Giovannino Guareschi

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Giovannino Oliviero Giuseppe Guareschi (* 1. Mai 1908 in Fontanelle di Roccabianca, Italien; † 22. Juli 1968 in Cervia) war ein italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller, der auch als Werbezeichner, Lehrer und Pförtner arbeitete. Bekannt wurde er vor allem durch seine Geschichten über Don Camillo und Peppone.

Leben[Bearbeiten]

Mehrere Jahre lebte Giovannino Guareschi in Le Roncole in der Emilia-Romagna, jener Region, in der auch das Dörfchen Brescello liegt und in dem später jene Filme gedreht wurden, deren literarische Vorlage er geschaffen hatte.

Ab 1929 arbeitete er als Redakteur des „Corriere Emiliano“ in Parma, von 1936 bis 1943 als Chefredakteur des „Bertoldo“ (einer humoristischen Wochenzeitung) in Mailand. 1943 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Er verbrachte zwei Jahre in Kriegsgefangenenlagern in Częstochowa und Benjaminovo in Polen sowie in Wietzendorf und Sandbostel in Deutschland. Nach dem Kriegsende gründete er in Mailand die satirische Wochenzeitschrift „Candido“, die er bis 1961 leitete. Im „Candido“ erschienen die ersten Geschichten über Don Camillo und Peppone. Dank seines Verlegers Rizzoli, der 1948 eine Sammlung dieser Geschichten herausbrachte, wurden die bereits in Italien populären Figuren zum Welterfolg.

Als die ersten Pläne zu einer Verfilmung seiner Figuren an ihn herangetragen wurden, behielt er sich das Placet bei der Rollenbesetzung seiner Hauptfiguren vor. Fernandel war für ihn schnell die Idealbesetzung des Don Camillo, doch einige der Vorschläge für den Genossen Peppone gefielen ihm anfangs überhaupt nicht. Daher dachte er kurzfristig daran, die Rolle selbst zu übernehmen, befand jedoch später, dass Gino Cervi kaum zu übertreffen gewesen wäre.

Guareschi war bereits 1949 als Drehbuchautor in Erscheinung getreten; auch 1963 war er neben den Don Camillo-Filmen auf diesem Gebiet nochmals tätig. 1963 inszenierte er den zweiten Teil von La Rabbia, einen Dokumentarfilm.

Die Einstellung des „Candido“ durch den Herausgeber beeinträchtigte Guareschis angegriffene Gesundheit immer mehr, wodurch seine Alterswerke einen verstärkten Hang zur Melancholie bekamen.

Giovanni Guareschi verbrachte seinen Lebensabend in Cademario[1] und starb am 22. Juli 1968 in Cervia an einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Friedhof San Michele seines Wohnortes Le Roncole beigesetzt.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Don Camillo und Peppone (1948)
  • Enthüllungen eines Familienvaters (1952)
  • Don Camillo und seine Herde (1953)
  • Carlotta und die Liebe, oder Die Schule des Gatten (1953)
  • Bleib in deinem D-Zug (1954)
  • Genosse Don Camillo (1963), ital: Mondo piccolo – il compagno Don Camillo
  • Mein häuslicher Zirkus (1968)
  • Don Camillo und die Rothaarige (postum hrsg. 1969)
  • Candido und seine Freunde (karikaturistisches Bilderbuch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Giovanni Guareschi auf ticinarte.ch
  2. knerger.de: Das Grab von Giovannino Guareschi