. In: Kindlers Malerei Lexikon. Bd 10. 1982. S. 77.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giovanni Antonio Pellegrini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien