Giovanni Battista Amici

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Giovanni Battista Amici, 1874

Giovanni Battista Amici (* 25. März 1786 in Modena; † 10. April 1863 in Florenz) war ein italienischer Astronom, Optiker und Physiker.

Leben[Bearbeiten]

Amici war zur Zeit des ersten Königreichs Italien zunächst von 1815 bis 1825 Professor der Mathematik an der Universität Modena und Reggio Emilia. Danach wurde er von der provisorischen Regierung des Herzogtums zum Oberstudiendirektor ernannt, später zum Direktor an der Sternwarte in Florenz berufen, wo er als Professor der Astronomie am Museo di storia naturale Vorlesungen hielt.

Dieser "katadioptrische Tubus", dessen Herzstück keine Linse, sondern ein Hohlspiegel ist, ermöglichte eine Abbildung ohne chromatische Aberration. Dieser eigenwillige Weg in der Lichtmikroskopie wurde nur von wenigen beschritten: Syds Johannesz Rienks 1822, John Cuthbert 1826 und Jacques Louis Vincent Chevalier mit seinem Sohn Charles Louis Chevalier 1828. Im 18. Jahrhundert haben R. Barker (1736) und B. Martin (1759) bereits erste katadioptrische Mikroskope hergestellt, die jedoch aufgrund von Fertigungsproblemen kaum Verbreitung fanden. Amici baute 1813 ein horizontales Mikroskop mit einem neuartigen Reflexionstubus. 1827 baute er ein später bedeutend verbessertes achromatisches Mikroskop.

Neben anderen astronomischen Geräten entwarf und baute er bald nach 1800 auch Spiegelteleskope mit 15,7 cm Öffnung und einer Brennweite von 2,2 m. Er verfertigte ein Fernrohr von 28,8 cm Durchmesser und 6,28 Meter Länge und 1812 ein Teleskop neuartiger Konstruktion mit einem Hohlspiegel und einem im Mittelpunkt durchbohrten Planspiegel, dessen Durchmesser bei 30 cm lag und 6,5 m lang war. Besondere Beachtung aber verdient seine Vorrichtung zur Messung der Lichtstärke eines astronomischen Objekts durch Doppelbilder. 1847 wurde von Amici auch die Objektiventwicklung vorangetrieben. Mit der Erfindung der Wasserimmersion entwickelte er ein Objektiv, „das unter Benutzung einer Wasserschicht zwischen Deckgläschen des Präparats und Frontlinse des Objektivs dessen Öffnungswinkel weiter vergrößert und daher den bisherigen leistungsstarken sog. Trockensystemen wesentlich überlegen ist.“[1]

In Paris befindet sich ein von ihm hergestelltes Mikroskop mit 6 Okularen und 3 Objektiven, welches in der Fläche über 17millionenmal vergrößert. Seinem Talent verdankt die Wissenschaft die Vervollkommnung der Camera lucida. Sein Polarisationsapparat ist für die Beobachtung und genaue Messung aller Erscheinungen des polarisierten Lichts ausgezeichnet.

Bemerkenswert sind auch seine Beobachtungen zu Doppelsternen, über die Monde des Jupiters, zum Polar- und Äquatorialdurchmesser der Sonne. Amici beschäftigte sich auch mit botanischen Fragestellungen und untersuchte z.B. den Kreislauf des pflanzlichen Saftes, beobachtete Infusionstierchen und die Befruchtung von Pflanzen.

Nach ihm ist der Mondkrater Amici benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Schreier: Geschichte der Physik. Ein Abriß, Berlin 1988 (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften), S. 309