Giovanni Arpino

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Giovanni Arpino (* 27. Januar 1927 in Pula (Istrien); † 10. Dezember 1987 in Turin) war ein italienischer Schriftsteller und Journalist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Als Sohn eines neapolitanischen Vaters und einer piemontesischen Mutter verbringt Giovanni Arpino seine Kindheit an mehreren Orten Norditaliens, da die Offizierslaufbahn seines Vaters Tommaso die Familie zu häufigen Umzügen zwingt. Erst 1943 findet die Familie ihr endgültiges Domizil in Bra, im Stammhaus der Mutter Maddalena Berzia. In Bra macht Arpino sein Abitur, bevor er sich erst dem Jura- und dann dem Literaturstudium widmet.

1951 schließt er sein Studium mit einer Arbeit über Sergei Alexandrowitsch Jessenin ab, während er 1952 Elio Vittorini für seinen Roman Sei stato felice, Giovanni begeistern kann, so dass dieser im Einaudi-Verlag erscheint. 1953 heiratet er Caterina Brero und zieht mit ihr nach Turin, wo er eine Anstellung bei Einaudi findet und bis an sein Lebensende bleibt.

Neben seiner literarischen und verlegerischen Betätigung arbeitet er vor allem als Sportjournalist für La Stampa und Il Giornale. Gemeinsam mit Gianni Brera gelingt es ihm dabei, die Sportberichterstattung in Italien qualitativ zu verbessern und ihr ein literarisches Niveau zu verleihen. Mit Azzurro tenebra (1977) schreibt Arpino sogar auch einen Fußballroman, sein wichtigstes Werk in diesem eigenen Genre.

Arpinos eher trocken und ironisch geschriebene Romane werden mit mehreren Preisen geehrt: 1964 erhält er den Premio Strega für L'ombra delle colline; 1972 den Premio Campiello für Randagio è l'eroe und 1980 den Premio Super Campiello für Il fratello italiano. Darüber hinaus schreibt er auch zahlreiche Dramen, Erzählungen und Gedichte für Kinder (Le mille e una Italia u. a.). Es ist sein Verdienst, dass der argentinische Schriftsteller Osvaldo Soriano in Italien bekannt wird.

Über seinen Tod 1987 hinaus bleibt Arpino Bra, der Stadt seiner Jugend, in besonderer Weise verbunden: Dort ist ihm zu Ehren ein Kulturzentrum[1] sowie ein Kinderliteraturpreis gewidmet.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Centro Culturale Polifunzionale “Giovanni Arpino”
  2. Premio “Giovanni Arpino” di letteratura per ragazzi

Werke[Bearbeiten]

Originalausgaben[Bearbeiten]

  • Sei stato felice, Giovanni (1952)
  • Il prezzo dell’oro (1957), Gedichtband
  • Gli anni del giudizio (1958)
  • La suora giovane (1959)
  • Un delitto d'onore (1960)
  • Una nuvola d'ira (1962)
  • L'ombra delle colline (1962), mit dem Premio Strega 1964 ausgezeichnet
  • Un'anima persa (1966)
  • La babbuina (1967)
  • Il buio e il miele (1969)
  • Randagio è l'eroe (1972), mit dem Premio Campiello 1972 ausgezeichnet
  • Racconti di vent’anni (1974)
  • L'assalto al treno ed altre storie (1974)
  • Rafé e Micropiede (1974)
  • Domingo il favoloso (1975)
  • Il primo quarto di luna (1976)
  • Azzurro tenebra (1977)
  • Il fratello italiano (1980), mit dem Premio SuperCampiello 1980 ausgezeichnet
  • Le mille e una Italia (1980)
  • Un gran mare di gente (1981)
  • Bocce ferme (1982)
  • La sposa segreta (1983)
  • Il contadino Genè (1985)
  • Passo d'addio (1986)
  • La trappola amorosa (posthum, 1988)
  • Serghej A. Esenin. L’estremo cantore dell’antica Russia di fronte alla rivoluzione. Venedig: Marsilio, 1997
  • Opere scelte. Hrsg. Rolando Damiani. Mailand: Mondadori, 2005

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Aus gekränkter Ehre. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1964
  • Im Schatten der Hügel. Berlin: Aufbau-Verlag, 1969
  • Bruno und Schräubchen. Zürich / Köln: Benziger, 1973
  • Ein ungleiches Paar. (Ungekürzte Ausgabe) München: König, 1973
  • Italien. Frankfurt/Main: Umschau-Verlag, 1988
  • Der Duft der Frauen. München: Heyne, 1993

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Veneziano, Gian Mario: Giovanni Arpino. Mailand: Mursia, 1994

Weblinks[Bearbeiten]