Giovanni Giuliani

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Stadtpalais des Prinzen Eugen, Detail der Prunktreppe
Puttipaar als Laternenträger, Bozzetto für die Dreifaltigkeitssäule im Stiftshof Heiligenkreuz, 1739
Der Gute Hirte um 1700 in der Pfarrkirche Höflein an der Donau

Giovanni Giuliani (* 1664 in Venedig; † 1744 in Heiligenkreuz, Niederösterreich) war ein italienisch-österreichischer Stuckateur und Bildhauer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Giovanni Battista Pietro Giuliani wurde am 29. April 1664 in Venedig als Sohn eines Bäckers geboren. Er lernte sein Handwerk bei verschiedensten Meistern in Bologna, Venedig, Tirol und München, wobei der bekannteste Lehrer sicherlich Giuseppe Mazza war.

Ab 1690 lebte und wirkte er primär in Österreich und brachte damit die italienische, barocke Plastik in das durch die Zweite Wiener Türkenbelagerung künstlerisch ausgehungerte Wien.

Erste Aufmerksamkeit erregte er durch die Ausstattung des von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichteten Stadtpalais für den Prinz Eugen von Savoyen sowie durch seine Arbeiten am Gartenpalais in der Roßau des Fürsten Johann Adam Andreas (heute Liechtenstein-Museum).

Finanzielle Probleme bewogen ihn, am 25. Februar 1711 eine lebenslange Bindung als Familiare mit dem Stift Heiligenkreuz einzugehen, im Gegenzug für die Abtretung seiner verbliebenen Geldmittel, Werke und des Verzichtes auf künftige Geldforderungen für die zu schaffenden Werke für das Kloster, stellte der Orden eine kostenlosen Betrieb der Bildhauer-Werkstatt sicher. Der bedeutendste Mitarbeiter und Schüler dieser Werkstatt war Georg Raphael Donner.

Bis zu seinem Tod, am 5. September 1744 gestaltete er wesentlich den Umbau des Stiftes Heiligenkreuz sowie des Heiligenkreuzerhofs in Wien. Zu seinen bemerkenswertesten Arbeiten zählt das Chorgestühl in Heiligenkreuz und die Bernhardskapelle im Heiligenkreuzerhof. Aber auch in anderen Kirchen in der Umgebung von Heiligenkreuz, wie in Gaaden findet man seine Spuren.[1]

Gestorben ist Giuliani in Heiligenkreuz, wo er auch in der Stiftskirche wie Martino Altomonte seine letzte Ruhestätte fand.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Kábdebo: Giuliani, Giovanni. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 204 f.
  • Elfriede Baum: Giuliani, Giovanni Pietro. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 417 f. (Digitalisat).
  • Helmuth Furch: Elias Hügel, Hofsteinmetzmeister (1681–1755), Mönchhof und Kaisersteinbruch. 1992.
  • Helmuth Furch: Das Winterpalais des Prinzen Eugen. In: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch. Nr. 58, 2000, S. 44-55.
  • Luigi A. Ronzoni: Giovanni Giuliani (1664–1744). Hrsg. von Johann Kräftner (Liechtenstein Museum Wien). Band 1: Essays, Band 2: Katalog. München, Berlin, London, New York 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gaaden Türkennot, Wiederaufbau und Ausgestaltung abgerufen am 24. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giovanni Giuliani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien